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Warum Social Media auch im Personalmarketing wertvoll ist – Interview mit Social Media Lotsin Indra Zahner

Warum Social Media auch im Personalmarketing wertvoll ist - Interview mit Social Media Lotsin Indra Zahner

“Jedes Unternehmen ist einzigartig und hat eine eigene Mission”. Um diese Individualität auch als Arbeitgeber zu kommunizieren, eignen sich, laut Social-Media-Lotsin Indra Zahner, die sozialen Medien perfekt. Warum es sinnvoll ist, dass sich Unternehmen selbst – aber mit Strategie – um die eigenen Themen, in der eigenen Sprache kümmern und was der Social Proof bedeutet, das erfährst du in diesem Interview!

Ich spreche mit Social-Media-Lotsin Indra Zahner. Ist Social Media branchenübergreifend sinnvoll? Was steckt hinter dem Social Proof, und wie nutze ich ihn für mein Unternehmen? Und was haben zuckerfreie Kekse mit Mitarbeitergewinnung zu tun? Erfahre all das und vieles mehr in dieser Podcastfolge.

Inhalte dieser Folge:

  • Der Social Proof
  • Mitarbeiter als Markenbotschafter
  • Für welche Unternehmen Social Media geeignet ist
  • Best Practice Tipps für Unternehmen

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Nina Kirsch: Liebe Indra, herzlich willkommen im Podcast vom kirschwerk.

Indra Zahner: Liebe Nina, herzlichen Dank für deine Einladung.

Nina Kirsch: Ja, ich freue mich total. Du hast ja einen super spannenden Titel, und zwar nennst du dich: Social Media Lotsin. Schon fast philosophisch! Wenn ich das mal kurz in eigenen Worten zu beschreiben versuche, bedeutet das: Du unterstützt Unternehmen dabei, aus eigener Kraft Social Media sinnvoll zu bespielen und zu nutzen. Würdest du sagen, dass das branchenübergreifend interessant ist? Und wenn ja, warum?

Indra Zahner: Ja, es ist total branchenübergreifend interessant. Ja, weil es ja darum geht: Jedes Unternehmen tickt anders, jedes Unternehmen hat eine andere Mission. Und diese Einzigartigkeit, diese Individualität zu transportieren – dafür eignet sich Social Media halt perfekt.

Nina Kirsch: Ich habe ja gerade gesagt, „aus eigener Kraft“. Es bedeutet, anders als andere, du erstellst nicht den Content für die Unternehmen.

Indra Zahner: Richtig. Weil: Ich habe das mal am Anfang gemacht und fand das extrem schwierig, weil ich ja keine Expertin für Kaffeerösten bin oder keine Expertin in einem Seniorenheim und für Pflege. Und ich fand es immer sehr, sehr schwierig, diese Fachgebiete vernünftig darzustellen, wenn man selber nicht im Thema ist. Und ich finde, keine Agentur, kein Freelancer kann sich da so tief reinarbeiten, wie das in den Unternehmen selbst gelebt wird. Die haben einfach eine bestimmte Sprache, die sind in ihren Abläufen und die wissen, wann ist was spannend, und was könnte gut dargestellt werden. Und deshalb habe ich mich auf das Wissen, das Know-how verlegt: Wie mache ich Postings? Wie kann ich das vorplanen? Wie beziehe ich das in den Arbeitsalltag mit ein, dass ich das in die Unternehmen selbst reingebe und quasi nur so den Rahmen halte? Also ich als Coach oder halt als Lotsin bereite und filtere auch wahnsinnig viel. Es gibt ja auch Millionen von Möglichkeiten, was man in Social Media machen kann, und ich finde dann halt mit den Unternehmen, mit den Teams dort den Weg, der zu ihnen passt.

Nina Kirsch: Ja, es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten und ich weiß von vielen Unternehmen, dass sie schlichtweg überfordert sind durch die ganzen Möglichkeiten. Und da eine Lotsin an der Hand zu haben, ist natürlich wunderbar. Du hast es schon so ein bisschen durchklingen lassen… Denn im Personalmarketing Podcast, da interessiert mich natürlich alles, was man da in Richtung Personal machen kann. Und ich weiß noch, dass ich es super spannend fand, als du mir eben davon berichtet hast, dass es ein besonderes Ziel für deine Kunden gibt, nämlich den Social Proof. Und das finde ich mega spannend. Magst du vielleicht kurz zusammenfassen: Was ist denn ein Social Proof?

Indra Zahner: Na ja, der Social Proof ist quasi der Beweis dessen, was man so über sich und seine Arbeitgeberqualitäten sagt. Also auf Websites oder in Image-Broschüren steht dann halt immer so drin: „Ja, wir sind teamorientiert“ und „Wir bieten Karrieremöglichkeiten“ und „Wir unterstützen unsere Mitarbeiter“ und so. Das sind so diese typischen Floskeln, die irgendwie jeder Betrieb für sich in Anspruch nimmt. Und ich denk mir dann immer so: „Ja, aber was heißt es denn konkret?“

Nina Kirsch: Genau.

Indra Zahner: Ja, und in sozialen Netzwerken kannst du halt diese Geschichten erzählen. Ich habe gerade einen Kunden, wo das der Fall ist. Da ist zum Beispiel die jetzige Hausdame. Die hat vor 20 Jahren als Azubi im Unternehmen angefangen, hat – auch über ihre familiäre Entwicklung – in verschiedenen Positionen gearbeitet. Konnte immer toll auch das Familiäre – also sie ist auch Mutter geworden in der Zwischenzeit – gut verbinden, konnte da weniger arbeiten. Und anhand einer solchen Geschichte kann ich doch viel mehr beweisen, was ich als Arbeitgeber für meine Mitarbeiter tu bzw. was für Möglichkeiten, was für Persönlichkeitsentwicklung bei mir im Unternehmen möglich ist, als wenn ich dahin schreibe: „Wir fördern unsere Mitarbeiter.“

Nina Kirsch: Ja, absolut. Also das ist ja auch etwas, wofür wir absolut einstehen. Eben keine Floskeln reinzuschreiben, sondern, wenn überhaupt, das zu benennen. Also: „Wir suchen Teamfähigkeit“, aber dann super konkret zu werden. Was bedeutet das denn bei uns? Oder wie wird es bei uns gelebt? Und auch in den Proof zu gehen. Weil natürlich sind viele Unternehmen auf die Idee gekommen: „Hey, wir schreiben da tolle Sachen rein.“ Aber Bewerbende werden auch zunehmend vorsichtiger. Und seien wir mal ehrlich: Man holt sich mehrere Informationsquellen, und Social Media kann eine davon sein. Wenn ich da dann merke: „Wow, die leben das wirklich!“, dann kann das über Stellenanzeige, über Karrierewebsite und weiß ich nicht, was es sonst noch alles gibt, vielleicht den ausschlaggebenden Punkt bringen.

Indra Zahner: Guck mal, es guckt doch jeder, der sich für ein Unternehmen interessiert, erst mal: Was haben die für eine Webseite? Wie sind die in Social Media vertreten? Und wenn ich dann Seiten sehe, wo jede Woche eine neue Stellenanzeige steht, ja dann denke ich mir so: „Ah ja, könnt ihr eure Mitarbeiter nicht binden, oder warum habt ihr hier so einen Verschleiß?“ Und es ist kein Bild zu sehen von irgendeinem Menschen? Dann finde ich einfach, die haben Social Media nicht verstanden, weil da geht es einfach um Menschen. Menschen wollen da Menschen sehen. Menschen wollen die Geschichten dahinter sehen. Und Menschen wollen ja auch das zukünftige Team kennenlernen und schon mal wissen, wer arbeitet denn da? Wie ist es denn da so?

Nina Kirsch: Genau, sich hineinfühlen können. Über eine Stellenanzeige kann man das zwar auch transportieren, aber halt nur bedingt. Bilder – so wie du sagst – und authentische Geschichten, die wirklich von innen kommen, sind da mit Sicherheit ein sehr, sehr guter Weg, um da gemeinsam praktisch das entsprechende Bild zu zeichnen, wenn wir in der Bildersprache bleiben wollen.

Indra Zahner: Genau.

Nina Kirsch: Wir haben uns ja auch darüber unterhalten: „Ja, Social Media Lotsin“ – das hört man jetzt nicht so oft. Das ist schon sehr speziell. Und ich kann mir vorstellen, dass man nicht eines Tages aufwacht und sagt: “ Zack, Peng! Ich bin jetzt Social Media Lotsin.“ Wie kam es dazu, dass du da hingekommen bist – zu dem, was du heute machst?

Indra Zahner: Ok, ich versuche eine lange Geschichte kurz und knackig zu fassen. Es gibt bei mir zwei Leben: In meinem früheren Leben habe ich ein großes Marketing-Unternehmen geleitet, und wir haben sehr viel über Budget gemacht. Wir haben Leads generiert, und es ging immer darum, neue Kunden über Anzeigen zu bekommen. Und das ist so eine Spirale gewesen. Weißt du, es wurde immer teurer, die Qualität wurde immer schlechter, und es hat mich tierisch gestört, weil das einfach… Da wurde keine nachhaltige Beziehung zu den Menschen aufgebaut.

Nina Kirsch: Ja.

Indra Zahner: Und als sich dann mein Leben radikal geändert hat, weil ich dann Mutter wurde und auch gedacht habe: “Jetzt mache ich das, was mir Spaß macht und wo ich drin aufgehe”, da habe ich mich den sozialen Netzwerken zugewendet. Das war so 2012. Da habe ich damit angefangen, weil ich das einfach so demokratisch finde. Weißt du, jeder hat in den sozialen Netzwerken die Chance, die richtigen Menschen für sich zu begeistern. Und da kommt es nicht auf das Budget drauf an. Also große Marken haben es meines Erachtens eher schwer in sozialen Netzwerken. Weil: Menschen wollen die Menschen sehen. Und dann habe ich mir da halt noch ziemlich viel drauf geschafft und habe auch erst mal angefangen, für andere zu posten. Mit dieser unbefriedigenden Erfahrung, dass ich immer nur so gedacht habe: „Ja, eigentlich geht das besser. Eigentlich könnten die Unternehmen mehr erreichen, wenn sie es selber tun, weil sie viel Zeit sparen, weil Ressourcen gespart werden, und das alles eigentlich noch viel authentischer und schlanker geht.“

Nina Kirsch: Ja.

Indra Zahner: Und dann habe ich halt mein BWL-Background wieder ausgepackt und habe halt angefangen, die Unternehmen erstmal mit einer Strategie zu versehen, damit die einfach nicht nur posten, um auf Facebook zu sein, sondern damit es auch auf die Ziele zugeschnitten ist, die sie erreichen wollen. Also wollen Sie Kunden finden? Wollen Sie Mitarbeiter finden? Wollen Sie überhaupt erst mal Bekanntheit und Vertrauen aufbauen? Dann bespiele ich halt andere Themen und habe eine andere Ansprache. Das lief dann auch super. Aber irgendwann waren meine Kapazitäten auch begrenzt, weil man sich nicht in so viele Leute gleichzeitig hineindenken kann. Dann bin ich zu diesem Strategieteil, diesem Konzeptteil übergegangen, der auch für viel Klarheit im Unternehmen sorgt: Was wollen wir eigentlich wirklich? Wofür stehen wir? Worin sind wir brillant? Was unterscheidet uns von anderen? Das habe ich mit denen gemacht, und dann habe ich die Teams vor Ort geschult. Das lief dann auch super. Bis dann ein neuer Auftrag kam, ein Mitarbeiter krank wurde, der Hamster Husten hatte oder was auch sonst alles passiert. Und dann haben die einfach nicht mehr gepostet.

Nina Kirsch: Okay.

Indra Zahner: So, und dann verlief das so im Sande, und dann habe ich gedacht: „Nee, das kann ja auch nicht sein.“ Und deshalb habe ich jetzt eine dritte Komponente nach Strategie und Umsetzung gibt es jetzt die Komponente des Dranbleibens. Das heißt, ich begleite die jetzt noch mindestens ein halbes Jahr mit regelmäßigen Treffen, wo wir gucken: Wo sind neue Fragen, wo hat sich eine Situation verändert? Wo hat sich die Technik geändert? Einfach, damit das so ein Prozess wird, damit das wirklich zum Unternehmen und zum Alltag dazugehört und nicht wieder versandet. Weil Social Media ist einfach etwas Langfristiges. Weißt du, du brauchst erst mal ein Jahr, damit das wirklich auch Früchte tragen kann.

Nina Kirsch: Ja.

Indra Zahner: Auch mit einem halben Jahr schon. Aber es ist halt nicht: „Ich mache einen Post und finde sofort einen neuen Mitarbeiter.“

Nina Kirsch: Ja, in der Regel eher nicht. Und so darf man es auch verstehen: als langfristige Investition in die Sichtbarkeit und dementsprechend auch in die Ziele, die ich damit verfolge.

Indra Zahner: Genau. Und was da passiert – und das finde ich extrem faszinierend – ist ja, dass ich nicht nur nach außen kommuniziere, sondern dass ich auch nach innen kommuniziere. Also ich erzähle ja nicht nur nach außen den Kunden und den möglichen Bewerbern oder Menschen, die da sonst noch sind, wofür ich stehe, sondern meine Mitarbeiter kriegen das ja auch mit. Und damit passiert halt was ganz Spannendes: Ich schule quasi indirekt über Bande mein Team und sage denen, warum wir ein tolles Team sind, warum wir dein Arbeitgeber sind.

Nina Kirsch: Stimmt, ja.

Indra Zahner: Und damit werden die Mitarbeiter extrem gute Markenbotschafter und Multiplikatoren für die Mitarbeitergewinnung.

Nina Kirsch: Ich finde es auch einen mega spannenden Aspekt, dass da die eigenen Mitarbeiter – in Anführungszeichen – geschult werden, weil die ja dann auch einen ganz anderen Einblick in den Betrieb haben. Und was den Betrieb so besonders macht und was vielleicht meine Kollegin drei Büros weiter oder vielleicht auch im Homeoffice macht, und dass die dadurch zu Markenbotschaftern werden können. Das ist ja etwas, was ich auf den ersten Blick so bei: „Ich mache Social Media für mein Unternehmen“ überhaupt nicht überblicke, oder?

Indra Zahner: Genau, das führt halt so zu Mitarbeiterstolz, zu Mitarbeiterbindung. Und wenn ich langfristig regelmäßig Reichweite habe, und ich mach dann mal ein Stellen-Posting, dann ist das eingebettet, und dann wird es geteilt, weil die Leute haben ja schon Vertrauen zu mir.

Nina Kirsch: Ja.

Indra Zahner: Und dann zieht so ein Posting halt auch die Richtigen an. Das heißt, es senkt meine Recruiting-Kosten an sich. Wenn ich einfach nur in der Zeitung Stellenanzeigen schalte, und da melden sich dann – ich sage jetzt mal – Hinz und Kunz, und man stellt die Bewerber ein, und die gehen nach zwei Wochen wieder… Es ist ja ein enormer Aufwand. Da wird ja Geld verbrannt für die…

Nina Kirsch: Ohne Ende.

Indra Zahner: Für die Einkleidung, für das Onboarding, für die Verträge. Was da alles an Arbeit drinsteckt, nur weil der Falsche dann wieder geht.

Nina Kirsch: Richtig, ja. Und durch diese Sichtbarkeit… Es sind ja immer mehrere Aspekte. Man sagt ja 7 Punkte, bis jemand wirklich mit mir z.B. ins Geschäft gehen möchte. Auf dem Bewerbermarkt, und das ist es ja geworden, also auf dem Arbeitgebermarkt, ist es ja ganz ähnlich. Und wenn ich auf Social Media schon mal was davon gesehen habe, vielleicht bewerbe ich mich dann. Nicht über das Social Media, sondern ich google einfach mal: Was gibt es denn in meiner Jobrichtung? Was gibt es denn da in der Nähe für Jobs? Und dann sehe ich dieses Unternehmen wieder, und dann habe ich dieses Vertrauen und dieses Interesse ja schon aufgebaut. So können auch andere Kanäle dadurch wahnsinnig befeuert werden, weil ich einfach schon mal im Kontakt war. Ich habe diese Beziehung über irgendeinen dieser Kanäle dann schon aufgebaut.

Indra Zahner: Ja genau.

Nina Kirsch: Super cool. Das war ein kleiner Exkurs, aber super spannend. Ich habe ja auch immer mal wieder mit Social Media Menschen zu tun. Kollegen aus deiner Branche und manche sagen: „Also, wenn du Sichtbarkeit brauchst, oder wenn du neue Aufträge oder neue Bewerber brauchst, dann reicht Social Media, brauchst du sonst nichts mehr.“ Deswegen war ich so frei, dich damals zu fragen: „Hand aufs Herz, liebe Indra: Wenn ein Unternehmen Social Media mit dir macht, warum sollte es denn dann überhaupt noch mit uns Stellenanzeigen und Karrierewebsites optimieren?“ Und deine Antwort, und deswegen sprechen wir heute miteinander, hat mich überrascht.

Indra Zahner: Ja, das gehört total zusammen. Mir ist es wichtig, dass das Social Media, was ich mit den Unternehmen umsetze, in die anderen Gewerke mit reinpasst. Dass der Übergang fließend ist, und dass es zur Website passt, dass das vom Erscheinungsbild her passt, dass es von der Sprache passt. Und da ist dann so ein harter Bruch, wenn da so diese klassischen Karrierewebsites sind. Du kommst von Social Media: Du bist begeistert, du findest das toll, wie du siehst, was zukünftige Kollegen machen. Und dann kommst du auf so trockene Buchstaben-Wüsten. Da bist du doch total abgetörnt, und dann musst du vielleicht auch noch Papier hinschicken oder irgendwie umständlich was hochladen… Also ich finde, das geht 2022 besser.

Nina Kirsch: Ja, das geht auf jeden Fall. Und ich glaube, wir beide sind eben auch zwei Leuchttürme, die die Unternehmen dazu einladen: „Hey, fangt an, in diese Richtung zu laufen. Fangt mal an, die eine oder andere Stellschraube zu drehen und seht es als Prozess, Schritt für Schritt besser zu werden, die Sachen aufeinander abzustimmen.“
So wie du sagst: Wenn ich mir das vorstelle – ein super flippiger Account, ich fühle mich davon total angesprochen, und dann komme ich auf so eine Website, wo es vielleicht auch noch nicht mal eine Karriereseite gibt, dann denk ich so: „Oh okay…“. Und dann ist derjenige halt weg. In dieser schnelllebigen Zeit leben wir heute, weil wir mehr Angebote für Jobs haben als umgekehrt. Da darf man sich als Arbeitgeber auch ein bisschen Mühe geben, so wie wir uns ja auch Mühe geben, um Neukunden zu generieren.

Indra Zahner: Genau. Das hat übrigens eine ganz liebe Kundin von mir tatsächlich so gesagt. Die ist Personalleiterin bei einer Spedition, die haben so nicht ganz 400 Mitarbeiter. Sie hat wirklich gesagt: Wir bewerben uns als Unternehmen mittlerweile bei den Menschen, und wir müssen es denen einfach machen und müssen denen die Hürden abbauen, damit sie sich für uns entscheiden. Guck mal, was passiert, wenn du eine emotionale Bindung zum Unternehmen hast: Dann bist du nicht gleich weg, nur weil einer dir 50 Euro im Monat mehr bietet.

Nina Kirsch: Ist richtig, ja.

Indra Zahner: Ja, und was willst du denn haben als Unternehmen? Du möchtest doch auch langfristige Beziehungen zu deinen Mitarbeitern haben.

Nina Kirsch: Die meisten, ja.

Indra Zahner: Also, sagen wir mal die Unternehmen, die unsere Kunden sind.

Nina Kirsch: Genau. Es gibt natürlich – das muss man dazu sagen, finde ich – auch Branchen, da ist es nicht unbedingt das Ziel, dass man langfristig miteinander arbeitet. Aber ja: Für die wir spannend sind, für die ist es auf jeden Fall ein Ziel.

Indra Zahner: Genau.

Nina Kirsch: Okay, nehmen wir mal an, das kirschwerk sagt jetzt zu dir: „Jo, liebe Indra, ich möchte da was mit dir machen.“ Meine erste Frage dazu wäre eigentlich: Wie groß sollte denn mein Team sein? Das kirschwerk ist noch relativ klein. Vielleicht haben Unternehmen auch Teilzeitkräfte, das heißt, die Ressourcen sind vielleicht eher kleiner. Ab wie viel Leuten, so ungefähr, macht es denn Sinn?

Indra Zahner: Also, ich habe Kunden von Solopreneur bis mittelständische Unternehmen. Aber es macht natürlich Sinn, dass du das mit einem kleinen Team, mit zwei, drei Leuten, machst, damit dieses Wissen nicht gleich sofort wieder weg ist. Wenn du nur einen Mitarbeiter ausbildest… Hatte ich auch schon in einem Handwerksbetrieb: Da hat der Chef gesagt: „Nee, nee, mach es nur mit dem“. Dann hatte der einen Bandscheibenvorfall gekriegt, musste aus dem Unternehmen ausscheiden, und dann ging auch gar nichts mehr. Deshalb stelle ich das halt lieber auf zwei, drei Füße als das nur mit einem Menschen zu machen. Aber klar, wenn du Solopreneur bist, dann bleibt dir gar nichts anderes übrig.

Nina Kirsch: Okay, aber auch dafür gibt es natürlich Möglichkeiten, das dann auch in den Arbeitsalltag unterzubringen.

Indra Zahner: Na klar, aber dann suchst du ja auch nicht unbedingt Mitarbeiter.

Nina Kirsch: Das ist richtig. Und wie kann ich mir das dann vorstellen? Also, wie das abläuft, das ist schon ein bisschen skizziert. Und wie viel Zeit brauche ich denn dafür? Weil teilweise immer noch in den Köpfen der Menschen vorherrscht: „Ja, Jesus, Gott, da brauche ich ja einen Tag in der Woche komplett und muss den darein investieren. Die Zeit habe ich nicht.“

Indra Zahner: Genau, also das Thema ist halt ein ganz großes Thema. Und ja, den größten Invest für so ein Unternehmen sehe ich tatsächlich in der Zeit. Weil, wenn ich halt drei Leute da erst mal mit reinnehme in das Projekt, dann ist das Arbeitszeit, korrekt. Es ist aber gut investierte Arbeitszeit. Also, die Mitarbeiter werden weitergebildet. Das sorgt schon mal für Bindung. Die Mitarbeiter dürfen Botschafter sein für das darüber hinausgehende Team, was auch ganz, ganz tolles Feedback bewirkt. Und ich arbeite so, dass wir uns wöchentlich treffen, und dann so Sessions von 90 Minuten haben. Und dazwischen gibt es dann vielleicht auch noch mal so die eine oder andere Aufgabe, was im Unternehmen bewältigt werden muss: mal herauskriegen, wo sind die Logos gespeichert, wie heißen die in unseren Schriften und so was. Klar. Aber ich bemühe mich da schon, das so einzubauen, dass es halt durch Regelmäßigkeit bewältigbar ist und nicht so ein großer Berg, von dem man meint, da kommt man oben nie an. Also wir machen kleine Etappen.

Nina Kirsch: Ah, okay, ja, das klingt gut. Wenn mehrere Leute in diesem – wie nennst du das? – Social-Media-Team sind, dann verteilt sich natürlich die Aufgabenlast oder die Zeit, um dann in die Umsetzung zu gehen, auf mehreren Schultern.

Indra Zahner: Ja, ich habe zum Beispiel ein Altenheim: Die haben halt noch eine Tagespflege und einen ambulanten Dienst und dann halt die Seniorenresidenz. Und die haben sich das so aufgeteilt: Die eine Abteilung macht montags ein Posting, die andere mittwochs und die dritte dann am Freitag. Und dann hat jeder ein Posting pro Woche. Aber die Woche ist gut gefüllt, und wir haben eine ganz, ganz tolle Resonanz darauf.

Nina Kirsch: Ja, super Beispiel.

Indra Zahner: Ich sage mal, man denkt ja dann auch in den anderen fünf Tagen immer schon mit: „Na, was steht denn so als Nächstes an, und was können wir aufgreifen? Was kann man recyceln, was kann man gut vorbereiten?“ Also das ist dann, wenn es mal steht, gar nicht mehr so wild.

Nina Kirsch: Ja, ich glaube, das ist dann einfach etwas, was sich im Unterbewusstsein festsetzt, und man entwickelt so eine Art Gespür dafür, was auch ein spannendes Thema sein könnte.

Indra Zahner: Genau, das ist dann quasi die Routine, die ich gerne erschaffen möchte.

Nina Kirsch: Ja, das klingt super. Jetzt ist es natürlich ein bisschen schwierig, Social Media ist ein visuelles Medium, aber könntest du uns vielleicht irgendwie – per Sprache sozusagen – ein Beispiel nennen, wo du sagst: „Hat zu einem richtig guten positiven Effekt geführt, mit dem Social Proof“?

Indra Zahner: Ja, da wäre ich wieder sehr, sehr gerne bei meiner Lieblings-Spedition. Also die leben halt davon, dass die LKWs einfach auf der Straße sind, fahren und Ertrag bringen. Und die fahren halt nur, wenn da auch ein Fahrer drin sitzt. Und LKW-Fahrer waren nicht zu finden. Also die haben ganz, ganz viel tolle Sachen gemacht: Hier diese Plakatwerbung auf den Rasthöfen und sonst noch was, haben tausende von Euros jeden Monat ausgegeben – mit 0 Resultat. Und wir haben dann halt angefangen, die Facebook-Seite zu füllen. Hatten für jeden Tag ein Thema. Haben also die verschiedenen Unternehmensteile vorgestellt, haben Mitarbeiter vorgestellt, haben aber auch – und das finde ich, ist so ein bisschen das, was dann anders läuft als woanders, glaube ich – wirklich ein Avatar für diesen gesuchten LKW-Fahrer gemacht. Wir haben wirklich eine Zielperson kreiert, haben uns überlegt: Wie alt ist der? Wie heißt er? Es war dann Marcel. Und was hat er für Hobbys? Wofür interessiert sich der noch? Warum ist dieser Arbeitgeber besonders super für jemanden mit solchen Interessen wie Marcel? Das hat dann auch dazu geführt, dass wir diese Postings auch immer in die Richtung, also gedanklich in Richtung von Marcel, adressiert haben. Also wir haben jetzt nicht reingeschrieben: „Hallo Marcel, du passt besonders gut in unser Team, wenn das, das und das…“ Aber es schwang natürlich unbewusst mit. Und als sie dann nach einem halben Jahr das erste Posting mit einer Stellenausschreibung gemacht haben, also wirklich nur ein Beitrag: „Hey, wir haben hier einen super tollen Bock für dich. Ja, guck mal, der wartet auf dich. Hast du nicht Lust, einzusteigen und den zu fahren?“ – Da hat die Personalleiterin innerhalb von 5 Stunden 4 qualifizierte Bewerbungen bekommen.

Nina Kirsch: Ok, krass.

Indra Zahner: Weil einfach die Mitarbeiter vorher schon gewusst haben, indirekt, wer passt denn in unser Team? Warum sind wir denn super? Und natürlich die bestehenden LKW-Fahrer auch andere LKW-Fahrer bei anderen Unternehmen anders anquatschen konnten, weil die ja die Argumente wussten, warum diese Spedition cool ist.

Nina Kirsch: Ja, stimmt. Spannend, denkt man gar nicht, dass die eigenen Mitarbeiter so viel auf Social Media unterwegs sind.

Indra Zahner: Wir haben dann festgestellt, dass über 90 Prozent einen Facebook-Account hatte, und dann haben die sich auch echt getraut, eine Facebook-Gruppe nur für die Mitarbeiter zu gründen. Und gerade weil natürlich die LKW-Fahrer viel unterwegs sind, war das eine super Möglichkeit – oder ist immer noch eine geile Möglichkeit – für sie, in Kontakt zu bleiben. Und da passiert total viel.

Nina Kirsch: Sehr spannend. Und ja, bestimmte Mitarbeitergruppen haben ja vielleicht auch eine ganz eigene Sprache, und da können sie sich dann so richtig austoben

Indra Zahner: Genau, so muss man dann keine Angst haben, dass das vielleicht auf der öffentlichen Seite landet.

Nina Kirsch: Genau. Sehr spannend. Vielen Dank für den Einblick. Ich würde noch ein bisschen tiefer gehen wollen. Und zwar sagen viele Unternehmen: „Ja, Social Media – muss man auch mal was machen.“ Hast du vielleicht so Best Practice Tipps für Unternehmen, was oder wie sie vorgehen könnten?

Indra Zahner: Anfangen. Tun und dranbleiben.

Nina Kirsch: Okay. Und wenn sie dann gestartet sind, dann einfach bei dir mal melden, nehme ich an.

Indra Zahner: Ja, auch gerne, bevor sie starten. Ja, ich denke, gerade diese Konzeptphase nimmt vielen auch die Angst erstmal. Viele verstehen auch erstmal, warum Social Media anders ist, und da geht es ja gar nicht um Schöpfungshöhe, sondern es geht einfach darum, normal zu zeigen: „So sieht unser Alltag aus.“

Nina Kirsch: Ja.

Indra Zahner: Und da gehen schon ganz viele Knoten auf und Lampen an, wenn wir einfach mal anfangen zu gucken. Viele Inhaber haben ja noch nie Instagram benutzt oder sagen: „Nee, Facebook mache ich nicht.“ Ja, lieber Inhaber, brauchst du nicht zu machen, aber du musst einfach wissen, so ein Stück weit, wie’s geht und was deine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen da tun. Und deshalb binde ich in diese Strategiephase auch immer den Inhaber mit ein oder die Unternehmerin, den Unternehmer. Weil mir das ganz wichtig ist. Da passiert ja auch viel, was das Image des Unternehmens prägt. Und da sollten die Chefs, die Chefinnen schon ein wenig Einfluss auch darauf nehmen und vor allen Dingen auch den Mitarbeitern das Vertrauen geben.

Nina Kirsch: Genau, das wäre jetzt noch ein Punkt gewesen, den ich hätte ansprechen wollen. Vielen Dank. Weil es ja tatsächlich so ist, dass die Mitarbeiter sozusagen Unternehmensbotschafter nach außen sind. Und ich denke schon, dass es da Vorbehalte gibt, ob die dann auch das Richtige sagen, ob meine Firma dann auch im richtigen Licht erscheint. Und dadurch, dass sie eben eingebunden werden, nimmst du da letztendlich den Wind aus den Segeln bzw. sorgst dafür, dass der Strom in die richtige Richtung fließt?

Indra Zahner: Genau.

Nina Kirsch: Okay, sehr cool. Also, einen Redaktionsplan kennen ja vielleicht viele. Ich poste irgendwas, irgendwann… Ehrlich gesagt, wir haben auch einen Redaktionsplan, aber…

Indra Zahner: Aber ist auch gut. Also, eine gewisse Planung und eine gewisse Struktur helfen total.

Nina Kirsch: Ja, speziell, wenn man das natürlich dann im Team macht.

Indra Zahner: Ja.

Nina Kirsch: Wie komme ich denn auf die Themen? Oder besser gesagt: Gibt es Themen, die da nicht reinsollten? Oder gibt es Posts, die sollte ich besser sein lassen?

Indra Zahner: Da habe ich jetzt keine ganz generelle Antwort. Ich kann nur von mir sagen: Bei den meisten meiner Kunden ist das so, dass politische Themen nicht stattfinden. Religion oder religiöse Einstellung muss dann schon sehr speziell auch zum Unternehmen passen, aber meistens findet das auch nicht statt. Also ich sag mal: „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“. Das sind so die Themen, die dann eher nicht dort laufen. Und ich finde es ganz wichtig, dass man nochmal zwischen “persönlich” und “privat” unterscheidet. Und das halt auch den Mitarbeitern sagt, die da dann die Unternehmen vertreten. Zu viel Privates macht dann halt einfach keinen Sinn. Persönlich schon, klar, man ist ja doch irgendwie ein Ganzes, aber Intimitäten oder solche Sachen würde ich da nicht austauschen.

Nina Kirsch: Es geht ja auch immer darum: Das Ganze verfolgt ja einen gewissen Sinn und Zweck, und der sollte eigentlich immer irgendwo im Hintergrund stehen. Aber ich erinnere mich auch an das Thema Kekse.

Indra Zahner: Ja. Also, es sind dann manchmal so die kleinen Postings, die zu einer Bewerbung führen oder zu einem Auftrag, wo man so denkt: “Okay, was haben jetzt Crêpes damit zu tun?”

Nina Kirsch: Zuckerfreie Kekse.

Indra Zahner: Zuckerfreie Kekse! Genau, die gab es auch. Danke für das Stichwort. Ähnliche Geschichte, ein bisschen anders: Also der Arbeitgeber hat einfach mal die Azubine auch in dieses Projekt mit eingebunden, hat die posten lassen, und die wollte unbedingt zuckerfrei Rezepte posten, wo dann so von Personalleitungsseite kam: „Also, ob das jetzt so zu uns passt?“ Und ein paar Wochen später saß da eine Bewerberin, und die Personalleiterin fragte: „Und wie sind Sie dazu gekommen, sich bei uns zu bewerben?“ – „Ach ja, sie posten immer so toll, und besonders die zuckerfreien Backrezepte fand ich super.“ Also man weiß halt nie, was wen anzieht, und es gibt halt irgendwie dann kein falsches Posting, es gibt halt nur ein Posting, was einem gerade nicht passt.

Nina Kirsch: Ja, sehe ich genauso. Also in Stellenanzeigen sprechen wir ja auch sehr viel über Mitarbeitervorteile, zum Beispiel einen Bürohund. Da komme ich nur gerade drauf, weil meiner sich hier geschüttelt hat. Und das kann ich natürlich über Social Media auch verbreiten und einfach sichtbar machen.

Indra Zahner: Ja.

Nina Kirsch: Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Leute einfach mal eine Stellenanzeige oder eine Karrierewebsite lesen und dann tatsächlich mal bei Social Media vorbeischauen und gucken: Was geht denn da so ab? Und wenn ich da den Hund auch sehe, dann weiß ich: “Aha, da wird nicht nur geredet, da wird gehandelt”.

Indra Zahner: Genau, ja.

Nina Kirsch: Verschärft!

Indra Zahner: Das ist der Social Proof.

Nina Kirsch: Yes! Sehr, sehr cool. Super spannendes Thema. Und wir neigen uns dem Ende zu. Und zum Ende jedes Interviews frage ich nochmal: Welchen Tipp hast du für meine Hörerinnen und Hörer, die gerade ganz gespannt lauschen, die sich auf dem Weg zum Social Proof machen wollen? Was sollten sie auf jeden Fall so schnell wie möglich angehen? Abgesehen von „Anfangen“, das haben wir schon genannt. Das gilt nicht mehr.

Indra Zahner: Sie sollten gucken, dass sie wirklich dranbleiben und Strukturen schaffen, die es leicht machen. Dass es Spaß macht, zu posten, dass da auch ein Team entsteht. Also in ganz vielen Unternehmen haben sich dann regelmäßige Meetings etabliert, die natürlich auch nochmal intern für viel mehr Transparenz sorgen und für mehr Teamwork. Und ich kann nur dazu einladen. Das ist ein ganz toller Weg, der sich lohnt, der Spaß macht. Und je mehr da mitmachen und Bock haben, desto besser ist es

Nina Kirsch: Auf jeden Fall. Sehe ich auch so. Und letzten Endes ist es ja auch wie in einem Verlag, oder? Da setzt sich das Verlagsteam dann zusammen und bespricht. Und so ist es da ja auch. Ich kreiere ja Content. Mega cool, mega spannend. Liebe Indra, vielen herzlichen Dank! Es war wirklich grandios, und ich hoffe, wir finden noch ein weiteres Thema zusammen.

Indra Zahner: Ja, sehr, sehr gerne. Liebe Nina, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte, dass ich ein bisschen berichten durfte, wie Social Media mit Leichtigkeit für Teams und Arbeitgeber funktioniert. Und ich freue mich total über unsere coole Ergänzung, und dass wir zusammen noch mal einen Riesenunterschied machen können in dieser Welt.

Nina Kirsch: Absolut, ich freue mich auch mega darüber und eben auch natürlich, dass du Gast in unserem Podcast bist. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal hoffentlich!

Indra Zahner: Ja, tschüss.

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200+ Ideen für Mitarbeitergeschenke – Wertschätzung der Mitarbeiter

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Ist ein Geschenk für Mitarbeiter steuerfrei? – Rechtliche Rahmenbedingungen

Ideen finden, welche Geschenke sich für Mitarbeiter eignen, kann eine Herausforderung sein. Persönliche Geschmäcker und Interessen sind allerdings nicht das Einzige, was beachtet werden muss. Auch die Gesetze zum Sachbezug sollten berücksichtigt werden. 

Aktuell sind z.B. 50 € pro Mitarbeiter pro Monat steuerfrei als Sachbezug erlaubt. Bei Events, wie beispielsweise Geburtstag oder Weihnachten, sind es 60 €. Mehr Details zu den aktuellen Grenzen für steuerfreie Sachbezüge oder welche Gutscheine steuerfrei sind und welche nicht, findest du im Beitrag „Sachbezug, Gutschein und mehr, was Sie als Arbeitgeber und Mitarbeiter wissen sollten in Bezug auf Nettolohnoptimierung„. 

Mitarbeitergeschenke nach Anlass

Es gibt verschiedenste Anlässe, zu denen es vonseiten des Unternehmens die Möglichkeit gäbe, etwas zu verschenken. Welche Anlässe das sind, und welche Geschenke sich besonders eignen können, sind in diesem Abschnitt zu finden. Besondere Anlässe sind oft persönlich und erfordern daher auch Geschenke, die den beschenkten Mitarbeitern wirklich gefallen. In den unteren Kapiteln sind viele weitere Geschenkideen aufgelistet, die sich ebenfalls hervorragend für die verschiedenen Anlässe eignen. Wir helfen dir, deinen Mitarbeitern eine Freude zu machen!

Noch ein kleiner Hinweis auf unseren Premiumpartner Mitarbeitergeschenk*

Es gibt enorm viele Anlässe, um Mitarbeitern ein Geschenk oder eine Freude zu machen. Dabei muss nicht immer nur zu den typischen Grußkarten gegriffen werden. Wie wäre es denn mit einem Dankeschön-Secco zu einem Mitarbeiterjubiläum oder einem schicken Gourmetkorb zur Verabschiedung eines langjährigen Mitarbeiters? Mitarbeitergeschenk liefert dir Inspiration für jegliche Präsente und findet gemeinsam mit dir das passende Geschenk zu jedem Anlass.

Mitarbeitergeschenk bietet dir:

  • Individuelle Konzepte für kleine & große Unternehmen
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Kurz: Deutschlands einzigartiger Full-Service-Dienstleister für Mitarbeitergeschenke!*

Geburtstag

Der eigene Geburtstag ist für viele Menschen ein besonderer Tag. Wenn der Arbeitgeber und die Kollegen daran denken, kann das Gefühl der Wertschätzung besonders gesteigert werden. Insbesondere an Geburtstagen sind personalisierte Mitarbeitergeschenke, also Geschenke, die genau auf die Interessen der beschenkten Person zutreffen, ein Muss.

Viele weitere Tipps findest du im Verlauf des Beitrags.

Weihnachten und Nikolaus

Weihnachten, die Zeit der Nächstenliebe. Vor allem die Weihnachtszeit eignet sich gut für zusätzliche kleine Aufmerksamkeiten für die Mitarbeiter. Ein Adventskalender für die Vorweihnachtszeit oder ein gefüllter Strumpf zum Nikolaus sind eine wunderbare Ergänzung zu einem besinnlichen Weihnachts-Firmenfest. Da darf es gerne auch ein kleines Geschenk sein. Nur verzichte bitte auf Christstollen und Räucherstäbchen, das mag nicht jeder.

  • Schokolade als Klassiker. Aber es sollte hochwertige Schokolade sein –  Schokolade von Zotter, Pralinen von Leonidas*, Konfektschachteln von Bernsteinzimmer
  • Ein gemischter Korb mit Schokolade, Nüssen, Lebkuchen usw.
  • Hochwertiger Adventskalender – mit Tee, Gewürzen, Drogerieartikeln – oder ein selbstgemachter Kalender, welcher für jeden Mitarbeiter individuell bestückt werden kann. (Getränke und Snacks aus verschiedenen Ländern, kleine Gadgets etc. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.)  

Ostern

Genau wie Weihnachten eignet sich auch Ostern für kleine Aufmerksamkeiten. Vor allem für all das, was besonders farbenfroh ist und gute Laune zaubert. Es kann – aber muss nicht immer – Schokolade sein!

Rente/Abschied

Teil eines Unternehmensalltags ist es, dass Mitarbeiter kommen und gehen. Ein fertiges Praktikum, eine absolvierte Ausbildung, ein Berufswechsel oder auch der Renteneintritt sind beispielsweise Gründe, warum Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. 

Hier eignen sich Geschenke als Aufmerksamkeit zum Abschied, die individuell für die jeweilige Person ausgesucht wurden. So kann dem Mitarbeiter Wertschätzung und Dankbarkeit entgegengebracht werden.

  • Kollegen-Buch mit persönlichen Widmungen (wie ein Freundschaftsbuch)
  • Gebundenes Buch mit besonderen Meilensteinen und Erfolgen des Mitarbeiters im Unternehmen
  • Reisegutscheine / Konzertgutschein
  • Restaurantgutschein
  • Erlebnisgutscheine

Mutterschutz

Eine Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich. So ist auch der Mutterschutz ein Anlass zum Schenken. Neben der obligatorischen Windeltorte mit Windeln, Schnullern, Tüchern und Stofftieren, sollte vor allem die werdende Mutter im Fokus stehen. Passende Geschenke, die sich speziell zu diesem Anlass eignen, sind z.B.:

  • Gutschein für Babyausstatter
  • Wellness-Korb* (Badezusätze, Körper- und Gesichtspflegeprodukte usw.)
  • Drogeriegutschein
  • Massagegutschein*
  • Thermengutschein
  • Gutschein für eine Buchhandlung vor Ort oder z.B. bei Buch7.de

Ein Gutschein für Babyausstatter eignet sich besser, als auf eigene Faust Ausstattung für das Baby auszusuchen und zu verschenken. Die werdenden Eltern können nach eigenem Geschmack und Bedarf Babyausstattung aussuchen. Aber die werdende Mutter freut sich sicherlich auch über Geschenke, die für Entspannung und Wohlbefinden sorgen

(Firmen-)Jubiläum

Feiert die Firma einen Meilenstein? Oder sind es sogar die Mitarbeiter, die 10, 20 oder 30 Jahre bereits im Unternehmen arbeiten? Dann ist das ein Grund zum Feiern! Manche Unternehmen schenken ihren Mitarbeitern zum persönlichen Jubiläum z.B. Goldmünzen als Wertanlage. Allgemein ist ein hochwertiges und personalisiertes Geschenk hier angebracht. Handelt es sich um ein Firmenjubiläum, sind Geschenke für die gesamte Belegschaft als Zeichen des Zusammenhaltes eine gute Investition. 

 Erfolgreiches Projekt

Kollegen stoßen an, Erfolgreiches Projekt als Anlass für Mitarbeitergeschenke

Wurden größere und wichtige Projekte erfolgreich abgeschlossen, lohnt es sich, den beteiligten Mitarbeitern zusätzliche Anerkennung zu schenken. Besonders eignen sich Dinge, die zur Entspannung beitragen:

Mehr wertvolle Informationen rund um Mitarbeiterführung erhältst du in unserer Podcastfolge #027 Mitarbeitergespräche führen im ersten Interview mit Andreas Zaiß.

Ende der Probezeit

Die Probezeit ist erfolgreich beendet? Dann heißt es, den Mitarbeiter nochmal richtig willkommen zu heißen auf dem gemeinsamen Arbeitsweg. Hier sind auch firmenbezogene Geschenke angebracht:

  • Personalisiertes Arbeitsequipment (Werkzeug, Computermaus usw.), welches dem Mitarbeiter dann persönlich gehört.
  • Hochwertiger personalisierter Kugelschreiber
  • Feinkost Snackboxen wie z.B. von Snackbaron

Dinge, die jeder braucht

Eine Garantie dafür, dass jeder Mitarbeiter sich über das gleiche Mitarbeitergeschenk freut, gibt es natürlich nie. Daher ist es umso wichtiger, dass es sich um originelle und hochwertige Mitarbeitergeschenke handelt. 

Gutscheine als Mitarbeitergeschenk

Gutscheine, wer kennt sie nicht? Insbesondere, wenn es Personen sind, die doch schwierig zu beschenken sind, etwa weil man ihren Geschmack und ihre Vorlieben nicht genau kennt, weil es sich um neue Mitarbeiter handelt oder weil man schlichtweg keine passende Idee hat, sind Gutscheine eine gute Alternative

Allerdings kann nicht jede Person jeden Gutschein gebrauchen. Ein Tankgutschein hört sich zum Beispiel erstmal gut an, wird aber für Besitzer von Elektrofahrzeugen nutzlos. Daher lohnt es sich, mehrere Alternativen anzubieten und den Mitarbeitern selbst die Wahl zu lassen

  • Tankgutschein
  • Gutschein für Lebensmittelläden
  • Gutschein für Möbelhäuser
  • Gutschein für Kaufhäuser
  • Gutschein für Restaurants
  • Gutschein für Drogerien
  • Gutschein für Parfümerien
  • Gutschein für Erlebnisse*
  • Wellnessgutschein

Wichtig ist es zu beachten, dass ein Standard Amazon-Gutschein ab 2022 nicht mehr steuerfrei ist, da dieser auch bei anderen Händlern als Zahlungsmittel verwendet werden kann. Der Gutschein muss sachbezogen sein und darf eine Summe von 50 € nicht überschreiten. Weitere Informationen findest du im Beitrag „Sachbezug, Gutschein und mehr, was Sie als Arbeitgeber und Mitarbeiter wissen sollten in Bezug auf Nettolohnoptimierung„.

Lebensmittel

Snackbox mit gesunden Snacks, Mitarbeitergeschenkidee

Es gibt einige Anbieter, die bereits fertige Snackboxen mit großer Auswahl anbieten. Das Gute an den Snackboxen ist, dass viele verschiedene Dinge darin enthalten sind, und für jeden Geschmack etwas dabei ist. Achte dabei darauf, dass es originelle Inhalte sind, die nicht alltäglich im Einkaufswagen landen würden. 

Hier gilt es, eventuell vorhandene Ernährungseinschränkungen zu beachten, wie etwa Gluten- oder Laktoseintoleranz, oder auch eine vegane Ernährung.

Snacks & Getränke

Gesundes

Bio & Fair

Mitarbeitergeschenke nach Interessen

Personalisierte Mitarbeitergeschenke offenbaren wie kaum etwas anderes, ob und wie gut Unternehmen ihre Mitarbeiter kennen. Dabei geht es nicht etwa um einen mit dem Namen beschrifteten Kugelschreiber oder eine Kaffeetasse mit dem Bild des Mitarbeiters. Vielmehr geht es um Mitarbeitergeschenke, die sich an die persönlichen Interessen der Person anpassen. Ob witzig, cool oder extra originell: Hauptsache, es passt zur beschenkten Person.

 Für Sportler

Frau beim Yoga, Mitarbeitergeschenke für Sportler

Für Tierliebhaber

Katze mit Geschenk
  • Gutschein für Tierbedarfsladen
  • Haustierkamera*
  • Tierpatenschaft
  • Tier Fotoshooting

Für Kultur-Begeisterte

  • Musicalkarten
  • Theaterkarten
  • Eintrittskarten für Museen
  • Karten für Opernbesuche
  • Konzertkarten
  • Gutschein für Buchhandlungen

Für ein bisschen Wellness

Mitarbeitergeschenke – Erlebnisse schenken

Freude schenken: Das ist wohl das Beste, was man tun kann. Daher eignet sich auch ein Erlebnisgeschenk als Mitarbeitergeschenk

Sportliche Aktivitäten

Mann beim Bouldern, Teamevent verschenken

st ein Mitarbeiter besonders sportlich oder verbringt gerne viel Zeit draußen in der Natur, sind sportliche Aktivitäten genau das Richtige. 

Motorisiert bis PS-geladen

Erlebnisgeschenke als Mitarbeitergeschenk, Quad fahren im Sand

Mitarbeitergeschenke sind genau die richtige Gelegenheit, um Motor-Träume wahr werden zu lassen:

Teambuilding

Auch Teambuilding kann zu einem Mitarbeitergeschenk werden. Denn gemeinsam verbrachte Zeit kann eine exzellente Maßnahme sein, um die Arbeitsmoral und den Teamgeist zu stärken:

Hobbys

Mann der töpfert, Töpferkurs als Mitarbeitergeschenk

“Das wollte ich schon immer mal machen!” – Die wohl beste Reaktion auf ein Mitarbeitergeschenk! Wünsche erfüllen kann leicht sein: Mit einem Mitarbeitergeschenk, das sich an ein Hobby des Mitarbeiters anpasst, ist Freude garantiert.

Wellness und Entspannung

Wellnesspaket, Massageöl, Handtücher, Kerzen

Nach getaner Arbeit tut Entspannung und Stressabbau besonders gut. Warum also nicht gleich Relax-Momente schenken? 

  • MBSR-Kurs (Achtsamkeitsbasierende Stressreduktion)
  • Meditationskurs
  • Massagen* (Hot Stone, After Work Relaxing, Aromaöl, Ayurveda, Tao usw.) 
  • Thermenbesuch
  • Day Spa
  • Floating
  • Gesichtsbehandlung
  • Make-up Beratung
  • Maniküre
  • Pediküre

Diese Mitarbeitergeschenke sind ein Flop – Was zu vermeiden ist

Mitarbeiterin mit Geschenk, Freude über Mitarbeitergeschenk

Neben vielen einfallsreichen und persönlichen Geschenkideen für Mitarbeiter, gibt es natürlich auch Geschenke, die sich eher weniger eignen

Firmenwerbegeschenke:
Das sind z.B. Kugelschreiber, Pins, Schlüsselanhänger, Schreibblöcke oder auch die allseits beliebten Flaschenöffner. Mitarbeitergeschenke sollten als ehrliche Anerkennung und Wertschätzung der Mitarbeiter dienen. Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen arbeiten, müssen zudem nicht mehr beworben werden. Das Verschenken von unternehmenseigenen Werbegeschenken kann leicht den Eindruck erwecken, dass das Unternehmen Geld sparen möchte, anstatt sich ernsthaft mit den persönlichen Interessen der Mitarbeiter zu befassen. 

Wein:
Eine Flasche Wein ist schnell verschenkt. Aber ist das sinnvoll? Wir sagen nein. Mit Wein oder anderen alkoholischen Getränken kann sich schnell ein Fettnäpfchen auftun. Eventuell trinkt nicht jeder Mitarbeiter Alkohol, und das kann zum Teil ernste Gründe haben. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn man genau weiß, dass der Mitarbeiter z.B. ein Weinliebhaber ist. Hier gilt also: Es muss im Einzelfall entschieden werden und eignet sich nicht für jeden.

Spenden: 
Spenden sind in der Regel eine gute Sache, sie eignen sich aber nur bedingt als Mitarbeitergeschenk. Auch hier ist es ganz von der Person abhängig, ob sie sich darüber freuen würde. Allgemein gilt: Spenden sollten gemeinsam mit dem Team entschieden werden. Entscheidet sich das Team dazu, im Namen der Firma an eine gemeinnützige Organisation zu spenden, sollte ebenfalls gemeinsam entschieden werden, an welche konkrete Organisation die Spende geht. Spenden eignen sich am ehesten als Bonus zum Weihnachtsgeld oder zu den eigentlichen Weihnachtsgeschenken.

Bargeld:
Natürlich ist es Unternehmen möglich, auch ein Bargeld Geschenk an Mitarbeiter zu verschenken. Dies ist allerdings nicht steuerfrei. Daher empfehlen wir eher Gutscheine.

Mitarbeitergeschenke mit lustigen Sprüchen:
Super ausgefallene Geschenke können schnell schiefgehen. “Nervenstärker”, “Teamgeist-Pillen” oder “Antistress-Pillen” in Form von Kaugummis und Bonbons sind auf den ersten Blick vielleicht lustig, aber ein wirkliches Geschenk sind sie nicht. Mitarbeitergeschenke sollten etwas sein, worüber der Mitarbeiter sich tatsächlich freut. Bei Kugelschreibern, Dosen, Flaschen oder anderen mit Sprüchen bedruckten Gegenständen und Snacks besteht die Gefahr, dass sie zum ungeliebten Staubfänger werden. Wir raten daher eher davon ab. 

Mitarbeitergeschenke für Männer – Mitarbeitergeschenke für Frauen

Geschlechterspezifische Auflistungen sollten unserer Meinung nach vermieden werden. In der heutigen Zeit, wo es z.B. längst zum Standard gehört, “(m/w/d)” in Stellenanzeigen einzubinden, sind solche Listen längst überholt und würden lediglich Stereotype bedienen. Daher gilt für unsere Checklisten kein Geschlecht, sondern nur die persönlichen Interessen der Mitarbeiter, die beschenkt werden. 

Warum Fairness das beste Mitarbeitergeschenk ist

Mitarbeitergeschenke, Mitarbeitergeschenkideen

Besonders in großen Unternehmen mit entsprechend vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten kann es durchaus schwierig sein, mit nicht-individuellen Geschenken den Geschmack jedes einzelnen Mitarbeiters zu treffen.

Man stelle sich vor, alle Mitarbeiter der Abteilung A eines Unternehmens erhalten zu Weihnachten Geschenke im Wert von 100 € pro Kopf, während Abteilung B eine Flasche Wein und eine Packung Kekse erhält. Die grauen Wolken über den Köpfen der Mitarbeiter lassen sich wohl erahnen. Arbeitsmoral und Teamgeist können darunter stark leiden. Die Gleichbehandlung und Fairness bei der Geschenkwahl ist daher besonders wichtig. 

Mitarbeitergeschenke lassen sich außerdem gut als Personalmarketing Maßnahme nutzen. Auch Praktikanten freuen sich in der Regel über die Wertschätzung eines Geschenkes zum Geburtstag, zu Weihnachten oder auch zum Abschied. Sie sind schließlich auch für kurze Zeit ein Teil des Teams. 

Auflistung aller Geschenkideen

Eine Lösung für die Frage ”Was schenke ich bloß meinen Mitarbeitern?” ist es, sie einfach selbst entscheiden zu lassen. Dafür erhältst du die vollständige Liste unserer Mitarbeitergeschenke: Diese kann in wenigen Schritten ausgedruckt oder digital versandt und deinen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeiter haben dann nichts weiter zu tun, als anzukreuzen, welche Geschenke für sie infrage kommen würden. Oder du lässt dich schlichtweg von der Liste inspirieren.

In der kirschwerk Personalmarketing Bibliothek ist neben der Liste mit 200 Mitarbeitergeschenken ebenfalls eine ganze Menge weiteres Know-how enthalten. Du findest dort z.B. über 20 Musterstellenanzeigen, Checklisten und E-Books zum Personalmarketing. 

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Fachkräftemangel? Ist er selbst gemacht?! – Interview mit Humanunternehmer Gunnar Barghorn

Fachkräftemangel? Ist er selbst gemacht?! - Interview mit Humanunternehmer Gunnar Barghorn

Wenn alle Unternehmen so agieren würden, wie die Barghorn GmbH es tut, dann wären wir, das kirschwerk, im Bereich Personalmarketing arbeitslos und würden uns einer anderen Vision zuwenden. Geschäftsführer Gunnar Barghorn ist ausschließlich für das Unternehmen und für die Mitarbeiter da. Er hat mit dem operativen Geschäft überhaupt nichts mehr zu tun. Wie funktioniert das? Das erfährst du in diesem Interview!

Ich spreche mit Humanunternehmer Gunnar Barghorn über das wichtige Thema Fachkräftemangel: Wie kann Fachkräftemangel und Mitarbeiterfindung umgekrempelt werden? Warum braucht es in einem Humanunternehmen keinen Chef mehr im klassischen Sinne? Und wieso lohnt es sich, Fehler richtig liebzugewinnen? All das erfährst du in dieser Podcastfolge.

Inhalte dieser Folge:

  • Wie eine ganze Unternehmensstruktur umgekrempelt wurde
  • Welche Alternative es zur klassischen Arbeitnehmerbewerbung gibt
  • Wie Mitarbeiter selbstverantwortlich Entscheidungen treffen
  • Warum und wie Fachkräftemangel verhindert werden kann

Du möchtest mehr von Gunnar Barghorn lesen? Sein Buch “Der Humanunternehmer: Neue Leichtigkeit für Unternehmen” findest du auch auf amazon.*

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Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

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Nina Kirsch: Hallo, Gunnar!

Gunnar BarghornHallo, Nina!

Nina Kirsch: Herzlich willkommen im Podcast. Ja, wir sind uns ja vor einigen Monaten digital über den Weg gelaufen, und wir haben uns ausgetauscht, und es hat sofort gefunkt, könnte man sagen.

Gunnar Barghorn: Joa.

Nina Kirsch: Du bist ja vieles. Du bist Geschäftsführer der Barghorn GmbH Co. KG, aber du bist auch Autor und Speaker. Und das sind nur ein paar deiner Facetten.

Gunnar Barghorn: Jap.

Nina KirschUnd was mich so begeistert hat in unserem ersten Gespräch, ist, dass wir eine Vision teilen. Denn wenn alle Unternehmen so agieren würden, wie dein Unternehmen es tut, dann wären wir, das kirschwerk, im Bereich Personalmarketing arbeitslos und würden uns einer anderen Vision zuwenden.
Ja, normalerweise wäre jetzt der Teil dran, wo ich kurz skizziere, wie so dein Unternehmerweg bisher ausgesehen hat. Und jetzt machen wir da die Tür nicht ganz auf: Berichte doch mal bitte, wie würdest du deinen Weg beschreiben? Von: „Das macht man nicht, das geht doch nicht“ bis zu den Kehrtwenden, die du eingeschlagen hast. Speziell auch im Hinblick, wie dein Papa vielleicht das Unternehmen vorher geleitet hat.

Gunnar Barghorn: Ja, gerne, ich versuche das mal. Also ich bin 98 in das elterliche Unternehmen eingestiegen als gleichberechtigter Geschäftsführer zu meinem Vater. Das ist eine wichtige Ergänzung, denn viele Junioren steigen so ein bisschen als Underdog ein, und haben damit schon von vornherein die Chance vergeben, Position zu beziehen. Also das haben wir schon mal an der Stelle richtig gemacht. Ähm, was habe ich da 98 vorgefunden? Ein Unternehmen, was zu dem Zeitpunkt – oh, jetzt muss ich angestrengt rechnen – 58 Jahre alt war. Also wir sind 1941 gegründet worden von meinem Opa. Und mein Vater hatte also zwischen seinem Schwiegervater und ihm schon mal die Erfahrung eines Generationswechsels gemacht.

Nina Kirsch: Prinzipiell ja gut.

Gunnar Barghorn: Ja, das war ein Riesenvorteil, weil er sich gleich richtig positioniert hat, und mir ganz viel Raum gelassen hat, und Mitarbeitern gegenüber von der ersten Minute an klargemacht hat: „Das da, da ist der Chef!“ Also, wenn du etwas wissen willst, dann geh zum Chef. Und damit meinte er mich.

Nina Kirsch: Optimal.

Gunnar Barghorn: Das, glaube ich, kriegen verdammt wenige Senioren so hin. Dafür Chapeau! Große Hochachtung.

Nina Kirsch: Absolut.

Gunnar Barghorn: Als Unternehmen habe ich vorgefunden: Elf Handwerksgewerke unter einem Dach. Das heißt: der Stahlbau, der Maschinenbau, der Metallbau. Die drei sind heute noch da. Da hat sich offensichtlich massiv etwas verändert. Wo sind denn die anderen acht Kollegen? Also, ich geh mal rückwärts in der Reihenfolge, wie wir sie abgebaut haben: 2017 haben wir uns vom Leichtmetallbau (also Fenster, Türen, Fassaden aus Aluminium) getrennt. 2014 haben wir uns von Elektro- und Kältetechnik getrennt. 2007 haben wir uns von Heizung und Sanitär getrennt. Also immer schön im Paarlauf, damit die nicht so alleine in die Welt gehen. Das war 2007. Dann, ich glaube 2005, haben wir den Handel mit technischen Gasen aufgegeben. 2001 haben wir unseren Elektroladen mit Küchen- und Bad-Studio geschlossen. Und 98 – gleich meine erste Amtshandlung, damit konnte ich mich gar nicht genug beeilen – war das Schließen der Radio-Fernseher-Abteilung. Warum?

Nina Kirsch: Was?

Gunnar Barghorn: Ja, denn wenn man so ein bisschen Betriebswirtschaft kann und feststellt, der Umsatz dieser Abteilung ist gleich dem Ergebnis, nur leider mit Minus davor, dann weiß man: Weg mit dem Scheiß, aber ganz schnell! Das habe ich gemacht. Wie kam das eigentlich zu diesem Sammelsurium an Abteilungen? Das hatte mein Papa zu einem Großteil von seinem Schwiegervater, also meinem Opa, geerbt und hat dann noch den Stahlbau dazu getan. Also er hat es noch erweitert, und seine Vorstellung war immer, wir machen alles für alle. Das ist so die krasseste Nicht-Positionierung, die man sich vorstellen kann. Und wer sich ein bisschen mit Mewes und EKS auseinandergesetzt hat, der muss massiv Bauchweh kriegen. Also ich hatte zumindest richtig Bauchweh und hab dann gesagt: Das kann so nicht angehen. Habe also dann von der ersten Minute an gedacht: „Oh, oh, oh, hier hast du große Aufgaben, hier geht richtig was ab.“
Als Kind aus der Ferne, auch als Heranwachsender, auch als Student oder als ich in Bayern noch gearbeitet habe bei anderen Anlagebauern, da habe ich immer nach Brake ins elterliche Unternehmen geguckt und gedacht: „Boah, große, starke Firma. Wie geil das alles läuft.“ Und kaum komme ich in das elterliche Unternehmen, stelle ich fest: Egal welchen Deckel du aufmachst, das hat alles irgendwie so einen Fäkalgeruch… Schnell wieder zu machen! Also ganz furchtbar. Das war einfach über die Zeit gekommen, was relativ normal ist, wenn so eine Geschäftsführergeneration 30 Jahre dauert. Also Opa hat 30 Jahre gemacht, Papa hat 30 Jahre gemacht. Jetzt weißt du, wenn du rechnen kannst: Die Amtsübergabe war am 1. Oktober 2001, also ist für mich am 1. Oktober 2031 Feierabend.

Nina Kirsch: Tipptopp, wunderbar. Aber da sind wir ja zum Glück noch nicht.

Gunnar Barghorn: Da sind wir noch nicht, nein, nein. Aber das ist schon klar geplant. Also was habe ich 98 vorgefunden? So ein Sammelsurium von Abteilungen. Aber nicht nur das, auch eine erzkonservative Führungs-Philosophie. Alle Fäden liefen angeblich bei meinem Vater zusammen. Warum angeblich? Weil ich der festen Überzeugung bin, dass – deine, meine, unsere, alle, die bei den Zuhörern – Mitarbeitenden ganz selbstständig und intuitiv entscheiden, wie viel sie dem Chef davon zeigen, was die Firma jeden Tag erfolgreich macht.

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Also, wenn ein Geschäftsführer glaubt, er hat alle Fäden in der Hand, dann ist das vermutlich der größtmögliche Irrtum. Es sei denn, er hat keine Mitarbeiter. Dann könnte es hinkommen. Ist ja auch Quatsch. Aber mein Papa hat sich so wahnsinnig viel Zeit genommen, sporadisch Rechnungen aus dem Rechnungsordner zu kontrollieren, Eingangs- wie Ausgangsrechnungen. Ist dann wie so eine Furie durch die Firma und hat alle irregemacht, weil seiner Meinung nach irgendwas nicht richtig war oder nicht stimmte. Er hatte so ein Display bei sich am Arbeitsplatz, wo die Leute… also, wenn die kamen und gingen, dann hatten die so Stechkarten, und dann leuchtete bei ihm so ein Pendel mit roten Lämpchen auf, damit er sehen konnte, wer da war und wer nicht da war.

Nina Kirsch: Wow, also Kontrolle pur.

Gunnar Barghorn: Ja, wer zu früh Feierabend machte, der konnte sich auf einen Dialog gefasst machen. Ja, also schon sehr…diktatorisch will ich nicht sagen, aber mein Vater selber hat immer formuliert: Wir leben in einer Demokratur, und meine Stimme hat 51 Prozent.

Nina Kirsch: Okay, passt ja perfekt zum Thema “New Work”.

Gunnar Barghorn: Absolut. Also bei Papa, da durfte jeder seine Meinung haben. Gar kein Problem.

Nina Kirsch: Ja, aber…?

Gunnar Barghorn: Nee, seine Meinung haben. Nicht die eigene.

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Ich erinnere noch so eine Situation, da war ich relativ frisch hier. Da bin ich die Treppe runter, weil es war ein sonniger Nachmittag. Es war, glaube ich, 13 oder 14 Uhr. Ich hatte keinen Bock mehr zu arbeiten und bin dann so an der Zentrale vorbei und hab so ganz nonchalant gesagt: „So, Kinners, ich gehe jetzt ein Eis essen. Tschüss, bis morgen.“ Ich saß noch gar nicht im Auto, da ging mein Telefon. Hatte ich den Alten dran: „Bist du wahnsinnig? Das kannst du den Leuten doch nicht sagen! Erzähl denen doch was, dass du auf die Baustelle fährst oder sonst was.“ Ich sag: „Nee, Papa, mach ich garantiert nicht.“ Garantiert nicht, weil wenn ich anfange meine Mannschaft zu belügen, dann muss ich mich nicht wundern, wenn die mich auch belügen.

Nina Kirsch: Korrekt!

Gunnar Barghorn: Die haben Aufrichtigkeit verdient, und wenn ich Bock habe, ein Eis essen zu gehen, gehe ich ein Eis essen, und dann will ich das wissen. Ich sag, ich möchte auch von unseren Monteuren wissen, wenn die eine Baustelle früher beenden und kein Bock haben und Eis essen gehen. Das sollen die mir freiwillig sagen. So eine Stimmung will ich in der Bude. Ich will das nicht kontrollieren müssen.

Nina Kirsch: Aber da sind ja dann zwei Welten aufeinandergeprallt, oder?

Gunnar Barghorn: Ja, das war für Papa nicht zu verdauen. Das war schwierig.

Nina Kirsch: Das kann ich verstehen, ehrlich gesagt.

Gunnar Barghorn: Ja, also viele, viele Jahre später… Er lebt Gott sei Dank noch, und wir haben viele Höhen und Tiefen durch. Mittlerweile haben wir aber wieder ein gutes Verhältnis miteinander, nachdem wir echte Schwierigkeiten hatten. Und er kann jetzt, wo er merkt, welche Früchte dieser andere Führungsstil trägt, sehr gut honorieren, dass das auch ein Weg ist. Nicht seiner, aber auch ein Weg.

Nina Kirsch: Ja, absolut.

Gunnar Barghorn: Und ja, ein kleines Beispiel noch, nur damit man weiß, wie ich ticke: Papa hat immer vor dem Urlaub allen Führungskräften so ein DIN-A4 Zettel gegeben. Da stand die Urlaubsadresse drauf, Hotel, Telefon, Fax, was nicht alles. Da fehlte eigentlich nur so eine große Überschrift „Ruf mich an!“ Ich kann mich als Kind auch nicht erinnern, dass mein Papa nicht irgendeinen Urlaub nicht vorzeitig abgebrochen hätte. Also selbst die Hochzeitsreise hat er vorher abgebrochen.

Nina Kirsch: Oha! Okay…

Gunnar Barghorn: Ja, genau, weil er ja so wichtig ist und unbedingt wieder in die Firma muss. So, und dann stand da als frisch gebackener Junior mein erster Urlaub an. Und ich hatte es gar nicht für nötig gehalten, irgendwem davon zu erzählen. Und einen Tag vorher habe ich gedacht: „Ach, Gott. Du kannst denen das ja mal sagen. Nicht, dass sie sich wundern, wenn du morgen oder Montag nicht da bist, damit sie wissen, dass nix passiert.“ Da sitze ich so freitagmorgens in der Frühstücksrunde: „Ach übrigens, ab Montag bin ich zwei Wochen im Urlaub.“ Totenstille. Gucken die mich an, so richtig Schockschwerenot. Und dann: „Ja, aber wie? Wie erreichen wir dich denn?“. Ich sag: „Nee, nicht ernsthaft, oder?“. Und jetzt kommt der entscheidende Satz: „Ihr wollt mir doch nicht durch einen Anruf das Ausmaß eurer Inkompetenz unter Beweis stellen?“ – „Nö, nö, nö, alles gut.“ Ich sage: „Damit ihr das wisst. Es gibt nur einen einzigen Grund, mich im Urlaub anzurufen. Und das ist: Wir suchen das und das. Das muss in deinem Büro sein, wir finden es nicht. Wo liegt es?“. Ja und wenn die Firma brennt? Ich sag: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich, weil die Firma brennt, auf Gran Canaria mir einen vorzeitigen Flieger suche, da reinsteige, hierherfliege und anschließend noch in die Asche puste?!“ Weil dann ist der Vogel abgebrannt. Was soll ich hier? Ihr könnt alle Probleme ohne mich lösen. Ihr braucht mich nicht.

Nina Kirsch: Eben, das ist ja der springende Punkt, oder? Und dazu ermutigst du deine Mitarbeitenden.

Gunnar Barghorn: Genau, dafür muss man aber auch den Raum lassen. Und zwar nicht… Wie soll ich das sagen? So gutwillig. „Ich lass dir den Raum und ich gucke dann gönnerhaft darauf.“ Sondern ernsthaft den Raum lassen und ernsthaft den Raum lassen heißt, auch fast den Raum zu verlassen. Und das ist etwas, was viele nicht können und diesen Unterschied zwischen Loslassen und Alleinlassen kriegen auch viele nicht hin. Ich kenne Geschäftsführer-Kollegen, die haben ihren Laden ganz gut autark organisiert und brüsten sich damit, dass sie die meiste Zeit am Tag auf dem Golfplatz stehen. Das ist aber Alleinlassen. Seit ich losgelassen habe, habe ich noch nie so viel Präsenz in der Firma gehabt wie jetzt.

Nina Kirsch: Ja, du kümmerst dich um das Unternehmen, oder?

Gunnar Barghorn: Ausschließlich, genau. Ich bin ausschließlich für das Unternehmen und für die Mitarbeiter da. Aber ich habe mit dem operativen Geschäft überhaupt nichts zu tun. Bedeutet: Ich sehe nicht ein einziges Angebot. Ich unterschreibe auch kein einziges. Egal, was da für eine Angebotssumme steht, auch wenn da zweieinhalb Millionen drunter steht. Mein Wilhelm ist da nicht drunter. Es sei denn, der Abteilungsleiter hat das Gefühl, der Kunde erwartet das. Dann machen wir das. Ich fahre nicht zu einer einzigen Auftragsverhandlung. Es sei denn, der Abteilungsleiter meint, der Kunde erwartet das. Dann sitze ich artig mit im Auto zum Kunden. Das ist aber sehr, sehr selten und auf dem Weg zum Kunden kriege ich ordentlich einen eingeschenkt, worüber ich alles die Klappe zu halten habe, was ich nicht sagen darf, und dass ich bitteschön nur der Frühstücksdirektor bin. Die Rolle kann ich.

Nina Kirsch: Das heißt…

Gunnar Barghorn: Ich unterschreibe hier nicht mal… Ich unterschreibe hier hin und wieder mal eine Überweisung, aber lange nicht alle. Also dafür braucht es mich alles nicht. Ich kann morgen für 6 Monate mit dem Rad um Australien fahren, wenn ich es denn wollte, wenn ich es attraktiv fände. Ist mir aber zu anstrengend mit dem Rad.

Nina Kirsch: Ja, okay.

Gunnar Barghorn: Faul bin ich nämlich auch noch. Und hier würde sich nichts ändern. Der Laden würde genauso weiterlaufen. Wenn ich im Urlaub bin, wenn ich nicht da bin, wenn ich mit anderen im Gespräch bin, fällt denen immer auf, mein Telefon klingelt nicht. Nee, warum denn? Hat ja keiner Bock, seine Inkompetenz unter Beweis zu stellen.

Nina Kirsch: Finde ich einen wirklich spannenden Spruch. Das bedeutet ja im Rückkehrschluss, dass alle Mitarbeitenden in ihrer Position zum einen natürlich den Auftrag haben: Hey, schau, wie du das selber gelöst bekommst, und entscheide nach bestem Wissen und Gewissen im Namen der Firma. Und zum anderen du aber auch den Raum gibst, dass es bis zur letzten Konsequenz dann auch gelebt wird.

Gunnar Barghorn: Da gehört eine ganze Menge dazu, um das richtig einzustellen. Gehen wir noch mal an den Anfang zurück, weil die hatten ja eine krass andere Mentalität hinein geschult bekommen. Ich will nicht sagen eingeprügelt bekommen, aber so ähnlich. So, und dann kannst du nicht einfach sagen: „Entscheid doch selbst, mach mal.“

Nina Kirsch: Genau!

Gunnar Barghorn: Die kriegen ja Ängste, weil die vorher, wann immer sie was nicht ganz richtig gemacht haben, eins ins Geweih gekriegt haben. Selbst wenn sie was richtig gemacht hatten, aber der Chef meinte, sie hätten es nicht richtig gemacht, kriegten sie trotzdem eins ins Geweih. Und die mussten nicht glauben, dass sie Zeit hatten für Widerspruch oder Erklärung. Nee, es gab erst mal einen auf die Zwölf.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Wenn du so eine Mannschaft hast, der kannst du ja nicht sagen: „Mach mal, wie du denkst. Wird schon.“

Nina KirschEben, genau.

Gunnar Barghorn: Die kriegen ja Höllenangst. Also was habe ich gemacht? Ich habe zwei Dinge gemacht: Das eine ist, ich habe aufgehört zu antworten. Das ist das Erste, was passiert. Die Mitarbeiter kommen in dein Büro und stellen dir Fragen. Probleme haben übrigens für mich immer zwei Beine, und auf diesen zwei Beinen kommt das Problem immer ins Büro. Da steht das Problemchen dann und weiß nicht weiter. Genau genommen… Ich kann das an einem Abteilungsleiter so schön erzählen. Der ist mir bis heute vor Augen, wie er da steht, in meinem Büro und sagt: „Hey Chef, ich habe ein Problem.“ Ich sag: „Das‘ ja toll, dann geh raus und lös‘ das.“ Ist er total schockiert, weil ich nicht mal Bock hatte, mir sein Problem anzuhören. Ich sage: „Na, Alter, lös‘ das. Dafür bist du da, dafür wirst du bezahlt.“ – „Ah okay.“ Ich sag: „Du wirst für Lösungen bezahlt.“ Okay, okay, sagt er. Ja. Dann trollte er sich wieder. Dann kam er nach einer Weile wieder, weil er offensichtlich dachte, mit Lösung kann ich dem Alten vielleicht kommen. Also kam er dann ins Büro und sagt: „Chef, ich hab ein Problem, und ich habe eine Lösung!“ Ich sag: „Schön. Hast du eine oder zwei Lösungen?“ Er: „Äh, eine.“ Ich sag: „Ja, was willst du hier? Geh, setz‘ sie um! Raub nicht meine und deine Zeit und lullere mich nicht voll. Was soll das?“ Da war er also wirklich total irritiert.

Nina Kirsch: Ja, komisch!

Gunnar Barghorn: Genau. Und dann sagt er: „Aber wann soll ich denn zu dir kommen, als mein Chef?“ Ich sag: „Du, das ist ganz einfach. Wenn du ein Problem und zwei Lösungen hast und dich nicht entscheiden kannst, dann bist du hier richtig.“ „Ah, okay, okay, okay, habe ich verstanden. Alles klar.“ Jetzt leuchtet er so ein bisschen. Das dauerte so drei, vier Wochen – ich weiß jetzt nicht mehr genau – stand er wieder breit grinsend in meinem Büro. Der hatte so das Gefühl, jetzt habe ich den Alten: „Hey Gunnar!“ … Nee, damals waren wir noch per Sie. Aber: „Ich habe ein Problem und zwei Lösungen. Und ich kann mich nicht entscheiden.“ Ich sag: „Wunderbar. Hinsetzen, wir haben ein Gespräch. Wie ist das Problem?“ So und so. Okay, wie ist denn Lösung A? So und so. Lösung B? So und so. „Hmmm ja, das ist natürlich nicht trivial. Du bist aber ja Fachmann in der Situation. Wenn du mir das jetzt alles so erzählt hast, was würdest du mir empfehlen?“ Er: „Ja, jetzt, wo ich das so gesagt habe, würde ich sagen Lösung A.“ Ich sag: „Raus…“.

Nina Kirsch: Umsetzen.

Gunnar Barghorn: Genau. Und damit hat er es gelernt. Damit hat er begriffen: Er braucht mich nicht. Er braucht mich für diese Dinge nicht. Er kann diesen Dialog klären, ohne dass es den Chef braucht. Was hat er sich vorher abgeholt? Er hat sich bei meinem Vater vorher keine Lösungen abgeholt.

Nina KirschEine Erlaubnis, oder?

Gunnar Barghorn: Der kam, der hat sich eine Erlaubnis abgeholt und Verantwortung dagelassen.

Nina KirschJa.

Gunnar Barghorn: So. Und das ist diese Grundregel, mit dem Nicht-Antworten, wenn du dir das Wort Verantwortung mal anguckst. Wenn du „Ver“ vorne weglässt und „ung“ hinten weglässt, dann steht da „Antwort“. So, wer antwortet, übernimmt Verantwortung. Wenn du also willst, dass deine Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, dann hör verdammt noch mal auf, zu antworten.

Nina Kirsch: Ja, nach diesem Prinzip hast du ja jetzt das Unternehmen, so würde ich sagen, Schritt für Schritt “umgekrempelt”, oder? 

Gunnar BarghornGenau. Das habe ich in der ersten Betriebsversammlung auch angedroht. Indem ich gesagt habe, ich will ein Human-Unternehmen schaffen. Da kriegten die natürlich irgendwie das große Fracksausen, die eine Hälfte dachte: „Scheiße, hier wirds nichts mit der Rente. Lass uns bloß eine neue Firma suchen.“ Die andere Hälfte hat da gestanden und gesagt: „Ich versteh nicht, wovon er redet…“

Nina Kirsch: Aber ich bleibe.

Gunnar Barghorn: Zu der zweiten Hälfte habe ich auch gehört. Ich wusste nämlich nicht, was ich eigentlich damit ausdrücken will. Ich hatte nur dieses Wort im Kopf “Human-Unternehmen”, was irgendwie menschenorientierte Unternehmensführung bedeutet. Ich habe mich schon immer dafür interessiert: Wie kann man eine Organisation auf Autopilot schalten? So, dass sie sich selbst reinigt und ständig weiterentwickelt, ohne dass es meinen Antrieb oder mein Zutun braucht? Und dafür habe ich eine ganze Menge gemacht. Das hat sehr viel mit Erlaubnis zu tun oder eben Nicht-Erlaubnis aus der Gutsherrenperspektive: „So Kinderchen, ihr dürft hier ein Stündchen am Wasser spielen“. Nee. Sondern die Erlaubnis geht eben so weit, dass sie selber entscheiden, wo sie spielen, was sie spielen, wie sie spielen, ob sie überhaupt spielen. Also das ist eine ganz andere Form der Freiheit.

Nina Kirsch: Genau. Und das Spannende ist ja, finde ich… Ich bekomme das immer wieder in Gesprächen mit Handwerksbetrieben oder auch mit Betrieben in der Industrie mit, die dann sagen: „Ja, aber das kann man so nicht machen. Weil unsere Branche lässt es nicht zu, weil unser Standort lässt es nicht zu…”. Weil, weil, weil, weil, weil – ganz viele Erklärungen da. Aber ich habe so das Gefühl, das trifft nicht unbedingt zu, oder?

Gunnar Barghorn: Nein, gar nicht. Aber überlegt mal, wir sind Metallhandwerk. Das ist schon von sich aus – von der Branche – sehr konservativ. Dann sind wir dritte Generation. Das Unternehmen ist letztes Jahr 80 Jahre alt geworden. Ich glaube, von der Unternehmensdauer her stehen wir auch im Verdacht, eher sehr konservativ zu sein. Tradiert, würde man sagen. Und das dritte ist, wir kommen aus der Wesermarsch.

Nina Kirsch: Wo ist denn das?

Gunnar Barghorn: Ja, genau. Nimm mal die letzten fünf Buchstaben von Wesermarsch und guck mal, an welcher Stelle du dann in der Welt bist. Das ist eigentlich der entscheidende Punkt: Also wir haben hier mehr Kühe als Einwohner. Das heißt, provinzieller geht es kaum. Wir haben alle Grundvoraussetzungen, um zu sagen: „Also hier geht es nicht. Das kannst du vielleicht in so einem Google Start-up im Silicon Valley machen, aber nicht hier.“ Doch! Das geht hier auch. Und deswegen kann mir auch keiner sagen: „Aber in meiner Firma geht’s nicht“.

Nina Kirsch: Ja!

Gunnar Barghorn: Das einzige, was ich als Aussage zulasse, ist, mit dir als Chef geht’s nicht.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Denn…

Nina Kirsch: Ja, gut, das kann sein.

Gunnar Barghorn: Auf diesem Weg muss man unfassbar was aushalten können als Chef. Das ist die zweite Komponente. Es geht nicht darum… nicht nur darum, nicht mehr zu antworten und die Leute in die Verantwortung zu bringen, sondern es geht auch darum, ihnen eben Sicherheit zu geben. Und Sicherheit gibt man über die Art und Weise, wie man mit Fehlern umgeht. Das heißt, du musst auch eine ganz andere Fehlerkultur haben. Hier werden Fehler grundsätzlich nie bestraft. Nie. Es gibt keine negativen Konsequenzen für einen Fehler. Gibt’s hier nicht.

Nina Kirsch: Sondern?

Gunnar Barghorn: Das ist eine Frage, wie ich auf Fehler gucke. Gucke ich von der Kostenseite auf einen Fehler, das heißt: „Oh Scheiße, das hat jetzt Geld gekostet. Schlimm, scheiße, böse, du musst weg. Du Mistkerl“. Das ist die eine Art, wie man auf einen Fehler gucken kann. Oder man guckt von der Chancen-Seite auf den Fehler. Ein Fehler bietet zwei grundsätzlich riesige Chancen. Die erste ist: Wir lernen. Ohne Fehler lernst du übrigens nicht. Ich stelle auch immer sehr gerne – gerade bei so großen Industrieunternehmen, die sich ihrer Null-Fehler-Struktur so rühmen – die Frage: Was lernt so ein Laden eigentlich noch?

Nina Kirsch: Ja…

Gunnar Barghorn: Wer keine Fehler macht, lernt nix.

Nina Kirsch: So ist es.

Gunnar Barghorn: Dann weiß ich gar nicht, ob null Fehler so geil ist. Hm, müssen wir mal darüber nachdenken. So, und das zweite ist: Wenn ein Fehler auf der Nahtstelle zum Kunden erfolgt ist, hast du eine einmalige Chance, zur Höchstform aufzulaufen und ihm zu zeigen, was dein Laden wirklich drauf hat, in der Art und Weise, wie du diesen Fehler annimmst, dazu stehst und ihn schnellstmöglich bereinigt. Solange wir normal leisten, sind wir im Erwartungshorizont unserer Kunden. „Joa, alles ganz nett. Es läuft, ist schön.“ Und kommt mehr Begeisterung? Nee. Ist dir aber Scheiße passiert und du scharrst sofort mit der Hufe, und im Rekordtempo wird die Scheiße bereinigt: Ja, in der Sekunde hast du den Kunden für dich gewonnen. Er musste mit dir nicht darüber diskutieren, wer verantwortlich ist, wer zahlt, wie das Problem gelöst wird… Gar nichts, sondern ratzfatz! Das sind die beiden Riesenchancen, die in einem Fehler drinstecken. Also habe ich Fehler total lieb.

Nina Kirsch: Ich habe Fehler auch lieb. Ich war ja lange Basketball-Coach und selbst die Jugend hat schon Angst davor, Fehler zu machen. Ich sage nur: „Hey, mach die Fehler, da hast du überhaupt eine Chance zu lernen und über dich hinauszuwachsen.“ Lass uns aber mal kurz zurückgehen. Also: Branche total blöd, der Ort total blöd, und dann müsste doch so ein Unternehmen, wie deines sagen: „Fachkräftemangel! Bei uns geht nix“. Ich habe da natürlich auch ein bisschen recherchiert und ein bisschen nachgeschaut, weil du hast ja auch ein Buch geschrieben zu dem Thema, was du vorhin genannt hast: „Der Humanunternehmer“ nennt sich das.

Gunnar Barghorn: Jap.

Nina Kirsch: Was wir natürlich in den Shownotes verlinken für dich, liebe Hörerin und lieber Hörer. Da setzt du dich nämlich sehr kritisch mit diesem Begriff auseinander. Fachkräftemangel. Warum?

Gunnar Barghorn: Ja, weil… Wie soll ich das sagen? Meiner Ansicht nach gibt es gar nicht unbedingt einen Fachkräftemangel. Die sind ja da. Die sind nur woanders, weil der eigene Laden eben scheiße-unattraktiv ist.

Nina Kirsch: Schön auf den Punkt gebracht.

Gunnar Barghorn: Ja, natürlich. Wir kommen in einen demografischen Wandel und wir kippen in diesem Bevölkerungs-Döner jetzt um. Dass immer mehr Leute als Konsumenten auch in den Ruhestand gehen, aber an Produktiv-Prozessen nicht mehr teilhaben. Ja, klar, reduziert das die Möglichkeiten. Dann machen wir in Sachen Bildung und Erziehung so viel falsch, dass wir da noch mehr reduzieren. Ja klar. Also faktisch ist das schon da. Aber wenn du mal guckst, was hat sich eigentlich in den 50er/60er Jahren auf der Produktionsseite, auf der Produktseite verändert?
Anfangs hatten wir – noch so in der direkten Nachkriegszeit oder auch davor – weniger Produktionsmöglichkeiten und mehr Nachfrage. Bedeutet, dass die Marktmacht beim Produzenten lag. In den Wirtschaftswachstum-Zeiten und in der Nachkriegs-Phase sind die Produktionsmöglichkeiten gestiegen, und zwar deutlich schneller als die Nachfrage steigen konnte. Und damit hatten wir plötzlich ein Verschieben der Marktmacht hin zum Konsumenten, also einen Konsumentenmarkt. Und das Gleiche passiert uns gerade im Arbeitsmarkt. Wobei: Auf der Produktseite sind wir ja noch über den Informationsmarkt bis hin zum Bewertungsmarkt etliche Schritte weiter, und diese ganze gleiche Schleife durchlaufen wir im Arbeitsmarkt genau so, nur eben viel schneller, weil wir wissen ja schon wie es geht.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Das heißt, die Marktmacht, die wechselt gerade vom Arbeitgeber zum Arbeitnehmer.

Nina Kirsch: Genau, Paradigmenwechsel.

Gunnar Barghorn: Genau, und damit kommen die Arbeitgeber nicht klar, weil sie plötzlich Menschen nicht mehr wie Scheiße behandeln können. Weil sie sich darüber Gedanken machen müssen, wie attraktiv ist eigentlich mein Produkt “Arbeitsplatz”? Und wie sieht eigentlich die Customer- oder genauer genommen Employer-Journey aus? Also wie erlebt der vom ersten Kennenlernen über den gesamten Prozess eigentlich unser Unternehmen? Darüber müssen die Arbeitgeber anfangen, sich Gedanken zu machen und brauchen dann Hilfe, weil sie es oft nicht können. Weil sie auf der Employer-Seite plötzlich das ganze Marketing-Instrumentarium, was sie auf der Produktseite alles mühsam gelernt haben, vergessen haben. Und dann brauchen sie so etwas wie das kirschwerk. Damit ihnen jemand Beine macht.

Nina Kirsch: Ja, genau. Einfach dieses Umdenken zu unterstützen, denn es ist tatsächlich so. Die Erfahrung machen wir ganz oft. Irgendwie leuchtet es schon ein. Aber wie konkret setze ich denn das jetzt um? Da hapert es dann einfach oft. Diese Fragen stellen sich und ich meine, zum Glück sind schon immer mehr Unternehmen dabei, das zu begreifen und da auch was zu tun. Zum Glück für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.

Gunnar Barghorn: Ja, aber sie setzen sich zu wenig damit auseinander, wie denn diese Dienstleistungserfahrung im Kennenlernen des Unternehmens und allem stattfindet. Also fangen wir bei dem Aspekt der Sichtbarkeit an. Ganz wichtig. Das begreifen manche nicht. Dabei ist das so… Das ist noch einfacher als das kleine Einmaleins. Wer dich nicht kennt, kann nicht für dich arbeiten. Das geht nicht.

Nina Kirsch: Das ist korrekt. Sehe ich auch so.

Gunnar Barghorn: Da kannst du dich auf den Kopf stellen und wieder auf die Füße. Es geht nicht! Also musst du doch über Sichtbarkeit erst mal dafür sorgen, dass dich möglichst viele potenzielle Arbeitnehmer überhaupt kennen.

Nina Kirsch: Korrekt.

Gunnar Barghorn: Das machst du mit sozialen Medien. Das machst du, in dem du eben vernünftig dort sichtbar bist. Das machst du über Presseartikel, über alle möglichen Formen, wie du Licht auf deine Firma wirfst. Und als guter Unternehmer bist du gefälligst der Leuchtturm. Du bist der, der die große Taschenlampe hält und auf deine Firma leuchtet.

Nina Kirsch: Wo seid ihr zum Beispiel sichtbar?

Gunnar Barghorn: Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing und auch ansonsten – ich sage mal so – medial. Also alles, was so addierte Medien sind. Wir hatten jetzt vor kurzem so einen kleinen Beitrag im ARD-Morgenmagazin und die Tagesschau hat es auch nochmal aufgegriffen. Nochmal: 100-Mann-Bude, Provinz am Arsch der Welt und so ein unheimlich spannendes Thema wie Metallhandwerk. Also es geht. Es geht!

Nina Kirsch: Absolut!

Gunnar Barghorn: Man muss sich nur Gedanken machen: Wie komme ich da hin? Und es ist eben kein Sprint. Das ist ein Langstreckenlauf. Und weil ich kein Bock habe, diese ganze Arbeit als Chef alleine zu machen… Irgendwann, ich glaube am Anfang, habe ich mal gesagt, dass ich faul bin. Oder habe ich das noch nicht gesagt? Dann habe ich es jetzt gesagt. Ich bin stinke-faul. Deswegen denke ich immer darüber nach, wie ich mir und anderen das Leben leichter machen kann. Das zahlt auf meine Faulheit ein. Und ein Aspekt war: Ich möchte gerne eine möglichst authentische Form der Sichtbarkeit und habe selber keinen Bock, mich zu kümmern. Also bin ich in die Falle gelaufen und habe Gesellen gefragt: „Mensch, unser Facebook-Kanal. Würdest du da posten? So als Handy-Scout?“. So ist der interne Begriff bei uns, so nennen wir den. Das ist so eine Art innerbetriebliches Ehrenamt. Die kriegen keine Kohle dafür, die machen das, weil sie Bock darauf haben.

Nina Kirsch: Ja, und weil sie das Unternehmen toll finden. Und damit geht es ja auch um den Social Proof. Weil Unternehmen können natürlich in Stellenanzeigen, in Karriere-Websites oder in Bewerbungen an Arbeitnehmer alles Mögliche behaupten. Irgendwo brauche ich ja auch den Proof.

Gunnar Barghorn: Genau. Und das kommt so ganz authentisch da über Facebook durch unsere Gesellen. Das sind, glaube ich, so sechs oder sieben Handy-Scouts, die wir aktuell haben, und die posten einfach regelmäßig so aus ihrer normalen täglichen Arbeit. Zwischendurch funkt der Chef da auch mal zwischendurch und postet auch mal etwas, was er wichtig findet, aber ich spiele eine untergeordnete Rolle. Ich darf auch mitspielen, nennen wir es mal so.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Und dann sind wir auf Instagram, weil dies das etwas jüngere Medium ist, wobei sich das sehr mischt… Man muss auch immer gucken, wann ist ein Medienwechsel mal nötig? Und was passiert da am Markt? Also einfach zu glauben, wir machen jetzt Facebook und Instagram und das die nächsten 30 Jahre – das ist, glaube ich, nicht unbedingt schlau.

Nina Kirsch: Nein.

Gunnar Barghorn: Also man muss auf der Höhe der Zeit sein. Und den Instagram-Kanal, den befeuern unsere Azubis. Da haben wir auch so 5, 6 Handy-Scouts, die auch sagen: „Da hab ich Bock drauf, Chef. Mache ich wohl“. Und die posten eben auch dort regelmäßig. Wobei – das muss ich dazu sagen – unsere Azubis, die sind ja noch nicht so lange da. Das heißt, die haben durchaus auch so ein kleines Problem mit: „Ich trau mich mal!“… Also muss man die schon ein bisschen betreuen und deutlich machen: „Mach ruhig! Hau raus!“ Und dann war natürlich für die Handy-Scouts die Frage: „Ja, wie machen wir das denn jetzt? Also wer kontrolliert denn, ob wir das posten dürfen?“ Ich sag: „Niemand kontrolliert das. Ihr seid hier alle Manns genug, ihr wisst, was ihr zu tun habt. Und ihr wisst, bei welchen Kunden wir gefälligst keine Bilder machen. Und wenn ihr von Kollegen und sonst was ein Bild macht oder anderen Leuten, dann fragt ihr jeden, der auf dem Bild zu sehen und zu erkennen ist, ob du das posten darfst.“

Nina Kirsch: Also auch wieder in die Eigenverantwortung.

Gunnar Barghorn: Genau. Und dann kam die Frage: „Sollen wir dann Zettel dafür ausfüllen? Sollen die das unterschreiben?“ Ich sag: „Hallo, wir sind nicht bei der Behörde.“ Es reicht, dass du den fragst. Und wenn er genickt hat, ist doch gut. Reicht.

Nina Kirsch: Okay, das heißt, du gehst in die Sichtbarkeit. Und jetzt nehmen wir mal an, jemand hat Interesse für dich zu arbeiten. Habt ihr überhaupt Stellenanzeigen?

Gunnar Barghorn: Also bei uns auf der Webseite sind zwei Dauerstellen ausgeschrieben, und manchmal, wenn es auch andere Stellen gibt, setzen wir die da auch hin. Aber eine Stellenanzeige ist das im Grunde genommen nicht. Das ist mehr so eine Informationsmöglichkeit. Wir suchen ständig, wirklich ständig Konstruktionsmechaniker, Fachrichtung Produktionstechnik. Und wir suchen ständig Feinwerkmechaniker, Fachrichtung allgemeiner Maschinenbau. Die haben wir da ständig drin.

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Ähm, jetzt wird es ein bisschen ulkig, aber ich stelle jeden ein, der besser ist als die blödesten drei.

Nina Kirsch: Was?

Gunnar Barghorn: Was das für die blöden Dreien heißt, führe ich mal nicht aus.

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Aber wir wollen ja ständig das Unternehmen besser machen.

Nina Kirsch: Ja, ja, gut, leuchtet total ein.

Gunnar Barghorn: Das heißt ja… Also Humanunternehmen heißt nicht, wir leben hier auf einer Wolke sieben und bewerfen uns mit Manna. Nee, nee, also hier fallen auch durchaus knackige Entscheidungen. Aber auch so ein Trennungsprozess zum Beispiel, wo wir das gerade am Wickel haben, kann man sehr wertschätzend, sehr offen, sehr transparent und fast freundschaftlich machen.

Nina Kirsch: Ja, wir sind ja noch nicht mal verheiratet. Also bevor wir uns dem Trennungsprozess zuwenden, lass uns doch erst mal heiraten.

Gunnar Barghorn: Ja, machen wir.

Nina Kirsch: Wie läuft das erste Date denn ab?

Gunnar Barghorn: Also über die Sichtbarkeit werden die, mehr oder weniger stark, auf unsere Webseite gelenkt. Und wenn sie dort gelandet sind, können sich über die Stellen informieren. Und dann plötzlich finden sie so einen Knopf, der heißt: „Jetzt Bewerbung anfordern“. Wie, anfordern? Zuschicken wäre doch richtig, oder? Nee, nee, wir haben ja wie gesagt Fachkräftemangel, Veränderung der Marktmacht: Wir sind nicht mehr die Marktmacht, sondern die Marktmacht liegt bei den Arbeitnehmern. Und damit sind ganz automatisch wir der Bewerber.

Nina Kirsch: Konsequent betrachtet, würde ich sagen.

Gunnar Barghorn: Das muss man mal konsequent zu Ende denken, was das eigentlich heißt. Das heißt doch, ich schicke eine Bewerbung raus. Das können die machen: Die gehen auf die Website, müssen eigentlich nur Name und Mailadresse dalassen und dann kriegen die eine personalisierte Bewerbungsmappe von uns digital zugeschickt. Ganz simpel.

Nina Kirsch: Okay, noch mal zusammengefasst. Ich möchte bei euch arbeiten. Ich gehe auf die Website, und ich lasse mir eine Bewerbung von euch an mich zuschicken?

Gunnar Barghorn: Genau, genau.

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Der Prozess ist vollautomatisiert und digitalisiert, und dann kriegst du halt ein Bewerbungsmäppchen.

Nina Kirsch: Von dem Unternehmen an mich?

Gunnar Barghorn: Genau. So richtig wie man es kennt, wie eine Bewerbung so aussieht. Das heißt, mit einem Anschreiben und Lebenslauf. Da kann man dann sehen, dass wir 1941 gegründet wurden, sprich geboren sind. Dann geht das die Jahre hoch und dann kann man… z.B. für 2022 steht dann da: „Erweiterung unseres Teams durch…“ und dann steht da Nina.

Nina Kirsch: Cool!

Gunnar Barghorn: So sieht der Lebenslauf aus. Und dann gibt’s ein Zeugnis… Das alles nicht so bierernst gemeint, es hat so ein bisschen Humor. Und dann habe ich festgestellt: „Scheiße, wenn ich Bewerbungen von Menschen bekomme, dann sind da auch immer Arbeitgeberzeugnisse drin.“

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Dann müsste ich ja Arbeitnehmerzeugnisse in meine Bewerbung tun.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Also bin ich in die Halle gewetzt und zu Leuten gegangen und hab gesagt: „Sag mal, schreibst du mir ein Zeugnis?“ Fragt er: „Was willst du?“ – „Ja, schreibst du mir ein Zeugnis, wie wir so als Arbeitgeber sind?“ – „Da musst du mir helfen. Das verstehe ich nicht.“ Dann habe ich einen Leitfaden gemacht, was in so einem klassischen Arbeitnehmerzeugnis oder Arbeitgeberzeugnis drinsteht.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Und dann haben die angefangen, mir Dinge zu schreiben. Und das waren ja erst so Zwischenzeugnisse, weil die waren ja noch da. Und seitdem bitten wir jeden, der das Unternehmen verlässt, uns ein Abschlusszeugnis zu schreiben.

Nina Kirsch: Es ist einfach konsequent zu Ende gedacht. Auf jeden Fall.

Gunnar Barghorn: Ja, genau. Und das sind so geile Sachen, die da drinstehen. Und das mischen wir dann immer mal wieder in diese umgedrehte Bewerbung rein, damit sie eben auch peppig bleibt. Also wenn einer sich nach einem Jahr nochmal bewirbt, damit er nicht denselben Scheiß liest.

Nina Kirsch: Okay, und jetzt habe ich deine Bewerbungsmappe erhalten. Bin ordentlich irritiert, aber ich lass mich mal auf das Spielchen ein. Was passiert dann?

Gunnar Barghorn: Na, in der E-Mail zu der Bewerbung steht drin, wenn du das geil findest, was du gelesen hast, dann ruf mich an. Und dann steht da eben meine Telefonnummer.

Nina Kirsch: Wortwörtlich.

Gunnar Barghorn: Nee, also wortwörtlich, glaube ich nicht… Also ich glaube, in der Bewerbung haben wir schon ein bisschen besseres Benehmen. Aber so ungefähr.

Nina Kirsch: Okay, okay, gut. Und dann?

Gunnar Barghorn: Dann rufen die an oder nicht. Also ungefähr die Hälfte derer, die sich die Bewerbung heruntergeladen hat, ruft mich auch an!

Nina Kirsch: Krass.

Gunnar Barghorn: Und die andere Hälfte, was ist mit denen dann?

Nina Kirsch: Eine gute Frage.

Gunnar Barghorn: Ja, die sind nichts für uns. Das ist natürlich ein Glaubenssatz, aber ich führe den mal aus, den Glaubenssatz.

Nina Kirsch: Ja, bitte.

Gunnar Barghorn: Wenn er nicht die Eier hat, mich anzurufen, dann kann er auch nicht mit großem Selbstbewusstsein vor unseren Kunden stehen und seinen Mann stehen. So, also wer Angst vor mir hat, der hat noch mehr Angst vor dem Kunden, und dann ist er nix für uns.

Nina Kirsch: Liegt nahe.

Gunnar Barghorn: Ja, so ist ein Glaubenssatz. Muss nicht stimmen, aber ich kann mit der Quote gut leben.

Nina Kirsch: Ja, und auch umgekehrt: Ich meine, du hast die 50 Prozent, die dann ins Gespräch mit euch kommen, und da wirst du ja mit Sicherheit herausgefunden haben: „Hm, überdurchschnittlich passend.“

Gunnar Barghorn: Ja, kommt vor, kommt auch nicht vor. Also das Telefonat, das kann dauern, kann aber auch sehr kurz sein. Das hängt davon ab, wohin sich das Gespräch entwickelt. Aber das ist im klassischsten Sinne noch am ehesten die Stelle, wo bei mir der Filter angeht, wo ich ganz fein ausfiltere. Ich spreche sehr schnell finanzielle Fragen an. Also was man bei uns verdienen kann. Was der andere gerne hätte, ist mir eigentlich vollkommen egal. Denn ich habe eine festgelegte Gehaltsstruktur und kann jetzt nicht für jeden neuen, der daher kommt, mir eine neue Struktur ausdenken. Das funktioniert nicht. Also kann ich nur davon reden, welche Einkommensmöglichkeiten hier bestehen, und ob er das cool findet oder nicht, muss er entscheiden.

Nina Kirsch: Ja, absolut.

Gunnar Barghorn: So und dann frage ich auch so: „Entfernung – wo wohnst du und was hast du eigentlich mal gelernt? Wo arbeitest du jetzt? Und was ist eigentlich wichtig bei der Arbeit?“ Dann kommen wir ganz schnell auf das Thema Werte. Welche Dinge sind für dich interessant, relevant? Was dürfte dir hier auf keinen Fall passieren? Und all solche Sachen. Und dann erzählen die auch recht freimütig. Ich bin auch… die Bewerbung ist schon per “Du” und ich bin auch am Telefonat von der ersten Sekunde an per “Du”. Das ist mein Gesprächspartner nicht immer. 

Nina Kirsch: Ah, okay.

Gunnar Barghorn: Meistens bleiben sie beim “Sie” oder eiern ganz lange und flippen so zwischen “Du” und “Sie” hin und her. Und manche sind dann ganz am Ende beim “Du”. Manche kommen da nie an. Das ist auch total irrelevant. Wichtig für mich ist, wie gehen die mit dieser Situation um?

Nina Kirsch: Okay.

Gunnar Barghorn: Ja, und mir sind die, die konsequent beim “Sie” bleiben, durchaus sympathisch, wenn das kein Sie aus Steifigkeit ist, sondern weil sie einfach sehr viel Respekt vor der Situation haben.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Genauso wie die, die beim “Du” sehr schnell landen, einfach, weil sie sich wohlfühlen in der Situation. Beides ist total gut. Aber wer glaubt, er muss mich duzen, weil ich ihn duze, aber sich nicht wohl damit fühlt… Wer anfängt, nicht mehr authentisch zu bleiben – das höre ich raus.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Und das spreche ich dann auch an. Und das kann dann sehr schnell dazu führen, dass ich sage: „Nee, wir beide nicht, Kollege.“ Meistens ist das aber so, dass wir das cool finden und dass wir uns cool finden. Und dass er auch sagt: „Mensch, ja deine Einkommensmöglichkeiten, die sind zwar nicht allzu lecker, aber ich finde sie erst mal noch hinnehmbar. Und ich will mehr wissen.“ Wunderbar. Dann lade ich dich ein zu einem Vorstellungsgespräch und dann kommt regelmäßig von denen: „Ja, aber soll ich denn dann meine Bewerbungsmappe mitbringen?“ Ich sag: „Nee, Alter. Du hast das Ding nicht verstanden. Hey, das ist mein Vorstellungsgespräch. Ich stell mich vor, du kriegst Kaffee, sitzt da und hörst mir zu. Du hast gar kein Text.” – „Was?“ – Ich sage: “Du darfst Fragen vorbereiten, was dich interessiert und dann fragst du mich halt, aber das war’s.” – „Ach so…“

Nina Kirsch: Ist ja durchaus verständlich, dass das Prinzip vielleicht nicht direkt beim ersten Mal so ankommt.

Gunnar Barghorn: Ja, natürlich. Aber ich spiele da ja auch ein bisschen mit. Und dann kommen die zum Vorstellungsgespräch. Das heißt, ich stelle die ganze Firma vor. Und da muss man tatsächlich sagen: Bei dem, was wir mittlerweile für Mitarbeiter alles an Möglichkeiten bieten, sind wir ein heftig erklärungsbedürftiges Produkt.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Und dafür nehme ich mir dann halt die Zeit. Also so ein Vorstellungsgespräch bei uns, das geht durchaus mal eine Stunde oder anderthalb – locker. Nachdem wir schon so lange telefoniert haben, hocken wir noch mal locker mindestens so lange persönlich. Also ich investiere sehr viel Zeit in neue Kandidaten. Das ist meine oberste Aufgabe als Chef. Der Torwächter zu sein, dass hier keine Pfeifen hereinkommen.

Nina Kirsch: Ja, und du hast ja vorher auch schon mit jedem Schritt eigentlich ausgesiebt: Also mit der Sichtbarkeit bei Social Media schlägst du einen ganz bestimmten Ton an. Wem der nicht passt, der wird sich vermutlich nicht melden. Du siebst es weiter aus, indem du den gesamten Prozess umgestellt hast. Wer damit nicht zurechtkommt, wird sich vermutlich nicht melden. Dann führst du dieses Gespräch. Du siebst weiter aus. Dann stellst du dich als Unternehmen vor, im Vorstellungsgespräch und siebst weiter aus. Und so sorgst du ja dafür, dass wirklich die zum Unternehmen kommen, die mit dieser ganzen Philosophie einfach auch sehr gut umgehen können.

Gunnar Barghorn: Genau das ist der Punkt. Also, es geht immer darum: Wir brauchen Mitarbeiter, die Eier haben, die selbstbewusst sind, die wissen, was sie wollen, die ein klares Wertegerüst haben, die Transparenz und Aufrichtigkeit wichtig finden. Und das filtern wir durch diese Art des Prozesses alles raus. Und ganz natürlich.

Nina Kirsch: Absolut.

Gunnar Barghorn: Und dann, wenn das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist – was bedeutet, der Kandidat, der da sitzt, ist total heiß und will bei uns anfangen (das heißt für mich gut gelaufen, ich habe die Firma optimal verkauft) – dann lade ich ein. Vorausgesetzt, mir passt die Nase auch. Dann lade ich ein zum Probearbeiten.

Nina Kirsch: Aber dann arbeitest nicht du Probe bei ihm, oder?

Gunnar Barghorn: Nein. Aber das ist die einzige Chance, wie wir uns besser kennenlernen können. Also, der kommt dann für eine Woche und arbeitet hier einfach mit. Jetzt ist eine ganz beliebte Frage, ob wir das vergüten. Und meine ganz klare Antwort ist: selbstverständlich nein. Es ist schon technisch schwierig, wenn die in Lohn und Brot sind, wie soll ich das parallel zu deren Salier noch vergüten? Das haut alles irgendwie nicht hin.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Aber dann eine Woche Urlaub nehmen und hier eine Woche mitarbeiten, das funktioniert. Und das ist eine hohe Hürde für manch einen. Aber das ist auch Teil des Filterns.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Wer ist bereit, so viel Commitment zu geben und zu sagen: „Ich investiere diese Woche in diesen möglichen neuen Arbeitgeber.“

Nina Kirsch: Setzt natürlich voraus, dass deine vorigen Filter auch präzise waren.

Gunnar Barghorn: Genau, aber das funktioniert. Ich sage mal, die Praxis bestätigt uns mit diesem eigenartigen Weg.

Nina Kirsch: Absolut.

Gunnar Barghorn: So, und was passiert in dieser Woche Probearbeiten? Das erkläre ich den Kandidaten auch vorher schon. Es passieren zwei Dinge in dieser Woche. Das erste ist: die neuen oder die künftigen Kollegen für diesen Menschen. Also unsere Mitarbeiter, die mit ihm in einer Gruppe sind, die gucken sich diesen Typen ganz genau an, oder dieses Mädel. Und gucken auf die Finger, um festzustellen, von welcher Natur und welcher Qualität ist denn dieser Handwerker? Das zählt bei uns. Was kann jemand mit den Händen leisten? Wir machen übrigens ein Probearbeiten auch im Büro. Also, selbst wenn hier ein Prokurist anfangen will, muss der eine Woche Probearbeiten investieren. Das ist für beide gut, weil: Wenn du dich für einen neuen Arbeitgeber entscheidest, und das machst du auf Basis von ein oder zwei Gesprächen, welches Risiko gehst du da eigentlich auch als Arbeitnehmer ein?

Nina Kirsch: Absolut. Ich sage ja immer, ich gehe doch auch nicht zu einem Blind Date und lege dann gleich meinen Heiratsantrag hin.

Gunnar Barghorn: Nee, eben. Aber so wird es ja heute gemacht. Die lernen sich kennen und die erste Frage ist: „Wollen wir ficken?“ Also, ich finde, das geht sehr schnell.

Nina Kirsch: Ja, genau. Ich mag da oldschool sein, aber ich finde es auch ein bisschen schnell.

Gunnar Barghorn: Genau. Also man will sich ein bisschen umgarnen und so. Wir lernen uns dann eine Woche lang kennen. Vor allen Dingen die künftigen Kollegen lernen diesen Kandidaten eine Woche lang kennen, und der Kandidat lernt eine Woche lang seine künftigen Kollegen kennen, und die ganze Nummer. Und dann haben wir eine höhere Sicherheit, zu sagen: passt oder passt nicht so. Das bestimmt dann nicht der Abteilungsleiter oder ich. Ich bin ab da raus aus dem Prozess, sondern das bestimmen die künftigen Kollegen. Die sagen: Daumen hoch oder Daumen runter. Die sagen: Den wollen wir haben oder nein, lass mal, das ist scheiße. Und wenn die sagen, das wollen wir haben, dann sagen die nicht nur das, sondern sie sagen auch, wir haben dem auf die Finger geglotzt, und den kannst du einstellen in der Entgeltgruppe 4, 5, 6, 7, was weiß ich. Also die Kollegen geben auch den ultimativen Hinweis für die richtige Entgeltgruppe.

Nina Kirsch: Ja, weil die das natürlich am besten beurteilen können, was jemand fachlich wirklich auf dem Kasten hat. Das kannst du in deiner Rolle ja gar nicht. Macht ja gar keinen Sinn.

Gunnar Barghorn: Genau, und egal wie gut er mich vorher voll gelullert hat und was ich glaube, was für ein Held er ist: Spätestens, wenn er unten die Schraube nicht gerade reinkriegt, ist er durchgefallen.

Nina Kirsch: Ja, macht absolut Sinn.

Gunnar Barghorn: So also bestimmen die Kollegen, ob ja oder nein, hopp oder topp. Und sie bestimmen eben die Kohle. Damit ist nachher auch jeder Fressneid innerhalb der Belegschaft weg. 

Nina Kirsch: Ja, weil natürlich auch das…

Gunnar Barghorn: Da haben die auch ein Gespür für: „Den wollen wir haben, der ist sein Geld wert.“ Dann gehen die im Vorschlag auch eine Gruppe entsprechend hoch.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Wenn du jetzt aufgepasst hast – und du hast aufgepasst -, dann hast du festgestellt, dass wir nicht einen Zettel von diesem Menschen haben. Alles, was wir haben, ist Vor- und Nachname und eine E-Mail-Adresse. Mehr habe ich nicht.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Ich weiß nicht mal, wann er geboren ist. Ich weiß gar nichts.

Nina Kirsch: Es ist ja aber auch irrelevant, was derjenige letztlich für eine Ausbildung hat oder auch nicht. Oder weiß der Geier…

Gunnar Barghorn: Nicht ganz. Frag mal die Personaler. Weil wenn jetzt das nächste kommt… Der Freitag dieser Probe-Arbeitswoche rückt näher, und für uns ist der Freitag immer das Zieldatum, einen Arbeitsvertrag als Entwurf vorzulegen. Dann kommen so entscheidende Fragen wie: „Ich muss deine Adresse einsetzen. Wie heißt der eigentlich und wo wohnt er? Und ist er verheiratet, oder nicht?“ Und was sie noch alles wissen wollen. „Und was er dir gesagt hat, er kann das alles schweißen. Wo ist der Zettel dafür?“ Das lösen wir, indem unsere Personalleitung in dieser Woche Probearbeiten zum Kandidaten hingeht und sagt: „Mensch, jupp, das war toll. Wie gefällt dir denn dein Probearbeiten? Und magst du mal das, was du so an Zettel und Unterlagen hast, morgen einfach alles mal mitbringen? Ich hau’s durch den Scanner und dann kriegst du’s wieder.“ Also möglichst niedrigschwellig. Die müssen nix schreiben, die müssen nix zusammen tackern, die müssen nichts hübsch aussehen lassen. Da können Kaffeeflecken drauf sein. Alles egal, bring mit, es geht nur um die Daten.

Nina Kirsch: Ja, eben.

Gunnar Barghorn: So, und dann fließt das alles eben in den Entwurf für einen Arbeitsvertrag rein. Und den nehmen die dann in der Regel am Freitag am Ende der Probe-Arbeitswoche mit. Und schwuppdiwupp können sie in Ruhe darüber nachdenken und entscheiden, ob sie anfangen wollen oder nicht. Dann schicken sie den unterschrieben zurück. Und kleiner arbeitsrechtlicher Tipp: Dann erst unterschreibe ich. Bitte gebt niemals einseitig unterschriebene Arbeitsverträge aus dem Haus. Ihr habt die nächsten hundert Jahre ein latent-schlummerndes Arbeitsverhältnis.

Nina Kirsch: Oh ja, allerdings. Stimmt, habe ich noch nie darüber nachgedacht.

Gunnar Barghorn: Ja, ist aber ein bisschen gefährlich.

Nina Kirsch: Ja, in der Tat.

Gunnar Barghorn: Also sollte man nicht machen.

Nina Kirsch: Ja, cool.

Gunnar Barghorn: Wenn das so kommt, dann ist das eigentlich alles schon geritzt. Also so sieht unser Prozess zum Recruiting aus. Und ganz wichtig, wir beenden diesen Prozess von beiden Seiten in genau der Sekunde, wo wir das Gefühl haben: „It’s not a match.“ Wir kommen nicht zusammen, es passt nicht. Also das Krasseste war: Ich komme die Treppe runter zum Vorstellungsgespräch, und der Kandidat steht da, und mir gehen hinten die Nackenhaare hoch. Und ich stelle fest, es geht nicht. Das geht gar nicht. Also das Telefonat war toll mit dem. Aber ich sehe den da, und es ging gar nicht. Ich weiß nicht, ob man das kennt, aber du empfängst ja auch Aura und Stimmung.

Nina Kirsch: Ja, auf jeden Fall.

Gunnar Barghorn: Und er war so steif, so eckig als Typ. Ich kann es gar nicht erklären. Auf jeden Fall bin ich auf ihn zugegangen und habe gesagt: „Du, ich glaube, das wird nichts mit uns beiden.“

Nina Kirsch: Der hat aber auch blöd geguckt, nehme ich an.

Gunnar Barghorn: Das war noch vor dem Hallo.

Nina Kirsch: Oh ja, gut, aber…

Gunnar Barghorn: Ich bin dann mit ihm so abgeschminkt Richtung Besprechungszimmer, wo wir uns hinsetzen wollten, und ich sag: „Du kannst hier gern deinen Kaffee austrinken, aber ich bin raus aus der Nummer.“

Nina Kirsch: Ja, aber auch da: Es ist halt konsequent und „Humanunternehmer“ hat ja nichts damit zu tun, wie du gesagt hast, dass ihr euch in Einhornkostüm mit Wattebäuschen beschmeißt, sondern es ist ja schon ein Unternehmen.

Gunnar Barghorn: Es geht eben auch um Effizienz auf beiden Seiten.

Nina Kirsch: Absolut.

Gunnar Barghorn: Auch das ist human. Ich bin sonst nämlich nachlässig mit seiner Zeit, wenn ich so tue, als würde das was werden.

Nina Kirsch: Ja.

Gunnar Barghorn: Und es wird aber für mich klar schon nichts mehr. Dann ist es nicht fair, ihn im Dunklen zu lassen.

Nina Kirsch: Finde ich auch, absolut.

Gunnar BarghornUnd das Coolste war: Was sagt der Typ zu mir? „Oh, da bin ich aber dankbar, dass du das so direkt ansprichst. Mir geht es ähnlich.“

Nina Kirsch: Oh!

Gunnar Barghorn: Und dann sind wir ganz freundlich auseinander gegangen, und dann war das gut.

Nina KirschMega! Mega! Ja, absolut. Einfach einen richtigen Riecher gehabt. Das ist doch perfekt.

Gunnar Barghorn: Das ist das, wofür man Raum braucht. Wirklich ein Bauchgefühl, Menschengefühl. Und klar, mein Beruf ist der Umgang mit Menschen. Also wenn ich keine Einschätzung und Fähigkeit dazu hätte, das wäre schon scheiße.

Nina Kirsch: Na gut, dass es gekommen ist, wie es gekommen ist.

Gunnar Barghorn: Genau.

Nina KirschGunnar, ich würde mal ein Deckelchen darauf machen.

Gunnar Barghorn: Dabei haben wir noch gar nichts erhellt.

Nina Kirsch: Ja, ich habe da einen anderen Eindruck und würde vorschlagen, wir treffen uns einfach zu einem anderen Thema nochmal, weil ich nämlich auch weiß, dass du gar kein Azubi Problem hast.

Gunnar BarghornNee, genau.

Nina KirschGenau.

Gunnar BarghornDas lässt sich sehr einfach lösen, aber das verraten wir jetzt nicht. Wir teasern jetzt nicht.

Nina Kirsch: Nee, genau. Lass‘ mich schließen mit einer letzten Frage. Und zwar: Unterm Strich, also kurz zusammengefasst, welchen Tipp hast du für meine Hörerinnen und Hörer, die Fachkräftemangel und Mitarbeiterfindung umkrempeln wollen? Vielleicht ein bisschen nach deinem Vorbild? Was sollten sie auf jeden Fall tun?

Gunnar BarghornEinen Rollenwechsel im Kopf vornehmen und dann auch tatsächlich tun. Das heißt: Werde mal Bewerber deiner eigenen Firma und guck, wie du die eigene Firma erlebst.

Nina Kirsch: Mega.

Gunnar Barghorn: Ganz einfach, also die meisten Kaufhäuser usw. haben so diese Spion-Käufer oder wie das heißt.

Nina KirschJa, stimmt.

Gunnar BarghornAlso diese Testkäufer. Sei doch mal Test-Bewerber deiner eigenen Firma und schreib mit: Schreib viel mit, schreib alles mit, was du denkst, fühlst und siehst.

Nina Kirsch: Das finde ich richtig cool.

Gunnar BarghornNicht nur: „Ich habe eine Bewerbung hingeschickt und es passiert 14 Tage nix und ähnliches“.

Nina KirschOder 3 Monate, habe ich auch schon erlebt.

Gunnar BarghornAber auch: „Ich komm als Erstes zu dieser Firma hin, also habe ich überhaupt genügend Informationen, wie ich an die richtige Stelle komme? Oder muss ich mich durchfragen? Wie sieht die Firma von außen aus? Welchen Eindruck macht der Laden?“ Ja, bis hin zu: „Wie werde ich da empfangen? Bin ich hier Karl Arsch oder werde ich auf dem Silbertablett durch die Bude getragen? Oder behandelt man mich ganz normal als Mensch?“ All diese Dinge, diese Customer-Journey: Dafür suche dir doch einen potenziellen Bewerber, und den lass das mal erleben, und dann hole die Rückmeldung dazu.

Nina Kirsch: Oder du erlebst es einfach selber. Selbst das sollte ja möglich sein.

Gunnar BarghornJa.

Nina KirschAlso…

Gunnar Barghorn: Je nachdem, wenn die Bude ein bisschen kleiner ist, dann kennen die das ja schon, dann wird das schwierig, dann bricht das irgendwann ab.

Nina Kirsch: Ja, aber das davor: Das davor kann man durchaus.

Gunnar BarghornAlso mit diesem kritischen Blick von außen auch die eigene Webseite mal angucken. Wie sind wir draußen, auch in den sozialen Medien? Wenn ich Bewerber wäre, würde mich das antörnen oder törnt mich das ab?

Nina Kirsch: Das ist ja witzigerweise auch … – oder, was heißt witzigerweise? Logischerweise ist das ein Punkt auch auf unserer Checkliste: Aus Bewerbersicht, würdest du einem Freund von dieser Stellenanzeige berichten? Ja oder nein? Da kommt schon so mancher ins Grübeln. Okay, also unterm Strich: Werde mal Bewerber deines eigenen Unternehmens – als Tipp, um da einfach in diesen Paradigmenwechsel hereinzukommen.

Gunnar Barghorn: Und dann frage dich, wie kannst du es dem Bewerber möglichst einfach machen? Also immer auf den Aspekt der Faulheit achten, das finde ich ganz wichtig. Nicht nur: Gefällt das, sondern mache ich es dem leicht? Wie barrierefrei ist das? Wie sehr schlittert er dahin? Oder muss der viel tun?

Nina Kirsch: Customer-Journey.

Gunnar Barghorn: Genau. Was für ein… was für eine Klientel habe ich? Wir haben Metallhandwerker: Das sind keine Mund- oder Schreibwerker, die haben keinen Bock, irgendwie Bewerbung oder ein Anschreiben zu verfassen. Da brechen die sich die Finger. Das haben die am Ende sowieso nicht selber geschrieben. Was soll ich mit dem Scheiß?

Nina Kirsch: Stimmt sogar, ja.

Gunnar Barghorn: Da mal drüber nachdenken, diese ganzen Gepflogenheiten über Bord werfen. Denkt das Ding mal neu.

Nina Kirsch: Punkt.

Gunnar Barghorn: Genau.

Nina Kirsch: Lieber Gunnar, es war einfach mega spannend. Ich tauche so gerne ein in deine Welt. Ganz, ganz lieben Dank, dass du uns mitgenommen hast. Und ich würde sagen, genau, dann treffen wir uns einfach nochmal und behandeln noch ein anderes Thema.

Gunnar Barghorn: Machen wir sehr gerne. Wir setzen einfach noch einen drauf.

Nina Kirsch: Spitzenmäßig. Ich danke dir, lieber Gunnar. Hab einen guten Tag.

Gunnar Barghorn: Dankeschön, tschüss!

Nina Kirsch: Bis dann, ciao!

Du möchtest mehr von Gunnar Barghorn lesen? Sein Buch “Der Humanunternehmer: Neue Leichtigkeit für Unternehmen” findest du auch auf amazon.*

kirschwerk Leistungen im Personalmarketing

Mit unserer Stellenanzeigen-Analyse prüfen wir deine Stellenangebote aus Kandidaten- und Expertensicht. Wir zeigen Potenziale auf, damit du mit gezielten Optimierungen an deinen Stellenanzeigen mehr Kandidaten überzeugst und dir somit Zeit und Geld sparst. Unser E-Book “Das perfekte Anforderungsprofil erstellen” ist für 0 € in der Stellenanzeigen-Analyse enthalten. Damit erhältst du das nötige Handwerkszeug, um dein Anforderungsprofil konkreter gestalten und passendere Bewerber zu gewinnen. 

Unser Online Kurs “Erfolgreiches Online-Recruiting” richtet sich an Personalverantwortliche und soll diesen dabei helfen, das eigene Online-Recruiting, insbesondere Stellenanzeigen und Karrierewebseite, zu optimieren. Unser Kurs liefert dabei wertvolles Wissen aus dem Bereich des Employer Branding und enthält neben einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimierten Stellenanzeige auch viele Checklisten und unsere beiden E-Books. Ebenfalls enthalten sind individuelle Beratungstermine sowie Feedback zu deiner optimierten Stellenanzeige. 

Du benötigst schnell und unkompliziert Hilfe bei deinen Stellenausschreibungen oder deiner Karriereseite? Wir von kirschwerk bieten dir als Experten für Suchmaschinenoptimierung und Personalmarketing eine optimale Kombination, damit deine Stellenanzeigen bei Suchmaschinen und Kandidaten gleichermaßen punkten. Wir optimieren deine Stellenanzeigen für mehr und passendere Bewerbungen und erstellen dir eine optimale Karriereseite für eine erhöhte Sichtbarkeit als Arbeitgeber. 

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Gastbeitrag von Elisa Drescher / Scaleline : Bewerbungsmanagement & Datenschutz – Wertvolle Hinweise für dein Unternehmen

Gastbeitrag von Elisa Drescher / Scaleline : Bewerbungsmanagement & Datenschutz – Wertvolle Hinweise für dein Unternehmen

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und das deutsche Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) machen vor den personalverantwortlichen Stellen in den Unternehmen nicht halt und schützen Bewerbende und Mitarbeitende gleichermaßen. Es gilt eine Vielzahl an Maßnahmen zu beachten und umzusetzen, um personenbezogene Daten der Bewerbenden und den Ruf deines Unternehmens zu schützen. Etwa können Datenschutzverstöße im Bewerbungsmanagement häufig durch Schulungen und Sensibilisierung vermieden werden, auch um dein Unternehmen vor Beschwerden bei der zuständigen Aufsichtsbehörde und Schmerzensgeldforderungen durch die Betroffenen zu schützen.

Informationspflichten der DSGVO

Aus eigener Erfahrung kennst du es bestimmt: Deine Bewerbung enthält eine große Anzahl deiner personenbezogenen Daten – der eigene CV, Informationen zum Alter, zu den absolvierten Ausbildungen, aber auch über bisherige Arbeitgeber*innen und den Gehaltswunsch. Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung im Rahmen des Bewerbungsprozesses für Unternehmen ist in der Regel § 26 Abs. 1 BDSG. Davon sind all jene Informationen über Personen abgedeckt, die zur Begründung des Arbeitsverhältnisses tatsächlich erforderlich sind.

Und hier greift dann auch eines der Hauptanliegen der DSGVO: Transparenz für die Betroffenen herstellen. Aus diesem Grund sind umfassende Informationspflichten in der DSGVO vorgesehen. Übertragen auf den Bewerbungsprozess bedeutet dies, dass dein Unternehmen die Bewerbenden konkret darüber informieren muss, welche Daten wozu erhoben werden, ob die Daten an Personen außerhalb deines Unternehmens weitergegeben werden und wie lange die Daten gespeichert werden.

Die Umsetzung der Informationspflicht kann praktischerweise über mehrere Wege erfolgen:

  • Ergänzung der Informationen in den Datenschutzhinweisen der eigenen Website in einem eigenen Kapitel und Verlinkung auf diese bei den Stellenanzeigen bzw. der Karriereseite
  • Eigenständige Datenschutzhinweise hinterlegen bzw. verlinken
  • Automatisierte E-Mail nach Bewerbungseingang, wobei wir diese Variante nicht empfehlen, da die Information nachweisbar vor der Datenverarbeitung erfolgen muss

Einsatz eines Bewerbungsmanagement-Tools sowie Wahrung des Need-To-Know-Prinzips

Unter dem Need-To-Know-Prinzip ist zu verstehen, dass nur jene Personen die Bewerbungsunterlagen zu Gesicht bekommen dürfen, die an der Entscheidung über die Einstellung beteiligt sind. Dies ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden und kann daher nicht pauschal beantwortet werden.

Setzt du ein Bewerbungsmanagement-Tool ein und werden die Daten darin automatisch gespeichert, so ist bei der Konfiguration von diesem auch ein Berechtigungskonzept zu hinterlegen, um das Need-To-Know-Prinzip zu wahren. Darin kann der gesamte Workflow, von der Veröffentlichung der Stellenanzeige über den Eingang der Bewerbungen und den Verlauf dessen sowie den zuständigen Personen, abgebildet werden. Ein Berechtigungskonzept hilft Unternehmen auch, unangenehme Datenpannen (Datenschutzverletzungen) zu vermeiden: Die Weiterleitung von Bewerbungsdaten an die „falschen“ („unzuständigen“) Personen im Unternehmen entspricht bereits einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, da es zu einer Offenlegung von Daten an Unberechtigte kam.

Noch unangenehmer wird es für Unternehmen, wenn die Bewerbungsunterlagen bzw. Informationen über den Verlauf des Bewerbungsprozesses an den falschen Bewerber geschickt werden. Diese Art von Datenschutzverletzung stellt nach einer gerichtlichen Entscheidung ein hohes Risiko für den Betroffenen dar, da dieser die Kontrolle über seine Daten verloren hat und somit auch mit unangenehmen Folgen rechnen musste. Solche Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten müssen einerseits der zuständigen Datenschutz-Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden ab Kenntnis gemeldet werden, andererseits besteht auch eine Informationspflicht an den Betroffenen, da von einem hohen Risiko auszugehen ist (Art. 34 DSGVO). In einem ähnlich gelagerten Fall erhob ein Betroffener einen Schmerzensgelds-Anspruch nach Art. 82 DSGVO und ihm wurden € 1.000 zugesprochen.

Schulungen für Personalabteilungen und weitere involvierte Personen

Zur Vermeidung von Ansprüchen von Betroffenen sowie von Auseinandersetzungen mit Behörden und Gerichten sollten die Personalverantwortlichen in deinem Unternehmen regelmäßig geschult und auf die Anforderungen der DSGVO hin sensibilisiert werden. Schulungsnachweise solltest du entsprechend in die (elektronische) Personalakte aufnehmen, da Unternehmen einer umfassenden Rechenschaftspflicht nach der DSGVO unterliegen. SCALELINE bietet maßgeschneiderte Schulungen zu diesen und weiteren Aspekten des Datenschutzes für Unternehmen in Österreich und Deutschland.

Zur Autorin:
Mag. Elisa Drescher ist Data Protection Enthusiastin, Juristin und Co-Gründerin von SCALELINE LTD, einer Unternehmensberatung für Datenschutzrecht. Nach ihrer Tätigkeit bei einer renommierten Unternehmensberatung für Datenschutz in Deutschland verbindet sie die Anforderungen der DSGVO sowie den nationalen Datenschutzgesetzen in Österreich und Deutschland und vermittelt das für viele sehr trockene Thema Datenschutz auf eine sehr lockere und charmante Weise. Denn Datenschutz geht uns alle an. Und mit SCALELINE wird Datenschutz[R]echt easy. Mehr Informationen zu SCALELINE: https://dataprotection-scaleline.com/

20 Tipps, um mehr Auszubildende zu finden

20 Tipps, um mehr Auszubildende zu finden

Du möchtest Auszubildende für dein Unternehmen gewinnen? Das kann in Zeiten, in denen es immer weniger junge Menschen gibt, die eine Ausbildung machen möchten, zu einer Herausforderung werden. Immer mehr Heranwachsende entscheiden sich für ein Studium und viele Ausbildungsstellen bleiben somit unbesetzt. Auszubildende zu finden, ist nicht leicht.

Neben dem Senken von Hürden für die Bewerbung, gibt es für Unternehmen jedoch verschiedene Möglichkeiten, für Azubis attraktiver zu werden. In diesem Beitrag erhältst du wertvolle Tipps, wie du die richtigen Bewerber für deine Ausbildungsstellen gewinnen kannst. Du erfährst außerdem, was Azubis bei Stellenanzeigen wichtig ist und welche Anreize du Auszubildenden bieten solltest. Azubis zu suchen – das gehört mit unseren Tipps der Vergangenheit an!

Wenn du die Anregungen aus diesem Beitrag umsetzt, dann sparst du dir in vielen Fällen teure Personaldienstleister und Werbekampagnen. Mit unserem Expertenwissen erklären wir in einfachen Schritten, wie du dein Online-Recruiting verbessern und dadurch mehr Bewerbungen erhalten kannst – auch für Azubi-Stellen! Viele hilfreiche Informationen rund ums Thema Personalmarketing erhältst du kostenlos in unserer Personalmarketing-Bibliothek oder auch im Personalmarketing Podcast. Spannend, witzig und Know-how-geladen.

*Partnerlink: Dieser Beitrag enthält Werbelinks. Wenn du über einen so markierten Link Produkte bestellst, erhalten wir von unserem Partnerunternehmen dafür eine Provision. Für dich ergeben sich dadurch jedoch keine weiteren Kosten!

Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

Als Unternehmen attraktiver auftreten und Azubis gewinnen

Du hast Schwierigkeiten, den passenden Auszubildenden zu finden? Dann schöpfst du möglicherweise nicht dein gesamtes Potenzial aus. 

Der richtige Pep für die Karriereseite – So sprichst du Azubis an

Eine direkte Ansprache der gesuchten Kandidaten ist die Voraussetzung, um Bewerber abzuholen und passende Auszubildende zu finden. Das Zuschneiden der Karriereseite auf die Auszubildenden bedeutet konkret: das Hervorheben der für Azubis relevanten Vorteile. Mache es den Bewerbern leichter und ermögliche z.B. die einfache “Online-Buchung” von Praktika. Mache deutlich, dass ein Praktikant nicht nur Kaffee kocht. Oder wie wäre es beispielsweise mit Bewerbungen per Video, WhatsApp oder einem Formular in 90 Sekunden? Eine solche Kommunikationsmöglichkeit bietet (nicht nur) jungen Menschen eine niederschwellige Kontaktaufnahme und erleichtert den Bewerbungsprozess.

a, nein, vielleicht - Tipps um mehr Azubis zu finden

Der Schritt in die Ausbildung wird häufig von Ungewissheit und vielen Fragen begleitet. Einige Fragen, die sich künftige Auszubildende eventuell stellen, sind z.B.:

  • Soll ich diese Ausbildung machen?
  • Oder mache ich lieber eine andere Ausbildung?
  • Was bietet mir der Betrieb, auch für die Zukunft?
  • Wie sind die Kollegen? 
  • Wie ist die Arbeit in dem Betrieb?
  • Was werde ich lernen?
  • Wie wird es mir ergehen?

Nutze es als Chance, deinen zukünftigen Bewerbern die Informationen zu bieten, die sie wollen und brauchen. So kannst du ihnen die Unsicherheit bereits im Voraus nehmen. Ideal eignen sich dafür Interviews, z.B. in Form von eingebundenen Videos von bisherigen Lehrlingen. Ein Erfahrungsaustausch über die Ausbildung, den Arbeitsalltag und dich als Arbeitgeber ist eine gute Maßnahme, um Kandidaten zu überzeugen.

Ein paar Gründe, die junge Menschen davon abhalten, eine Ausbildung zu machen, sind z.B.:

  • Fehlende Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten
  • Unattraktive Ausbildungsbetriebe 

Potenzielle Auszubildende müssen informiert werden, welche Chancen eine Ausbildung bietet. Unternehmen sollten daher bereits in den Schulen ansetzen und jungen Menschen zeigen, warum ihr Unternehmen ein hervorragender Ausbildungsbetrieb ist. Durch das Anbieten von Schnuppertagen können Schüler einen guten Einblick in mögliche Ausbildungsbetriebe erhalten.

Um aussagekräftige Bewerbungen zu erhalten, solltest auch du als Unternehmen aussagekräftig sein und genügend interessanten “Stoff” bieten, vor allem in deiner Stellenanzeige und auf deiner Karriereseite. Beides stellen die wichtigsten und ersten Kontaktpunkte zum zukünftigen Azubi dar. Sind diese unvollständig oder gar nicht vorhanden, wirkt das auf Bewerber sehr unattraktiv. 

Um das zu vermeiden, erfährst du hier ein paar der wichtigsten Punkte, die auf (d)einer idealen Karriereseite unbedingt enthalten sein sollten: 

  • Ausführliche Unternehmensbeschreibung (als Arbeitgeber)
  • Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten
  • Bilder, Zitate und Videos
  • Bewerbungsmöglichkeiten
  • Arbeitgeberbewertungen
  • Arbeitgebersiegel und Auszeichnungen, falls vorhanden

Die vollständige Liste sowie weitere hilfreiche Informationen zum Optimieren von Stellenanzeigen und Karrierewebsites findest du im Online-Kurs: Erfolgreiches Online-Recruiting. Vorbeischauen lohnt sich, denn hier erhältst du viel Know-how, mit dem deine Stellenanzeigen bei Azubis garantiert herausstechen wird.

Außerdem erfährst du in der Podcastfolge #009 Das unentdeckte Potenzial der Karriereseite, wie du das volle Potenzial deiner Karrierewebsite ausschöpfen kannst.

Unser Tipp Nummer 1: Stelle für Interessenten Interviews und Videos von aktuellen Auszubildenden bereit.

Unser Tipp Nummer 2: Biete Schnuppertage an.

Schlechtes Beispiel einer Karriereseite

Auszubildende finden, Beispiel einer schlechten Karriereseite

Eine eigene Karriereseite für Auszubildende

Ein wichtiger Anhaltspunkt für Bewerber ist die Karriereseite. Dort bilden sich Bewerber einen Eindruck vom Unternehmen und erhalten wichtige Informationen. Das gilt selbstverständlich auch für Auszubildende und Praktikanten. Daher lohnt es sich auch für sie, eine eigene Karriereseite anzulegen. Das schafft eine Ebene auf Augenhöhe und die jungen Menschen fühlen sich unmittelbar angesprochen. Die Ansprache von Auszubildenden unterscheidet sich zu der von Fach- oder Führungskräften. Es gibt viele Vorteile, die nur für junge Menschen relevant sind: 

  • Welche Ausbildungsberufe werden geboten?
  • Wie sehen diese konkret aus?
  • Was sind spätere Karrieremöglichkeiten im Unternehmen und außerhalb?
  • Unterstützt dein Unternehmen die Auszubildenden auch in Lernphasen? 
  • Wie lassen sich Berufsschule und Arbeit mit deinem Betrieb vereinbaren?
  • Welche Vorteile bietest du den Auszubildenden genau?

Unser Tipp Nummer 3: Lege eine Karriereseite extra für Auszubildende an.

Unser Tipp Nummer 4: Passe die Vorteile an die Auszubildenden an.

Auf der Karriereseite sollten alle wichtigen Fragen und Informationen zum Unternehmen, der Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgeführt sein.
“Alte Hasen”, also Personen, die den Beruf bereits gelernt und in ihm gearbeitet haben, interessieren diese Fragen nicht. Der Zweck hinter einer eigenen Karriereseite ist es, die potenziellen Bewerber genau dort abzuholen, wo sie gerade sind, und punktgenau zu überzeugen. Aber nicht nur die Fragen zur Ausbildung unterscheiden sich. Auch die Vorteile müssen auf die Bewerber angepasst werden. Dazu später mehr.

Es lohnt sich ebenfalls, auch Praktikanten direkt anzusprechen. Im besten Fall verläuft ein Praktikum so gut, dass der Praktikant nach seinem Schulabschluss zum Auszubildenden im Unternehmen wird. 

Auf der Karriereseite für Auszubildende und Praktikanten kann das Unternehmen bestens über verschiedene offene Stellen informieren. Ausbildungen, Praktika oder auch ein duales Studium: Zeige, welche Möglichkeiten den Bewerbern und Interessenten in deinem Unternehmen geboten werden. Das lässt sich zudem hervorragend mit Bewerbungstipps für Schüler und Berufseinsteiger verbinden. So erhalten die Bewerber wertvolle Hilfestellung und du senkst die Bewerbungshürden. Im Gegenzug erhältst du passendere Bewerbungen. Wenn du Hilfe bei der Erstellung einer Karriereseite benötigst, dann buche dir einen kostenlosen Kennenlerntermin bei uns!

Unser Tipp Nummer 5: Binde für Auszubildende wichtige Informationen in der richtigen Ansprache ein.

Unser Tipp Nummer 6: Biete Bewerbungstipps für Schüler und Berufseinsteiger.

Stellenanzeige für Auszubildende – Der Inhalt entscheidet

Zeitung und Lupe, Stellenanzeigen für Auszubildende

Die Stellenanzeige als erster Kontakt zum Unternehmen ist für Bewerber ausschlaggebend. Floskeln oder scheinbar leere Versprechungen, eine endlose Liste mit Anforderungen, welche für künftige Auszubildende gar unmöglich sind, zu erfüllen: Dadurch wird eine Bewerbung zum reinen Hürdenlauf, und Unternehmen vergraulen vielversprechende Bewerber. 

Eine aussagekräftige Stellenanzeige, die wichtige Inhalte der Ausbildung sowie Informationen zum Unternehmen, zum Beruf und den Mitarbeitervorteilen enthält, ist bereits die halbe Miete im Bewerberprozess. Im Folgenden zeigen wir, wie es nicht gemacht werden sollte. 

Unser Tipp Nummer 7: Verzichte auf Floskeln in der Stellenanzeige.

Negativ-Beispiel einer Stellenanzeige für eine Ausbildung im Bereich Zahnmedizin:

Auszubildende suchen, Beispiel einer schlechten Stellenanzeige

Zunächst fehlen Informationen zum Betrieb selbst. Dem Bewerber wird kein Anreiz geboten, sich bei genau diesem Betrieb zu bewerben. Und welche Fähigkeiten zählen genau für den Job? Was soll der Bewerber mitbringen, und was wird von ihm verlangt? Eine große Hürde dieser Stellenanzeige zeigt sich ebenfalls darin, wie Bewerber ihre Bewerbung abgeben sollen. 

Die Bewerbung per Post zu verlangen, ist längst nicht mehr zeitgemäß und sorgt dafür, dass sich viele Bewerber gegen eine Bewerbung entscheiden. Schließlich ist es einfacher und schneller, direkt vom Smartphone den Lebenslauf und die Bewerbung zu senden, statt sie auszudrucken und per Post versenden zu müssen. Das bedeutet schon im Voraus mehr Wartezeit für den Bewerber und verzögert unnötig den Bewerbungsprozess. Nach dem Arbeitsrecht darf von Bewerbern außerdem kein Bewerbungsfoto verlangt werden. 

Einen bestimmten Notendurchschnitt vorauszusetzen, stellt aus Expertensicht zudem eine unnötige Hürde dar. Im Notendurchschnitt sind auch Fächer einbezogen, die außerhalb des benötigten Fachgebietes liegen. Durch diese Art von Vorauswahl könnten Unternehmen die passenden Kandidaten schlichtweg verpassen.

Unser Tipp Nummer 8: Achte auf eine aussagekräftige Stellenanzeige.

Unser Tipp Nummer 9: Halte Bewerberhürden so gering wie möglich.

Positiv-Beispiel einer Stellenanzeige für eine Ausbildung im Bereich Zahnmedizin:

Junge Menschen, medizinisches Fachpersonal, Azubis finden

Ausreichend Informationen zum Arbeitgeber, dem Ausbildungsort, dem Ausbildungsgehalt und auch Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung werden den Auszubildenden immer wichtiger. Auszubildende suchen nach passenden Stellen, sie wollen ihre Zukunft in der Hand haben. Daher können auch Weiterbildungsangebote oder die Übernahmequote des Unternehmens wichtige Anhaltspunkte für die Kandidaten sein. Bietet das Unternehmen ein Jobticket für Bus und Bahn an, sollte dies auch als Vorteil in der Stellenanzeige übernommen werden, sodass Bewerber direkt Informationen dafür erhalten. 

Die vollständige optimierte Stellenanzeige findest du in unserer kostenlosen Personalmarketing-Bibliothek.

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Die wichtigsten Punkte einer erfolgreichen Stellenanzeige für Auszubildende zusammengefasst

  • Enthält eine Vorstellung des Unternehmens
  • Keine nichtssagenden Floskeln
  • Mobile Optimierung der Karriereseite und Stellenanzeige
  • Geringe Bewerbungshürden – Bewerbung ohne Anschreiben
  • Kontaktaufnahme möglichst einfach (z.B. via Messengerdienst)
  • Wirkliche Vorteile konkret hervorheben (Jobticket, Weiterbildungen)
  • Direkte Verlinkungen und Informationen zum Job 

Wenn du bereits eine Stellenanzeige geschrieben hast und diese von Personalmarketing-Experten prüfen lassen möchtest, dann buche unsere Stellenanzeigen-Analyse und erhalte ausführliches Feedback, welches deine Stellenanzeige bedeutend attraktiver machen wird! In unserer Personalmarketing-Bibliothek findest du darüber hinaus hilfreiche Fragen und Muster-Stellenanzeigen. Fordere jetzt deinen Zugang für 0 € an!

Unser Tipp Nummer 10: Mache die Vorteile, die du bietest, deutlich.

Unser Tipp Nummer 11: Verzichte bei der Bewerbung auf ein Anschreiben.

Stellenanzeige auf sozialen Netzwerken

Junge Frau mit Smartphone in den Händen, Azubi-Gewinnung online

Für junge Menschen sind soziale Netzwerke ein Dreh- und Angelpunkt. Dort tauschen sie sich aus und holen sich Informationen über wichtige Themen. Warum dann nicht auch über mögliche Ausbildungsstellen? Die Stellenanzeige auf sozialen Netzwerken wie etwa LinkedIn, Instagram oder Facebook zu veröffentlichen, kann Unternehmen dabei helfen, passende Bewerber zu finden und von sich zu begeistern. 

Aber aufgepasst! Die Stellenanzeige sollte sich an die sozialen Netzwerke und vor allem an die Bewerber anpassen. Der größte Fehler wäre es, einfach eine PDF- oder Bilddatei von einer Standard-Stellenanzeige zu veröffentlichen. Die Stellenanzeige muss zum aussagekräftigen Eyecatcher werden, schließlich willst du als Unternehmen auf dich aufmerksam machen. 

Unser Tipp Nummer 12: Optimiere die Stellenanzeige für mobile Endgeräte.

Unser Tipp Nummer 13: Sei auf sozialen Netzwerken aktiv.

Negativbewertungen vermeiden und Positives hervorheben

Was für Arbeitnehmer die Arbeitszeugnisse sind, ist für Unternehmen das Internetportal für Arbeitgeberbewertungen. Die Internetplattform Kununu macht es Arbeitnehmern möglich, anonym Arbeitgeber zu bewerten. Mit über 4 Millionen Bewertungen zu mehr als 950.000 Unternehmen ist es die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform. Die Chancen, dass auch dein Unternehmen dort bewertet wurde, oder es noch wird, stehen dementsprechend hoch. 

Umso wichtiger ist es also das Unternehmensprofil gut zu pflegen, denn negative Bewertungen dort haben viele Nachteile. Das Image eines Unternehmens kann mitunter großen Schaden nehmen. In jedem Fall sollte bei einer negativen Bewertung eine Antwort hinterlassen werden, in welcher signalisiert wird, dass man als Unternehmen einen anderen Anspruch hat bzw. Probleme lösen möchte.

Anreize bieten, eine Ausbildung zu machen

Für dich als Arbeitgeber ist es extrem wichtig, auf die Gründe einzugehen, die für eine Bewerbung in deinem Unternehmen sprechen, und Negatives abzufedern. Gehe in der Stellenanzeige deshalb genau auf die Aspekte ein, die dein Unternehmen bietet.

Junge Frau am Laptop im Büro, Azubis online suchen und finden

Wichtigste Anreize für Auszubildende

Unternehmen können noch weiter in die Trickkiste greifen, um suchende Bewerber für sich zu gewinnen: Neben einer aussagekräftigen Stellenanzeige und einer attraktiven Ausbildungsstelle, schaffen die richtigen Anreize für eine Ausbildung eine gute Verbindung zum Bewerber. Warum sollte er sich bei deinem Unternehmen für die Ausbildung bewerben? Was erhält er dabei? Warum ist die Ausbildung in deinem Unternehmen ein Vorteil?

Wertschätzung zeigen

  • Positives Feedback geben
  • Verbale Anerkennung / Lob geben
  • Vertrauen entgegenbringen
  • Urkunden 
  • Auszeichnungen

Motivieren

  • Garantie auf Festanstellung nach erfolgreicher Ausbildung
  • Schulungen ermöglichen
  • Eigene Projekte durchführen lassen

Finanzielle Sicherheit mit Bonus

  • Faires Ausbildungsgehalt
  • Prämien für besondere Leistungen
  • Pauschalen für Berufsschule/Arbeitsweg, alternativ ein Jobticket
  • Bezuschussung des Führerscheins

Kennst du bereits unser E-Book “Was Mitarbeitern wirklich wichtig ist!”? In diesem findest du über 100 Mitarbeitervorteile mit Beispiel-Formulierungen für Stellenanzeigen und Karriereseiten. Und das für nur 12,99 €. Wende das Wissen an, und spare dir viel Zeit durch unsere Vorarbeit: Hier geht es zum Download des E-Books.

Unser Tipp Nummer 14: Biete wichtige Anreize für Auszubildende.

Lehrlinge für eine Ausbildung zum Schreiner online finden

Diese Anreize sprechen für eine Ausbildung statt Studium

Nicht jedem Bewerber fällt die Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium leicht. Hier ist es deshalb wichtig, Punkte mit aufzugreifen, die für eine Ausbildung sprechen:

  • “Du möchtest direkt in die Praxis starten.”
  • “Du möchtest in nur wenigen Jahren ein gutes Gehalt.”
  • “Du möchtest nicht nur eine Matrikelnummer unter vielen sein.”
  • “Du möchtest Teil eines Teams werden.”
  • “Du möchtest endlich in die Arbeitswelt eintreten und ein berufliches Netzwerk aufbauen.”
  • “Du möchtest einen geregelten Arbeitsalltag.”
  • “Du möchtest praktische Erfahrung sammeln.”
  • “Du möchtest auf eigenen Beinen stehen.”
  • “Du willst nicht noch 10 Semester lernen.”
  • “Du möchtest fürs Leben lernen, statt für die nächste Klausur.”

Unser Tipp Nummer 15: Verdeutliche die Vorteile einer Ausbildung gegenüber eines Studiums.

Was steckt hinter Berufsbezeichnungen? – Videos und Interviews erklären!

Fragezeichen auf Tafel

Hinter jeder Berufsbezeichnung stecken eine Menge verschiedener Tätigkeitsbereiche und Aufgaben, die als Arbeitnehmer zu erledigen sind. Zwar gibt es in vielen Schulen Karrieretage und berufsvorbereitende Informationstage, doch nicht jeder Beruf kann dort genau erklärt werden. So kann es dazu kommen, dass Schüler nicht wissen, was hinter manchen Berufsbezeichnungen steht und welche Aufgaben in diese Bereiche fallen. Man nehme insbesondere englische Berufsbezeichnungen, die immer häufiger auch in Deutschland verwendet werden. Da wäre z.B. der Master of Welcome, also ein Rezeptionist. Wie englische Stellentitel und Anglizismen bei Bewerber ankommen, erfährst du übrigens in unserer Podcastfolge #026 Auswirkungen englischer Berufsbezeichnungen auf deutschsprachige Kandidaten und Kandidatinnen.

Um den künftigen Bewerbern ein klareres Bild vom Beruf und dessen Aufgaben zu bieten, lohnt es sich, diese anschaulich in Videos oder Interviews zu erklären. Das Anbieten von Praktika kann außerdem ein gelungener Einstieg für Unternehmen sein, sich in Schulen bekannt zu machen und sich als Arbeitgeber / Ausbildungsstätte in die Köpfe der künftigen Bewerber zu bringen. Dadurch wird die Suche nach Auszubildenden deutlich leichter. Praktika sollten dementsprechend nicht vernachlässigt werden und auch auf der Unternehmenswebsite Platz finden.

Praktika können durch Unternehmen stark gefördert werden, indem Unternehmen aktiv auf Schulen und Schüler zugehen. Den meisten Schülern machen interessante Tagesausflüge viel Spaß. Für Unternehmen bietet es sich daher an, selbst auf die Schulen zuzugehen und Führungen in ihren Betrieb anzubieten. Dadurch können die Arbeitnehmer von morgen bereits einen guten Eindruck in die Unternehmenskultur erhalten, und die Chancen auf interessierte Bewerber steigen.  

Den potenziellen Praktikanten wird eine Bewerbung im Unternehmen erleichtert, wenn die Praktika oder auch Kennenlerntermine online verfügbar bzw. buchbar sind. Ebenfalls sollten Unternehmen die Schülerbörsen beachten, auf denen Schüler nach verfügbaren Stellen für Praktika suchen. 

Unser Tipp Nummer 16: Biete Praktika für Schüler an.

Unser Tipp Nummer 17: Gehe aktiv auf Schulen zu.

Unser Tipp Nummer 18: Biete Kennlerntermine online buchbar / verfügbar an.

Unser Tipp Nummer 19: Sei auf Schülerbörsen aktiv.

(Un-)Beliebteste Branchen bei Auszubildenden

Bäckerei - Azubis für unbeliebte Ausbildungsberufe finden

Jeder dritte Betrieb findet keine Auszubildenden. Das liegt mitunter an dem steigenden Interesse am Studium, sodass immer weniger junge Menschen Ausbildungen beginnen möchten. Aber es gibt auch ausreichend Fälle, in denen Betriebe interessierte Jugendliche ablehnen, obwohl sie Auszubildende suchen, etwa weil sie den Bewerber nicht für geeignet halten. Vor allem in ländlichen Gegenden kommt es zum Bewerbermangel. Fehlende Mobilität und ungleiche Verteilung von Angebot und Nachfrage sind zusätzliche Hürden. 

Bestimmte Branchen und Ausbildungsberufe sind besonders unbeliebt und leiden unter einem schlechten Image: Das Lebensmittelhandwerk oder auch das Hotel- und Gastronomiegewerbe finden deutlich zu wenig Azubis, welche Bäcker/in, Fleischer/, Koch/Köchin oder Hotelfachmann/Hotelfachfrau werden wollen.

In diesen Branchen werden Azubis gesucht

Zu wenig Bewerber und zu wenig Nachwuchs: Auch das sind Gründe für den Fachkräftemangel. In diesen Branchen ist es für Unternehmen umso wichtiger, sich besonders anzustrengen, wenn sie Auszubildende finden möchten. Es lohnt sich, die Zeit zu investieren, gute und ansprechende Inhalte zu erstellen und Bewerber dort abzuholen, wo sie sind. Denn wer das nicht macht, der verschenkt Mitarbeiter an Wettbewerber, die das erkannt haben!

  • Baugewerbe
  • Büromanagement
  • Fachinformatik
  • Hotel- und Restaurantgewerbe
  • Informations- und Telekommunikationstechnologie
  • Mechatronik (für Kältetechnik sowie für Rollladen und Sonnenschutz)
  • Pflege, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Verkauf
  • Bäcker
  • Fleischer
  • Klempner

Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin und Leistungsvermögen werden vielen Unternehmen immer wichtiger. Gute Noten sorgen für positive Resonanz und sind für viele Berufe eine Voraussetzung. Bieten Bewerber diese nicht, kann daher eine Lehrstelle schnell unbesetzt bleiben. Das macht es komplizierter, Auszubildende zu finden. Eine Option für Unternehmen ist es, passenden Bewerbern durch angebotene, gezielte Nachhilfe Weichen zu stellen oder auch Ferienpraktika anzubieten.

Tipps, wie es Unternehmen unabhängig von der Branche oder der Lage schaffen, Auszubildende zu finden, erhältst du im spannenden Interview mit Humanunternehmer Gunnar Barghorn. In dieser Podcastfolge geht es um Azubi-Gewinnung, und wie er es schafft, dass 20 % der Mitarbeiter Auszubildende sind. 

Unser Tipp Nummer 20: Investiere Zeit für einen attraktiven Unternehmensauftritt.

Beliebteste Ausbildungsberufe für Auszubildende

Zahnarztbehandlung, Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte

Während manche Berufe mit zu wenig (passenden) Bewerbern zu kämpfen haben, können sich andere Berufe nicht beklagen. Denn Auszubildende suchen gezielt nach bestimmten Branchen. Die folgenden Auflistungen bieten eine Übersicht über die beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland.

Beliebt in Deutschland generell:

  • Kaufleute für Büromanagement
  • Verkäuferinnen und Verkäufer
  • Kaufleute im Einzelhandel
  • Kraftfahrzeugmechatronikerinnen und -mechatroniker
  • Medizinische Fachangestellte
  • Fachinformatikerinnen und -informatiker
  • Industriekaufleute
  • Elektronikerinnen und Elektroniker
  • Anlagenmechanikerinnen und -mechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Zahnmedizinische Fachangestellte

Beliebt bei Frauen:

  • Kauffrau für Büromanagement
  • Medizinische Fachangestellte
  • Zahnmedizinische Fachangestellte
  • Verkäuferin
  • Kauffrau im Einzelhandel
  • Industriekauffrau
  • Friseurin
  • Verwaltungsfachangestellte
  • Bankkauffrau
  • Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement

Beliebt bei Männern: 

  • Kraftfahrzeugmechatroniker
  • Fachinformatiker
  • Elektroniker
  • Anlagenmechaniker für Sanität-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Verkäufer
  • Kaufmann im Einzelhandel
  • Industriemechaniker
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Mechatroniker
  • Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement

20 Tipps zur Gewinnung von Auszubildenden auf einen Blick

Hier haben wir nochmal die wichtigsten Tipps für die Gewinnung von Auszubildenden für dein Unternehmen auf einen Blick zusammengefasst:

  1. Interviews/Videos von Auszubildenden als Infomaterial bereitstellen
  2. Schnuppertage für Schüler zum Kennenlernen des Unternehmens anbieten
  3. Karriereseite für junge Interessenten anbieten
  4. Vorteile für Auszubildende anpassen
  5. Informationen auf der Karriereseite sowie Ansprache an die Auszubildenden anpassen
  6. Bewerbungstipps für Schüler und Berufseinsteiger anbieten
  7. Verzicht auf Floskeln in Stellenanzeigen
  8. Nutze Aussagekräftige Stellenanzeigen
  9. Bewerberhürden so gering wie möglich halten
  10. Vorteile des Unternehmens für Auszubildende klar verdeutlichen
  11. Auf ein Anschreiben bei der Bewerbung verzichten
  12. Stellenanzeige mobil optimieren
  13. Soziale Netzwerke nutzen, um mit Auszubildenden in Berührung zu kommen
  14. Wichtige Anreize für Auszubildende bieten
  15. Vorteile der Ausbildung vs. Studium verdeutlichen
  16. Praktika für Schüler anbieten
  17. Aktiv auf Schule zugehen
  18. Kennlerntermine online verfügbar oder buchbar machen
  19. Schülerbörsen aktiv nutzen
  20. Investiere die Zeit, ein attraktives Unternehmen mit attraktivem Unternehmensauftritt zu sein

Du möchtest mehr über das Thema Personalmarketing lernen? Du möchtest mit einer kleinen Investition einen großen Schritt nach vorne gehen, um als Arbeitgeber sichtbarer und attraktiver zu werden und dadurch die Zahl der Bewerbungen zu erhöhen?

Dann haben wir ein Angebot für dich: unseren Onlinekurs zum Thema “Erfolgreiches Online-Recruiting”. Dieser enthält geballtes Wissen von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimierten Stellenanzeige bis hin zu einer attraktiven Karriereseite als optimale Ergänzung selbiger. Zusätzlich erfährst du, wie du deine Mitarbeitervorteile ausbauen und dich dadurch als attraktiven Arbeitgeber präsentieren kannst. Der Kurs richtet sich vor allem an Personalverantwortliche aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ihr Wissen im Bereich Online-Recruiting intern erweitern möchten. Mit dem Know-how aus unserem Kurs schreibst du zukünftig attraktivere Stellenanzeigen und erhältst in kürzerer Zeit qualifiziertere Bewerbungen.

Du hast keine Zeit für einen Onlinekurs? Auch dafür haben wir etwas im Angebot. Buche jetzt einen kostenlosen Kennenlerntermin und finde heraus, wie wir dich schnell dabei unterstützen können, Auszubildende zu finden!

Null Bewerbungshürden & überzeugende Mitarbeitervorteile: So gewinnst du (wechselwillige) Jobsuchende für dein Unternehmen

Null Bewerbungshürden & überzeugende Mitarbeitervorteile:
So gewinnst du (wechselwillige) Jobsuchende für dein Unternehmen

Das Jahr 2022 ist immer noch jung! Und viele Menschen mit Wunsch nach einem beruflichen Neuanfang suchen gerade im ersten Quartal nach einer neuen Arbeitsstelle, während sie im alten Job frustriert festsitzen und sich nach einer neuen Herausforderung sehnen. Besonders Montag und Dienstag sind wechselwillige Arbeitnehmer auf aktiver Jobsuche! – Kein Wunder, sind das doch die Wochentage, an denen die Motivation so richtig im Keller hängt! 

Auf der anderen Seite gibt es Arbeitgeber (wie dich?), die händeringend nach neuem Personal suchen, aber es irgendwie nicht schaffen, ihre Besonderheit und Attraktivität als Unternehmen so darzustellen, dass sie aus der Masse hervorstechen und Kandidaten für sich gewinnen. 

Wie gelingt es nun, die Aufmerksamkeit der (wechselwilligen) Jobsuchenden auf diese Unternehmen zu lenken? Die Lösung besteht aus 2 goldenen Tipps: Senke die Bewerbungshürden! Und werde zum attraktiven Arbeitgeber, indem du mit den Mitarbeitervorteilen überzeugst, die Kandidaten heutzutage wirklich wichtig sind. Welche das sind, und wie du das konkret umsetzt, das erfährst du in diesem Beitrag.

*Partnerlink: Dieser Beitrag enthält Werbelinks. Wenn du über einen so markierten Link Produkte bestellst, erhalten wir von unserem Partnerunternehmen dafür eine Provision. Für dich ergeben sich dadurch jedoch keine weiteren Kosten!

Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

#Tipp 1: Senke die Bewerbungshürden!

Stell dir vor, da sitzt ein Arbeitnehmer Montagmorgen frustriert an seinem Arbeitsplatz. Vor ihm liegt wieder eine volle Arbeitswoche und er fühlt sich jetzt schon total demotiviert. Was macht er? Genau: Er ergreift die Flucht nach vorn! Anstatt depressiv zu werden, sucht er aktiv nach neuen Alternativen. Und zwar mit seinem Handy auf Online-Stellenbörsen, Unternehmenswebsites, Karrierenetzwerken & Co.

Oft passiert das während der Arbeitszeit. Da bleibt nicht viel Zeit. Die meisten wollen sich schnell und unkompliziert bewerben. Nutze als Arbeitgeber die Gunst der Stunde und mache es diesen Jobsuchenden einfach, indem du die Hürden für eine Bewerbung so tief wie möglich setzt. Wie das geht? Ganz einfach:

Stellenanzeige als eigene HTML Seite – nicht als PDF

Baue deine Stellenanzeige auf Websites nicht als PDF- oder Bilddatei ein, sonst stellst du dir nur selbst ein Bein! Warum? Weil PDF- und Bilddateien unsichtbar sind für Suchmaschinen und diese daher den Kandidaten bei ihren Suchanfragen nicht angezeigt werden. Gibt es das PDF als Download, ist das sehr umständlich für Kandidaten: Niemand möchte erst eine Datei herunterladen, bevor er sie öffnen kann! 

Stelle die Anzeige daher lieber direkt zur Verfügung, indem jede deiner Stellenangebote eine eigene HTML-Seite innerhalb deines Karrierebereiches bekommt. So haben Kandidaten alle Informationen auf einen Blick, und auch die Suchmaschinen können auf den gesamten Text inklusive aller darin enthaltenen Keywords zugreifen und diesen für viel mehr relevante Suchanfragen anzeigen. Außerdem ist die Stellenanzeige mit eigener URL besser per Link teilbar, zum Beispiel über soziale Medien, Jobbörsen oder WhatsApp. Ein PDF wird nur selten weitergeleitet und lässt sich nicht durch einen einfachen Klick teilen.

Unkompliziert per Formular bewerben – ohne Bewerbungsunterlagen

“Bitte lassen Sie uns ihre kompletten Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf und den Zeugnissen ihres beruflichen Werdegangs zukommen.” – Puh! Das denken sich erstmal viele Kandidaten, wenn sie das lesen. Laut Umfragen sind mehr als die Hälfte aller Jobsuchenden von solchen Anforderungen, insbesondere vom Anschreiben, abgeschreckt. 

Das muss nicht sein! Hand aufs Herz: Brauchst du als Arbeitgeber wirklich ein Anschreiben und die Zeugnisse der letzten 10 Jahre, um dir ein erstes Bild vom Bewerber zu machen? Eher nein! Wenn der direkte Kontakt zum Kandidaten hergestellt und der erste Eindruck positiv ist, können Arbeitszeugnisse und Lebenslauf immer noch nachgereicht werden.  

Wir empfehlen, dass sich Kandidaten per Kurzformular (ohne Bewerbungsunterlagen) bewerben können – und zwar ohne sich vorab noch registrieren zu müssen, denn auch das ist letztlich zeit- und nervraubend. Einfach ein Formular zum Ausfüllen zur Verfügung stellen, z.B. über Google Formular oder Typeform. Einfacher geht es nicht. 

In unserer Podcastfolge #020 Bewerbung ohne Anschreiben erfährst du noch mehr über das Senken von Hürden bei Bewerbungen.

Telefonisches Kennenlerngespräch als ersten Kontakt

Auch in einem persönlichen Kennenlerngespräch am Telefon kann man sich einen ersten Eindruck vom Kandidaten verschaffen und schauen, ob “die Chemie stimmt”, ohne dass vorab schon irgendwelche Dokumente angefordert wurden. 

Gerade bei Stellen, bei denen es erfahrungsgemäß einen Mangel an Bewerbungen gibt, ist es daher ratsam, einen konkreten Ansprechpartner mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu benennen. Fordere dabei die Kandidaten auch aktiv dazu auf, sich bei Interesse an der Stelle einfach telefonisch zu melden und ins Gespräch zu kommen.

#Tipp 2: Biete die richtigen (!) Mitarbeitervorteile!

Die Bewerbungshürden zu senken, ist eine Sache! Die Kandidaten vom Unternehmen und der Stelle zu überzeugen, eine andere. Dabei ist es entscheidend zu wissen, was (potenziellen) Mitarbeitenden heutzutage wirklich wichtig ist in ihrem Job. Das heißt: Was sie motiviert, sich zu bewerben, und was sie auch langfristig in einem Unternehmen hält. 

Hier zeigen wir dir die wichtigsten Mitarbeitervorteile auf, die Kandidaten von einem guten Arbeitgeber erwarten:

Hard facts: Das Gehalt

Natürlich ist das Gehalt immer ein extrem wichtiges (wenn auch nicht das alleinige!) Kriterium für Kandidaten. Daher empfehlen wir: Nenne in der Stellenanzeige das Gehalt bzw. die Gehaltsspanne. Klar, wir wissen, dass viele Arbeitgeber das nicht gern schreiben, aber laut Studien erhöht die Gehaltsangabe in Stellenanzeigen die Klick- und Bewerbungsbereitschaft von Kandidaten deutlich. Es gibt ihnen eine klare Orientierung und erspart beiden Seiten letztlich Zeit, Geld und Energie, weil die mitunter schwierigen Gehaltsverhandlungen einfach entfallen. Wer sich auf eine Stelle mit klarer Gehaltsnennung bewirbt, der weiß genau, woran er ist. 
Für welche Branchen und Berufe dies besonders sinnvoll ist, und was du sonst noch darüber wissen solltest, erfährst du im kirschwerk Blogbeitrag “Gehaltsangaben in der Stellenbeschreibung – Das ist wichtig zu wissen”.

Soft facts: Der Wohlfühlfaktor

Aber der Verdienst ist bei weitem nicht das einzige Argument! Gerade kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht das Gehalt der großen Konzerne zahlen können, haben ganz andere Möglichkeiten, die Kandidaten zu überzeugen. Hier geht es um den Wohlfühlfaktor bei der Arbeit. Und dieser ist Mitarbeitern heutzutage mindestens genauso wichtig wie das Einkommen!  

Was sind nun die Vorteile, die laut Umfragen den Kandidaten nachweislich besonders wichtig sind? Hier findest du die wichtigsten aufgelistet: 

Den Einzelnen betreffend: Selbstbestimmtheit & Sinnstiftung 

  • selbstbestimmt arbeiten
  • die Möglichkeit zur Mitbestimmung
  • einen Sinn in der Arbeit / der Aufgabe sehen
  • die Überzeugung, für das Allgemeinwohl zu arbeiten
  • sich bei der Arbeit wohlfühlen 

Die Beziehungen betreffend: Wertschätzung & Vertrauen

  • Wertschätzung des Individuums vom Vorgesetzten und vom Team
  • Anerkennung vom Vorgesetzten und vom Team
  • Vertrauen vom Vorgesetzten und vom Team
  • Wahrnehmung des Individuums
  • angenehme Teamatmosphäre

Das Unternehmen betreffend: Firmenkultur & Kommunikation

  • eine stimmige Firmenkultur
  • offene Kommunikation
  • Transparenz
  • Verständnis

Mitarbeitergespräche können ganz besonders zum Wohlfühlfaktor beitragen, Konflikte lösen und die Motivation stärken. Was du dabei alles beachten solltest, besprechen wir in unserer Podcastfolge #i001 Wertschätzende Mitarbeitergespräche führen – Interview mit Andreas Zaiss.

Mitarbeitervorteile richtig kommunizieren 

Jetzt kennst du die wichtigsten Mitarbeitervorteile! Mindestens genauso wichtig aber ist die Frage: Wie kommuniziert man diese richtig? So, dass sie anschaulich, konkret und auch glaubwürdig für das jeweilige Unternehmen formuliert sind. 

Dabei gibt es Unterschiede zu beachten zwischen Stellenanzeige und Karrierewebsite: Nicht jeder Benefit, der auf der Karriereseite Erwähnung finden sollte, eignet sich auch für die Stellenanzeige. Auch werden im Stellenangebot die Mitarbeitervorteile viel knapper und punktgenauer formuliert, als es auf der Karrierewebsite der Fall ist. 

Wir empfehlen jedem Unternehmen dringend, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Denn letztlich sind es die Mitarbeitervorteile, die darüber entscheiden, ob sich ein Kandidat für oder gegen deinen Job entscheidet! 

Damit du Zeit sparen kannst, gibt es für dich unser E-Book “Was Mitarbeitern wirklich wichtig ist”, in dem du über 100 Mitarbeitervorteile aufgelistet findest: übersichtlich nach Kategorien sortiert und mit vielen Formulierungsbeispielen sowie Expertentipps für deine Stellenanzeige und Karrierewebsite! Damit punktest du auf jeden Fall als attraktiver und einzigartiger Arbeitgeber! 

Wenn du die Stellenanzeige und deine Karriereseite miteinander verbinden möchtest, schaue in unserem Blogartikel zum Thema Stellenanzeigen auf Karrierewebsites – Was du unbedingt beachten solltest vorbei.

Aber auch unsere Personalmarketing-Bibliothek lohnt sich allemal: Hier findest du Muster-Stellenanzeigen, Checklisten, Expertentipps und mehr – und das alles für 0 €! Einfach anmelden mit deiner E-Mail-Adresse und schon kannst du stöbern unter einer Vielzahl von heißbegehrten Personalmarketing-Werkzeugen!

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Mehr & passgenaue Bewerbungen – Wir unterstützen dich dabei!

Mehr und passgenaue Bewerbungen zu erhalten, kann leichter sein, als du vielleicht denkst. Oft sind es viele kleine Details, die in der Summe eine enorme Wirkung haben. Wir vom kirschwerk wissen genau, an welchen Stellschrauben du drehen solltest, um zum Erfolg zu kommen.

Vereinbare daher gern deinen kostenlosen Kennenlerntermin mit unserem Experten Malchus Kern. Gemeinsam schauen wir, wo deine Stellenanzeige konkret verbessert werden sollte und wie dich das kirschwerk dabei unterstützen kann!

Oder einfach anrufen:
0049 / (0)751 – 185 282 30
Oder E-Mail schreiben: malchus.kern@kwdev.dev-webseite.de

Wertschätzende Mitarbeitergespräche führen – Interview mit Andreas Zaiß

Wertschätzende Mitarbeitergespräche führen -
Interview mit Andreas Zaiß

Ein großer Aufhänger, wie ernst es ein Arbeitgeber wirklich damit meint, ein guter Arbeitgeber zu sein, ist das Thema Mitarbeitergespräche. Bei einigen Unternehmen ist das ein Quell für eine erfolgreiche und wertschätzende Zusammenarbeit, weil auch Kritik in einem geschützten Raum angesprochen werden kann. Bei anderen Unternehmen findet ein Mitarbeitergespräch gar nicht statt oder nur “von oben herab”. Mitarbeitergespräche sind wichtige Instrumente für Führungskräfte.

Ich spreche mit Andreas Zaiss über das wichtige Thema Mitarbeitergespräche. Was verpassen Unternehmen, wenn Probleme nur “auf dem Flur” besprochen werden? Was ist ein guter Zeitpunkt für ein Feedbackgespräch? Welche Fragen sind besonders wirkungsvoll? Und was haben Mitarbeitergespräche mit Spaziergängen zu tun? Das alles erfährst du in dieser Folge.

Inhalte dieser Folge:

  • Die 4 Fragen für ein zielführendes Mitarbeitergespräch
  • Wie viel Zeit für Mitarbeitergespräche eingeplant werden sollte
  • Welche Inhalte sollten Mitarbeitergespräche haben?
  • Und wie gehe ich vor, wenn es mal kritische Themen gibt?

Hier erfährst du mehr über Andreas Zaiss und AZ-Ans Ziel:

Zur Webseite von AZ-Ans Ziel
Zum YouTube Kanal von AZ-Ans Ziel

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Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

Nina Kirsch: Hallo, Andreas! Ich freue mich total, dass du heute hier bist in unserem Podcast.

Andreas Zaiss: Ja, ich mich auch. Hallo Nina,

Nina Kirsch: Ja, werfen wir vielleicht kurz einen Blick zurück. Wie kam es eigentlich, dass wir uns jetzt mittlerweile schon vor vielen Jahren über den Weg gelaufen sind? Und ich weiß gar nicht, ob ich dir das jemals erzählt habe: Ich habe damals mit dem Tobi zusammengearbeitet. Der macht heute digitale Trainings und ist spezialisiert auf die Bedürfnisse von HR, Personalberater*innen und Recruiter*innen.

Andreas Zaiss: Ja, sehr spannend.

Nina Kirsch: Absolut, ein sehr wichtiges Thema. Ich habe damals mit ihm zusammengearbeitet in einem Unternehmen, und er wirkte irgendwie gestresst. Und eines Tages war er die Ruhe selbst. Da habe ich ihn gefragt: Tobi, was ist passiert? Und dann hat er mir erzählt, dass er in einem Coaching bei dir war. Kannst du dich noch an Tobi erinnern?

Andreas Zaiss: Ja, natürlich. Tobi, den kenne ich gut, und wir sind immer noch in einer sehr guten Verbindung miteinander.

Nina Kirsch: Sehr cool. Ja, ich seitdem tatsächlich auch – bis heute. Ich werde heute noch mal ein Meeting mit ihm haben. Was ist denn seitdem mit dem kirschwerk passiert? Wir sind ja stark gewachsen, Strukturen haben sich geändert, Mitarbeiter sind dazugekommen. Und Teamführung kommt dann halt auch als Aufgabe dazu. Und darüber habe ich mich mit Tobi unterhalten bzw. habe ich auf deiner Website mal nachgeschaut und dann das erste Coaching gebucht.

Andreas Zaiss: Genau.

Nina Kirsch: Und ich war so begeistert, dass ich daraufhin das zweite gebucht habe. Und dann sogar die Coach-Ausbildung bei dir, die mich als Thema einfach mega begeistert hat. Vor allem die Art und Weise, wie du das machst.

Andreas Zaiss: Das freut mich, dankeschön.

Nina Kirsch: Ja, mich auch. Vielleicht noch ein bisschen als Background zu dir. Wenn ich das richtig recherchiert habe, dann bist du seit 1996 ausgebildeter Trainer.

Andreas Zaiss: Ja, genau.

Nina Kirsch: Und seit 1999 sogar ausgebildeter Coach.

Andreas Zaiss: Sehr gut recherchiert, genau richtig.

Nina Kirsch: Ich kann noch eine Schippe drauflegen, denn du hast ja das Persönlichkeitsmodell MUV Ko entwickelt. 

Andreas Zaiss: Genau.

Nina Kirsch: Dazu gibt es, glaube ich, auch Coaching Sessions bei dir.

Andreas Zaiss: Dazu gibt es Seminare, genau. Das ist auch Teil von unserer Führungsfortbildung, und damit arbeiten wir seit mittlerweile 20 Jahren.

Nina Kirsch: Mega krass. Also ich kann mich nicht erinnern, dass ich vor 20 Jahren überhaupt was von Coaching gehört habe. Und das ist auch schon der springende Punkt: Mit “AZ-Ans Ziel” habt ihr euch vor allem auf die Bereiche Selbstführung, Team und Teamführung, Persönlichkeitsentwicklung mit dem eben erwähnten MUV sowie Coaching und Coach-Ausbildung fokussiert. Kann man das so zusammenfassen?

Andreas Zaiss: Genau. Also es geht im Endeffekt immer wieder darum, dass Führungskräfte und Entscheiderinnen / Entscheider zu uns kommen. Entweder mit ihrem Team oder sie kommen für sich persönlich. Und je nachdem, wo sie stehen, brauchen sie dann entweder vielleicht mehr was zum Thema Selbstführung oder mehr Führungs-Tools für ihre Mitarbeiter oder vielleicht einfach auch etwas in Richtung persönliche Weiterentwicklung. Und dafür ist die Coach-Ausbildung natürlich super geeignet.

Nina Kirsch: Absolut. Also von der Coach-Ausbildung kann ich sagen, dass ich einfach für mich privat viel mitgenommen habe. Aber auch im Zusammenleben mit der Familie und natürlich auch mit dem Team vom kirschwerk. Es ist schon sehr vielfältig und na ja, wir haben es ja gerade schon angesprochen: Du bist ja seit über 20 Jahren Coach, und es würde mich interessieren, wie man überhaupt auf die Idee kam, vor 20 Jahren Coach zu werden?

Andreas Zaiss: Ja, das ist eine echt spannende Frage, weil damals war der Begriff Coaching wirklich noch eher etwas Seltenes. Und ursprünglich habe ich ja die Ausbildung zum Trainer gemacht, zum Management Trainer. Ich habe damals in einem Netzwerk gearbeitet, Marder Unternehmenskommunikation hieß das.
Da haben wir viel Trainings gemacht für Führungskräfte in der Automobilbranche. Das war ja damals auch so ein großer Wandel und so ein Prozess in Richtung Total-Quality-Management und Kaizen sowie neue Führungsstrukturen.
Was aber eigentlich das Frustrierende war: Dass immer wieder Teilnehmer beim zweiten, dritten Training gekommen sind und gesagt haben: ”Das ist ja toll, was wir hier machen, aber wir kriegen es nicht richtig umgesetzt”. Also die Welt da draußen, die passt nicht zu dem, was wir hier im Training machen. Das hat mich ziemlich frustriert, und dadurch hab ich mich auf die Suche gemacht und bin dann auf das Thema Coaching gestoßen. Und bei Coaching ist der Ansatz ja ein ganz anderer. Nicht, dass man irgendwelche Inhalte vermittelt, und die Teilnehmer setzen das dann um. Sondern der Ausgangspunkt ist der Mensch: Der kommt mit seinem Ziel und mit den Hindernissen, die da sind, um mit dem Gemeintem dann seine passende Strategie oder ihre passende Strategie zu entwickeln. Das ist das, was im Coaching passiert, und es macht einfach unheimlich Freude und bringt viel mehr Erfolg, ist viel nachhaltiger.

Nina Kirsch: Ja, dass sich einfach wirklich etwas verändert in den Menschen.

Andreas Zaiss: Genau. Und das ist das Spannende: In dem Moment, wo ich bei mir was verändere, dann verändert sich plötzlich auch etwas im Außen. Ganz einfach, weil ich andere Verhaltensweisen an den Tag lege, weil ich anders wirke auf die anderen. Gerade bei Führungskräften ist natürlich die Art und Weise, wie sie wirken und sich verhalten, ein ganz entscheidender Faktor für das, was dann gelingt oder nicht gelingt.

Nina Kirsch: Ja, tatsächlich nicht zu unterschätzen, auch wenn man es oft nicht so auf dem Schirm hat, glaube ich.

Andreas Zaiss: Ja, ja, genau. Man denkt ja: ”Ich bin halt ich, und ich habe jetzt diesen schwierigen Mitarbeiter, und ich verstehe gar nicht, weshalb das so schwierig ist”. Aber den eigenen Anteil zu erkennen, das ist häufig schon die halbe Miete. Wenn man dann nicht im Problem steckenbleibt, sondern auch tatsächlich eine Lösung für sich entwickelt oder im Coaching entwickelt, dann geschehen immer wieder kleine und manchmal auch größere Wunder.

Nina Kirsch: Ja, ich durfte selbst welche miterleben. Genau damit steigen wir mal gleich in das Thema ein, denn wir haben uns ja ein Thema heute ausgesucht. Wir könnten uns vermutlich tagelang über Coaching unterhalten und was das alles in verschiedensten Bereichen bewirken kann, aber wir wollen es ja ein bisschen zielgerichteter machen.

Andreas ZaissGerne.

Nina Kirsch: Und zwar: Was ich von meinem Team als Feedback mitbekomme, was ich aber auch von anderen Unternehmen, mit denen wir ja zusammenarbeiten, mitbekomme, ist das Thema Personalsuche, das eng mit dem Thema verknüpft ist, ein guter Arbeitgeber zu sein.

Andreas Zaiss: Absolut.

Nina Kirsch: Und viele merken gerade, dass sie da einfach mehr bieten müssen, als nur in Anführungszeichen einen sicheren Arbeitsplatz oder den mittlerweile ja schon fast STANDARD kostenlosen Obstkorb. Und unser Eindruck ist, dass ein großer Aufhänger, wie ernst es der Arbeitgeber wirklich damit meint, ein guter Arbeitgeber zu sein, das Thema Mitarbeitergespräche ist. Bei einigen Unternehmen ist das ein Quell für eine erfolgreiche und wertschätzende Zusammenarbeit, eben weil auch Kritik in einem geschützten Raum angesprochen werden kann. Ich habe das selbst erlebt in sieben Jahren Festanstellung. Also ich habe mich sehr, sehr gut vorbereitet, habe Statistiken gemacht, weil ich ja auch mein Gehalt verteidigen musste, und das war für mich der reinste Stress, auch wenn sie es gar nicht so gemeint haben. Aber bei anderen Unternehmen findet ein Mitarbeitergespräch gar nicht statt oder halt von oben herab, sodass wirklich dieser Druck vielleicht auch bewusst ausgeübt wird. Und jetzt wäre doch eine spannende Frage, wo du uns sicherlich Auskunft geben kannst: Was verpassen denn Unternehmen, wenn Probleme – in Anführungszeichen – nur auf dem Flur besprochen werden?

Andreas Zaiss: Ja, mal so salopp gesagt: Sie verpassen wahrscheinlich die Lösung. Wenn die Probleme nur auf dem Flur besprochen werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass da der Unmut wächst und keine guten Lösungen entstehen, auch ziemlich groß. Und deshalb ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Sache irgendwo in eine konstruktive Bahn zu lenken.

Nina Kirsch: Also proaktiv praktisch für ein Gespräch einzuladen, wo dann auch alle Beteiligten sich darauf vorbereiten können und Zeit dafür haben, oder?

Andreas Zaiss: Genau. Absolut.

Nina Kirsch: Und was würdest du sagen, ist so ein guter Zeitpunkt für ein Feedback-Gespräch?

Andreas Zaiss: Also dieses klassische Mitarbeitergespräch, das so einmal im Jahr stattfindet, finde ich eigentlich gut. Es ist zwar bei vielen nicht so beliebt, weil es so formal ist und so weiter. Aber was ich gut finde, ist, dass es dann auf jeden Fall einmal im Jahr stattfindet. Und ich persönlich fände es besser, wenn es noch häufiger möglich wäre. Aber es ist auch immer eine Frage der Zeit. Aber einmal im Jahr und idealerweise vielleicht auch zum Beginn des Jahres, wenn da so die Gedanken da sind: Was wollen wir dieses Jahr erreichen? Das ist ein wunderbarer Zeitpunkt im ersten Quartal. Aber man sollte es nicht bei diesem einen Gespräch pro Jahr belassen, sondern immer dann, wenn ein aktueller Anlass da ist. Entweder, wenn was besonders gut gelaufen ist, oder auch wenn was schiefgelaufen ist. Dann sollte man unbedingt dieses Mittel Feedback nutzen. Vor allem auch, um Positives zu transportieren.

Nina Kirsch: Ja, das wollte ich gerade sagen, weil mein Eindruck ist, dass viele deutsche Führungskräfte, vielleicht kann man es so ausdrücken, eher dazu neigen, das Gespräch zu suchen, wenn etwas nicht so gut lief. Aber du sagst auch, wenn etwas gut lief.

Andreas Zaiss: Genau so ist es. Ich arbeite wirklich schon viele Jahre mit Führungskräften zusammen, und ich habe immer wieder den Eindruck, viele von diesen Führungskräften, die sind großzügig mit irgendwelchen finanziellen Boni für ihre Mitarbeiter. Aber wenn es ums Thema positives Feedback geht, dann sind sie geradezu geizig. Und es ist schade, weil positives Feedback ist nach meiner Erfahrung eins der besten Instrumente, um Mitarbeiter zu motivieren, und es ist auch noch kostenlos. Also es ist wirklich ganz wichtig, Feedback zu geben, und nicht nur dann, wenn es Kritik gibt, so nach dem Motto: “Jetzt muss ich Ihnen aber mal Feedback geben”.
Ich habe das mal gelesen vor vielen Jahren in einem Buch, ich glaube, das war “Der Minuten-Manager”. Ich weiß noch genau, da stand der Satz drin: “Ertappen Sie Ihre Mitarbeiter, wenn Sie etwas gut gemacht haben”. Und den Satz, den finde ich so gut! Wenn ich quasi jemanden dabei erwische, nicht wenn man Fehler macht, sondern wenn man etwas besonders gut gemacht hat. Und dann das positive Feedback geben: Das zeigt Wertschätzung, das bestärkt die Mitarbeiter. Und vor allem, wenn ich jetzt als Mitarbeiter das Feedback bekomme: “So wie ich es mache, ist es gut”. Dann weiß ich ja auch, wie ich es in Zukunft machen soll. Wie eine Verstärkung von dem, was gut gelaufen ist.

Nina Kirsch: Ja, das stimmt. Also ich habe die Erfahrung – sagen wir mal so – extrem gemacht, weil ich sieben Jahre in Österreich fest angestellt gearbeitet habe. Und das ist aus meiner Sicht auch ein sehr gutes Unternehmen. Da habe ich ständig gehört: “Hey, danke”, wenn ich irgendwas geliefert habe, was halt mein Job war. Es hat Jahre gedauert, bis ich damit überhaupt umgehen konnte, dass jemand Danke sagt für etwas, was sowieso mein Job war. Aber es hat schon einfach gutgetan. Also das sind so diese kleinen – in Anführungszeichen – Streicheleinheiten, und die tun auch mal gut.

Andreas Zaiss: Absolut. Und das motiviert jeden, der da mitmacht. Und im Endeffekt kommen bessere Ergebnisse raus.

Nina Kirsch: Ja, auf jeden Fall. Davon bin ich auch total überzeugt. Ok, also wir haben Feedbackgespräche in unserem Unternehmen, ein oder zwei Stück vielleicht und auch welche zwischendurch. Jetzt hast du das ja unterschieden: In Mitarbeitergespräch und in ein kleineres…?

Andreas Zaiss: Anlassbezogenes Feedback, sozusagen.

Nina Kirsch: Anlassbezogenes Feedback. Genau. Wie sieht denn da die Vorbereitung aus? Gehe ich unterschiedlich vor?

Andreas Zaiss: Also bei dem anlassbezogenen Feedback, da wird die Sache sicherlich spontaner ablaufen. Aber ganz generell sollte ich eigentlich immer drei Dinge beachten:

Der erste Punkt ist, dass ich mir meine eigene Einstellung gegenüber dem Mitarbeiter bewusst mache und das reflektiere. Also ist es jemand, den ich mag, den ich positiv sehe? Oder bin ich eher genervt von ihm oder von dem, was er da immer wieder macht? Stresst mich das vielleicht? Denn ich muss mir darüber im Klaren sein, dass das, was da in mir drin ist an Emotionen, sich auch im Gespräch und meiner Gesprächsführung widerspiegelt. Und gerade dann, wenn ich dem Mitarbeiter so ein bisschen kritisch gegenüberstehe, dann ist eine Übung, die ich immer mit meinen Kunden mache, dass sie sich mindestens drei Punkte, besser 5 oder noch mehr, dazu überlegen: Was schätze ich an diesem Mitarbeiter, auch wenn er mich jetzt mit der Sache nervt? Aber was schätze ich? Was macht er gut oder was macht sie gut? Welche Qualitäten bringt dieser Mitarbeitende mit?

Nina Kirsch: Das gilt also, wenn ich negativ eingestellt bin. Wenn ich positiv eingestellt bin, muss ich mir dann fünf Sachen überlegen, die ich nicht so gut finde?

Andreas Zaiss: Da wird es mir wahrscheinlich… Nein, das nicht.
Aber wenn ich so ein bisschen diese kritische Haltung habe, sind diese positiven Punkte ganz wichtig.
Und die andere Sache natürlich: Was will ich denn jetzt erreichen mit meinem Gespräch? Was wünsche ich mir denn?
Und der dritte Punkt, ganz wichtig: Feedback sollte immer konkret sein. Also was genau fand ich besonders gut? Oder was genau hat mich gestört? Und wenn es mich gestört hat, wie wünsche ich es mir konkret für die Zukunft? Damit der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin auch was damit anfangen kann und nicht einfach nur so eine Unmutsbekundung oder ein Schulterklopfen von mir bekommt.

Nina Kirsch: Okay, aber konkret würde das jetzt nicht bedeuten, zum Beispiel eine ganz bestimmte Aufgabe vorzubereiten, sondern einfach nur das ganz konkret zu formulieren: Was lief da gut oder was lief da nicht so gut? Und vor allem: Wie wünsche ich es mir? 

Andreas Zaiss: Ganz genau.

Nina Kirsch: Cool. Ja, immer wieder spannend. Da können wir ja auch noch sehr viel lernen. Vielleicht gibt es ja mehr Menschen, die so ticken wie ich damals getickt habe, dass ich nämlich immer den Eindruck hatte: “Oje, Feedbackgespräch. Jetzt kommt irgendwas Schlechtes auf mich zu”. Und vielleicht die Mitarbeitenden dann eben schon mit einer gewissen Spannung oder Anspannung in so ein Gespräch kommen. Wie könnte man denn so ein Gespräch gut eröffnen? Weil letztlich will ich ja in einen Dialog. Ich will ja nicht einfach nur etwas senden und es soll geschluckt werden, sondern ich will ja in einen Dialog, damit wir gemeinsam wachsen können und das Potenzial entfalten können.

Andreas Zaiss: Ja, also da hilft es natürlich, dass ich gleich mit einer Frage einsteige, also dass nicht ich allzu lange rede, sondern man möglichst schnell bei dem Punkt ist: “Wie geht es dir eigentlich gerade, lieber Mitarbeiter?” Und tatsächlich die Frage ernst meinen, also das: “Wie geht es Ihnen?”. Das ist schon eine Floskel. Aber es geht darum, dass Sie es tatsächlich wissen wollen und dann zuhören, was da kommt. Dann haben wir relativ schnell eine persönliche Ebene. Und wenn ich ihn dann auch frage, wie er die Situation erlebt, um die es jetzt geht oder wie es ihm insgesamt hier mit der Arbeit geht in unserem Team und erstmal zuhöre, dann wird man vermutlich schnell eine gute Ebene finden.

Nina Kirsch: Okay, das heißt auch wirklich aufmerksam zuhören, vielleicht auch hier und da nochmal nachbohren, weil man selbst ja auch konkret verstehen muss, worum es geht, oder?

Andreas Zaiss: Genau. Was eigentlich dahinter steckt, das ist das, was mir so über die Jahre klar geworden ist: Es geht gar nicht um, wie ich die Frage genau formuliere. Sondern es geht vielmehr um die Haltung, die ich zu dem Menschen habe, der da sitzt, und auch zu dem Gespräch. Ist das jetzt für mich ein notwendiges Übel und will ich es schnell erledigt haben? Oder habe ich echtes Interesse an dem und versuche herauszufinden, wie es ihm jetzt geht und was ihm oder ihr wichtig ist? Und wenn ich diese Haltung habe, dann glaube ich, wird es eine gute Sache werden im Gespräch.

Nina Kirsch: Ja, das denke ich auch, auf jeden Fall. Was mache ich denn, wenn ich jetzt diese Frage stelle? Wie geht es dir? Und mein Gegenüber empfindet es aber als Floskel? Dann hänge ich ja möglicherweise ziemlich schnell fest.

Andreas Zaiss: Da können wir noch ein paar Fragen hinterherschieben. Also: “Wie geht es Ihnen?” Sagt er: “Ganz gut.” Und dann? Dann frage ich: “Ja, und wie gefällt es Ihnen hier so im Team? Wie kommen Sie mit der aktuellen Situation zurecht?”. Wenn er immer “ganz gut, ganz gut” sagt, dann kann man ihn vielleicht auch einfach so lächelnd anschauen. Noch besser schweigen. Also Schweigen ist immer wieder ein ganz spannendes Instrument. Einfach den Mund halten und warten, ob vielleicht noch was kommt. Nach meiner Erfahrung mit mindestens 90 Prozent der Fälle spricht der andere dann weiter. Und wenn er tatsächlich nicht weiter spricht, dann könnte man auch auf die Metaebene gehen und sagen: “Ja, also wirklich gut oder sagen Sie einfach gut, damit wir das Thema erledigt haben?”. Also, wenn ich will, dann glaube ich, werde ich ihm noch mehr entlocken können außer nur “gut”.

Nina Kirsch: Gut. Du hast einfach aus deiner Tätigkeit heraus einen ganz besonderen Zugang zu Mitarbeitergespräche. Und mich würde interessieren, so quasi komprimiert, wie führe ich denn ein zielführendes Mitarbeitergespräch? Welche Fragen sollte ich unbedingt stellen? Welche Fragen haben sich vielleicht als besonders wirkungsvoll herausgestellt, um da wirklich in den Dialog und in die Tiefe zu kommen?

Andreas Zaiss: Ja, also ich denke, es sind vier Fragen. Also wenn wir ein zielführendes Mitarbeitergespräch haben, dann ist das ja quasi ein Gespräch, das zu einem Ziel führen soll bzw. dazu führen soll, dass der Mitarbeitende das Ziel dann hinterher in die Tat umsetzt. Am Anfang steht ja der Gedanke, dass ich was mit demjenigen oder derjenigen erreichen möchte, und dass ich da ein Ziel vor Augen habe. Und das würde ich diesem Mitarbeiter schildern und ihn fragen: “Wie geht es Ihnen mit diesem Ziel?”. Dann sagt er etwas, und dann bekomme ich ja mit: Ist er motiviert? Hat er Zweifel? Hat er Lust oder hat er vielleicht auch Bedenken? Und das kann ich ja einfach mal aufnehmen.
Dann ist für mich die zweite sehr spannende Frage: “Sind Sie bereit, an diesem Ziel mitzuarbeiten oder sind Sie bereit, sich für dieses Ziel einzusetzen?” Oder irgendwas in der Art, weil dann möchte ich gerne Commitment von demjenigen haben. Also, dass ein klares Ja kommt oder dass wir uns auch mit den Zweifeln und Bedenken beschäftigen, weil die haben ja vermutlich auch ihren Grund und die sollte man nicht einfach wegwischen.
Wenn die oder der Mitarbeitende dann sagt: “Ja, ich bin bereit”. Dann ist der nächste Schritt die dritte Frage, was er denn vielleicht für eine Idee hat, wie das Ziel erreicht werden könnte. Also: ”Wie könnten wir dieses Ziel erreichen? Was könnten Sie dazu tun?” Sodass idealerweise vom Mitarbeitenden Lösungsvorschläge kommen, weil die Lösungsvorschläge, die sie oder er da bringen, das sind die, mit denen er sich wahrscheinlich besser identifizieren kann als das, was ich ihm vorsetze. Vielleicht sind sie ja auch viel klüger als meine eigenen Vorschläge. Und wenn sie nicht so klug sind, dann kann ich ja immer noch meine eigenen ergänzenden Gedanken dazu einbringen. Also Frage 3 ist der Lösungsvorschlag und Frage 4 ist dann die Vereinbarung: ”Was können wir jetzt vereinbaren, wann und wo? Wann wollen wir wieder über das Thema sprechen? Wie gehen Sie jetzt konkret vor?”. Und dann haben wir ein sehr effektives Gespräch.

Nina Kirsch: Absolut, sehe ich auch so. Kann man grob sagen, wie viel Zeit man veranschlagen sollte?

Andreas Zaiss: Also, was ich immer wieder höre ist: “Diese Gespräche sind super, aber sie dauern länger, als man denkt”. Meistens ist anfangs Skepsis da: “Wozu und wie kriegt man das hin?”. Und dann kommt meistens: “Ja, eigentlich war das wirklich gut. Wir haben uns, obwohl wir uns schon Jahre kennen, jetzt mal über Dinge unterhalten, über die wir noch nie gesprochen haben”. Aber so eine Stunde, vielleicht sogar anderthalb Stunden, muss man tatsächlich rechnen.

Nina Kirsch: Okay, also einfach mal mehr Zeit blocken, als man dann vielleicht braucht, damit man auch entspannt das Gespräch führen kann.

Andreas Zaiss: Super ist natürlich, wenn es möglich ist, dass man das eher zu einem Zeitpunkt macht, wo danach kein anderer Termin mehr folgt. Damit kein: “Jetzt müssen wir leider abbrechen” dazwischen kommt, das wär schon toll.

Nina Kirsch: Ja, genau, das bringt mich eigentlich zum nächsten Punkt. Nämlich: Wie schaffe ich es denn, eine Wohlfühlatmosphäre im Gespräch zu etablieren, in dem auch der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin sich frei und sicher fühlt, um eben auch Schwierigkeiten anzusprechen? Denn ich kenne das auch von mir: Da habe ich immer extrem Bedenken gehabt. Da habe ich wirklich Schwierigkeiten damit gehabt, Schwierigkeiten anzusprechen.

Andreas Zaiss: Ich glaube, wichtig ist schon mal, dass ich mir als Chefin oder Chef darüber im Klaren bin: Wenn das Gespräch jetzt bei mir im Büro stattfindet, dann ist es quasi mein Terrain, wo ich mich zu Hause fühle. Das ist mein Reich. Aber für denjenigen oder diejenige, die da kommt, für die ist es fremdes Gebiet. Was man also auf keinen Fall machen sollte, ist hinterm Schreibtisch sitzen zu bleiben und der Mitarbeiter sitzt davor. Aber ich glaube, das wissen schon die meisten mittlerweile, dass man sich da idealerweise an einen Tisch setzt über Eck. Vielleicht auch was zum Trinken noch anbietet. Oder, das ist meine Erfahrung, wenn es heiklere Gespräche sind, dann ist es wirklich zu überlegen, ob man nicht miteinander einen Spaziergang macht, wenn das machbar ist. Weil miteinander spazieren gehen, das bringt noch mal eine ganz andere Gesprächsatmosphäre. Zum einen ist man dann quasi miteinander draußen auf neutralem Terrain, also nicht im Reich des Chefs sozusagen. Zum zweiten läuft man nebeneinander. Laufen ist auch immer etwas, was die Dinge eher in den Fluss bringt. Man muss sich nicht direkt anschauen und kann auch besser mal ein paar Augenblicke schweigen. Also das ist meine Erfahrung: Miteinander bei Spaziergängen heikle Themen zu besprechen, ist ein sehr guter Rahmen.

Nina Kirsch: Okay, weil man ist sich ja auch nicht so – in Anführungszeichen – ausgesetzt. Beide schauen ja nach vorne und man hat nicht diese direkte Konfrontation die ganze Zeit, oder? Das ist möglicherweise auch noch ein Aspekt. Okay, cool.

Andreas Zaiss: Genau. Und der andere Punkt ist natürlich wieder die Sache mit der inneren Haltung: Dass ich echt Interesse habe am anderen. Und wenn der mit Schwierigkeiten kommt, dass ich nicht gleich in die Rechtfertigung rutsche, sondern dass ich mich dafür wirklich bedanke, dass der Mitarbeiter diese Offenheit hat, das anzusprechen.

Nina Kirsch:  Absolut, ja.

Andreas Zaiss: Und hilfreich ist es auch, wenn ich vielleicht selber meine eigenen Schwächen und Unperfektheiten anspreche. Um dem Mitarbeiter zu zeigen: “Ja, wir sind hier alle nur Menschen, und auch du darfst jetzt Schwächen haben und schwierige Dinge ansprechen”.

Nina Kirsch: Hm, guter Punkt, wirklich guter Punkt. Spannend! Dann abschließend hätte ich noch eine Frage, und zwar basierend auf deiner Erfahrung: Kannst du uns bestimmt auch ein paar – in Anführungszeichen – klassische Fehler in Feedback-Gesprächen sagen. Fällt dir dazu was ein?

Andreas Zaiss: Ja, da fallen mir gleich mal drei klassische Fehler ein. Der größte Fehler ist: Gar kein Feedback zu geben oder erst viel später, wenn der Anlass schon lange vorbei ist. Vor allem, und das haben wir ja vorher schon gesagt, kein positives Feedback zu geben. Das ist wie, wenn du den Menschen kein Wasser zum Trinken geben würdest. Das ist ganz ähnlich, um mal so ein drastisches Bild zu bringen. Also, größter Fehler: Gar kein Feedback zu geben. Zweitgrößter Fehler ist: Nur negatives Feedback zu geben. Weil das ist so, als wenn du eine Pflanze immer nur beschneidest, aber sie nie gießt. Und der dritte Fehler ist: Nicht konkret zu sein beim Feedback, also das zu pauschal zu machen. “Das war jetzt wieder total blöd.” oder “Oh, das ist super, wie Sie es machen.” Das ist zwar schön, vor allem, wenn das Feedback “Super” kommt, aber was genau? Das Konkrete?

Nina Kirsch: Ja, ja, da fühlt man sich einfach auch gesehen.

Andreas Zaiss: Genau. Wenn ich selber Feedback bekomme, dann ist natürlich der große Fehler, wenn ich da irgendwie rumdiskutiere, mich rechtfertige, versuche es zu erklären oder womöglich sogar sage: “Nee, das kann nicht sein, das sehen Sie falsch”. Wenn ich so ein Feedback beantworte, dann werde ich wahrscheinlich keins mehr bekommen von Mitarbeitern.

Nina Kirsch: Ja, stimmt. Natürlich beruht das ja auch auf Gegenseitigkeit. Spannender Punkt. Aber was ist denn – da komme ich jetzt einfach spontan drauf -, wenn ich negatives Feedback bekomme, und das trifft mich? Obwohl der Gegenüber das vielleicht gar nicht so gemeint hat, dann ist es ja schwierig, nicht wirklich da reinzurutschen in die Defensive, sag ich mal. Was wäre da ein guter Hack?

Andreas Zaiss: Genau, das ist übrigens der Grund, weshalb Persönlichkeitsentwicklung und Selbstführung so wichtige Themen für Führungskräfte sind. Das ist genau ein Beispiel dafür. Denn wenn mich das so trifft, ist natürlich die automatische Reaktion bei den meisten Menschen, sich in irgendeiner Weise zu verteidigen und zu wehren. Und genau das sollte ich ja nicht tun, sondern es sollte mir gelingen, dass ich wahrnehme: “Oh, es trifft mich”. Und ich kann dann sogar sagen: “Der Punkt, den Sie da jetzt ansprechen, Herr Meier, der trifft mich jetzt schon. Vielen Dank für Ihre Offenheit. Da möchte ich echt noch mal in Ruhe drüber nachdenken”. Das wäre eine Antwort, wo ich zum einen offen sage, wie es mir damit geht, aber zum anderen trotzdem die Wertschätzung fürs Feedback rüberbringe.

Nina Kirsch: Absolut. Klingt nach einem guten Hack. Mal gucken, wie das dann in der Realität funktioniert.

Andreas Zaiss: Ja genau, da sind wir dann beim Thema Trigger-Punkte, emotionaler Stress.

Nina Kirsch: Okay. Ja, super. Vielen herzlichen Dank für die doch wirklich spannenden Einblicke. Wenn man das auf dem Papier sieht: Mitarbeitergespräche… Was sich da alles so dahinter verbergen kann, das ist schon mega spannend, finde ich. Und deswegen sage ich schon mal Dankeschön für deine Zeit.

Andreas Zaiss: Sehr gerne.

Nina Kirsch: Und jetzt hätte ich gerne noch einen letzten Tipp für unsere Hörerinnen und Hörer, die auf der Suche nach passendem neuem Personal sind und die mehr zum Thema Mitarbeitergespräche wissen möchten.

Andreas Zaiss: Ja, einen letzten Tipp? Unbedingt die Mitarbeitergespräche führen. Das klingt jetzt vielleicht banal, aber ich habe erst gestern ein Coaching gehabt: Viele Führungskräfte drücken sich da herum, konzentrieren sich auf die Arbeit, denken, sie hätten keine Zeit dafür. Und das ist schade. Es geht gar nicht darum, das perfekte Gespräch zu führen, sondern überhaupt mal eins. Und sie werden erleben, wie es die Beziehung zu den Mitarbeitern stärkt und wie aus schwierigen Mitarbeitern plötzlich engagierte Mitarbeiter werden. Also der Tipp ist ganz einfach: Machen!

Nina Kirsch: Ok. Ja, auch für die Führungskräfte hat es möglicherweise was mit Komfortzonen-Sprengen zu tun. Das ist ja dann wieder die andere Seite. 

Andreas Zaiss: Ja, es ist natürlich immer genau die Angst, etwas falsch zu machen oder irgendwie Konflikte aufzumachen. Aber die Konflikte, die entstehen sowieso. Und der größte Konflikt entsteht dann, wenn ich das Gefühl habe, mein Chef interessiert sich gar nicht für mich. Und das ist natürlich eine sehr blöde Geschichte. Deshalb: Durch Mitarbeitergespräche zeigen Sie Interesse und Wertschätzung und investieren in Ihr Team und in gute Ergebnisse.

Nina Kirsch: Super! Dann würde ich sagen: Vielen herzlichen Dank! Und ich bin sicher, wir hören uns noch mal.

Andreas Zaiss: Sehr gerne.

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kirschwerk Leistungen im Personalmarketing

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Stellenanzeige als PDF oder Bild? Nein, Danke!

Stellenanzeige als PDF oder Bild? Nein, Danke!

Eine Stellenanzeige als PDF vorzubereiten und auf verschiedenen Plattformen oder Jobportalen zu veröffentlichen, klingt erstmal nicht schlecht. Die Arbeit muss nur einmal gemacht werden, und man spart sich das weitere Formatieren. Eine weitere Option wäre es, eine Bilddatei zu nutzen. Warum das aber keine gute Idee ist, und du eine Stellenanzeige als PDF oder Bild lieber nicht veröffentlichen solltest, das erfährst du in diesem Beitrag.
Mit unseren Tipps erhältst du passende Bewerber!

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Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

7 Gründe, warum du von Stellenanzeigen als PDF oder Bild absehen sollten

#1: PDF und Bild-Dateien sind meist unsichtbar für Suchmaschinen

Suchmaschinen wie Google und Co. sind durchgängig damit beschäftigt, die Inhalte des Internets zu durchforsten und zu indexieren. Erst das macht Internetseiten sichtbar. Jobbörsen wie beispielsweise Indeed sind – vereinfacht ausgedrückt – auch nichts anderes als Suchmaschinen, bei denen Inhalte gelistet werden. Und es gibt diverse Jobbörsen, die Stellenanzeigen von Webseiten auslesen und diese kostenlos listen. PDF- und Bilddateien können von den Suchmaschinen nur schwer gelesen werden. Sie erkennen aufgrund des Formates oftmals nicht, welcher Inhalt sich auf dem Bild oder das PDF befindet. Demnach bringt selbst die beste Stellenanzeige Unternehmen nicht ans gewünschte Ziel, wenn sie unsichtbar bleibt. Google wird mit der Zeit zwar schlauer und zeigt in den Suchergebnissen auch immer wieder PDF-Dateien an, optimal ist das aber auch aus weiteren Gründen nicht. Es gilt also: Unternehmen sollten Stellenanzeigen im HTML Format nutzen, idealerweise erweitert um strukturierte Daten. 

Warum das so wichtig ist, und wie genau du deine Stellenanzeige sichtbar machst, erfährst du in unserer Podcastfolge #014 Wie funktioniert Google for Jobs?.

#2: Ganz vorn im Rennen: HTML-Stellenanzeigen schalten schneller 

Je besser und schneller eine Suchmaschine die Stellenanzeige erkennt, desto eher wird sie den Bewerbern angezeigt. Am schnellsten ist dabei die Eingabe der Stellenanzeige bei den Jobbörsen selbst. 

Du möchtest noch mehr über SEO für Stellenanzeigen erfahren? Wir zeigen dir, worauf es ankommt. Im kirschwerk Personalmarketing Podcast findest du wichtige Informationen dazu in Folge #015 SEO für Stellenanzeigen.

#3: Die meisten suchen am Handy nach neuen Jobs

Nichts ist leichter, als z.B. während der Arbeit am Handy nach einem neuen Job zu suchen. Das Smartphone ist schnell griffbereit und bietet umfassende Funktionen. Es ist umso wichtiger für Unternehmen, dass Stellenanzeigen auf die mobile Ansicht optimiert sind. Wichtige Links, die beispielsweise zur Karrierewebsite des Unternehmens führen, können auf hochgeladenen PDF-Dateien nur selten angeklickt werden. Existiert das PDF nur als Download und wird am Handy nicht angezeigt, ist das eine echte (und vermeidbare!) Bewerbungshürde. Kein Bewerber möchte erst eine Datei herunterladen, um sie öffnen zu können. Die Informationen sollten direkt verfügbar sein.

#4: Teilbare Stellenanzeigen

Das Ziel einer Stellenanzeige ist es, die Aufmerksamkeit passender Bewerber zu erhalten, um anschließend qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Der Vorteil von sozialen Netzwerken und der digitalen Vernetzung der Menschen sollte deshalb von Unternehmen genutzt werden. Ist die Stellenanzeige im Internet passend formatiert und durch einen Link teilbar, z.B. über soziale Medien, Jobbörsen oder auch Whatsapp, kann die Stellenanzeige durch das Weiterleiten direkt zum richtigen Bewerber gelangen. Eine PDF-Datei wird nur selten weiterverschickt und lässt sich nicht durch nur einen Klick teilen.

#5: Datenvolumen und Ladezeit verringern

PDF- und Bilddateien sind oft mehrere Megabyte groß und laden entsprechend langsam. Stichwort Smartphone: Ist ein Smartphone nicht im WLAN Netzwerk, kann es sein, dass die Bewerber mit reduziertem Datenvolumen online sind und sich die Seiten ohnehin langsamer laden. Daher sollte auf eine PDF- oder Bilddatei als Stellenanzeige lieber verzichtet werden.

#6: Mehr Fehlerpotenzial

“Zu viele Köche versalzen die Suppe.” – Sinngemäß gilt das auch für Stellenanzeigen im PDF-Format. Denn PDFs sind starr und müssen in jeder Version neu gespeichert und wieder hochgeladen werden. Wer mit einer intelligenten Dokumentenverwaltung (z.B. Google Drive) arbeitet, der hat ein Dokument in der immer aktuellen Version. 

Mit einem angelegten Text minimierst du den Aufwand, denn den fertigen Text pflegst du anschließend einfach auf den Stellenbörsen ein. Damit sparst du dir das nervige Neu-Abspeichern in 10 Versionen!

#7: PDFs und Bilder sind starr

PDF-Dokumente bieten kaum Interaktionsmöglichkeiten und Bilddateien können je nach Qualität unleserlich werden. Es begeistert Bewerber, wenn Sie eingebundene, klickbare Elemente in Stellenanzeigen finden. Auf deiner Webseite hast du in der Stellenanzeige auch die Möglichkeit, Filme, Bilder, Audiodateien oder andere klickbare, bewegbare Elemente  einzustellen. – Nutze diese Möglichkeiten! Bilder oder Videos können von Unternehmen außerdem genutzt werden, um noch mehr wichtige Einblicke in die Unternehmenskultur zu bieten. PDFs als statische Dokumente sollten demnach vermieden werden!

Bonus Tipps für eine erfolgreiche Stellenanzeige – Bewerbung ohne Hürden

Wie bereits festgestellt, ist es für Bewerber schneller und leichter, sich direkt vom Smartphone zu bewerben. Die Bewerbungshürden sollten so weit wie möglich gesenkt werden. Es könnte beispielsweise auf ein Anschreiben verzichtet werden, welches erst individuell von den Bewerbern am Computer erstellt werden muss. 

In der Podcastfolge #020 Bewerbung ohne Anschreiben geht es um das Senken von Hürden, und wie du es den Bewerbern noch leichter machst, sich bei dir zu bewerben. Wenn du weitere Informationen rund um das Thema Personalmarketing erhalten möchtest, schaue doch einfach in unserer Personalmarketing Bibliothek vorbei. Dort erhältst du wichtige Personalmarketing-Werkzeuge, über 20 Musterstellenanzeigen, Checklisten und eine Menge Knowhow – und das alles für 0 €!

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Du möchtest mehr über das Thema Personalmarketing lernen? Du möchtest mit einer kleinen Investition einen großen Schritt nach vorn machen, um als Arbeitgeber sichtbarer und attraktiver zu werden und dadurch die Zahl der Bewerbungen zu erhöhen?

Dann haben wir ein Angebot für dich: unseren Onlinekurs zum Thema “Erfolgreiches Online-Recruiting”. Dieser enthält geballtes Wissen von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimierten Stellenanzeige bis hin zu einer attraktiven Karriereseite als optimale Ergänzung. Zusätzlich erfährst du, wie du deine Mitarbeitervorteile ausbauen und dich dadurch als attraktiven Arbeitgeber präsentieren kannst. Der Kurs richtet sich vor allem an Personalverantwortliche aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ihr Wissen im Bereich Online-Recruiting intern erweitern möchten. Mit dem Knowhow aus unserem Kurs schreibst du zukünftig attraktivere Stellenanzeigen und erhältst in kürzerer Zeit qualifiziertere Bewerbungen.

Ist SEO auch für Stellenanzeigen sinnvoll?

Ist SEO auch für Stellenanzeigen sinnvoll?

Warum sollte ich meine Stellenanzeige für SEO optimieren? Wir geben dir einen Überblick!

In der heutigen Folge unseres Podcasts erfährst du: Warum ist SEO auch für Stellenanzeigen sinnvoll? Und wie optimiere ich denn eine Stellenanzeige für SEO? Jetzt denkst du dir vielleicht: “Heute nur zwei Themen?” – Ja, aber glaube mir, die haben es in sich. Viel Spaß!

Inhalte dieser Folge:

  • Was hat Suchmaschinenoptimierung (SEO) mit meiner Stellenanzeige zu tun?
  • In 9 Schritten zur SEO-optimierten Stellenanzeige: Wir erklären dir, wie deine Stellenanzeige online sichtbar wird.

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Und an dieser Stelle noch eine kurze Werbeunterbrechung: Kennst du bereits das HR-Tool „Connectoor“? Nein? Dann schau es dir an, denn mit dem Connectoor findest du erheblich mehr Bewerber, verwaltest diese einfacher sowie DSGVO-konform. Connectoor kann deine Stellenangebote auf bis zu 1.400 Stellenbörsen (bei denen du dir dank der Paketpreise bis zu 60 % der Kosten sparen kannst!), Social Media und deiner eigenen Website veröffentlichen. Bewerber mit einem Klick einladen oder absagen. Und vieles, vieles mehr. Schau hier vorbei und entdecke den Connectoor*!

Was hat Suchmaschinenoptimierung (SEO) mit meiner Stellenanzeige zu tun?

Starten wir mit dem ersten Thema: Suchmaschinenoptimierung und Stellenanzeigen. Wie soll das denn zusammenpassen? Vielleicht denkst du dir: Was haben diese beiden Dinge gemeinsam? Das eine ist doch Onlinemarketing und das andere Recruiting. Stimmt, aber die Kombination aus beidem macht durchaus Sinn, und ich erläutere dir gern, warum. 

Genau wie bei Produkten, Dienstleistungen und Services ist Sichtbarkeit auch bei Stellenanzeigen sehr wichtig. Für rund sieben von zehn Bewerber beginnt die sogenannte “Candidate Journey” bereits mit der Stellenanzeige. Das heißt, diese ist der erste Kontakt zwischen Arbeitgeber und potenziellen Kandidaten. 

Wird die Stellenanzeige nicht oder nur schwer im Netz gefunden, bleiben die Bewerber aus, und deine Stellen bleiben länger unbesetzt. Wie kann mir jetzt aber SEO bei Stellenanzeigen helfen? Das ist doch nur was für Google. 

SEO wird häufig mit Google in Verbindung gebracht, aber im Grunde gilt SEO für alle Suchmaschinen. Und wo werden die Jobs veröffentlicht? Richtig auf Karrierewebseiten und Internet-Stellenbörsen wie zum Beispiel Indeed oder StepStone. Diese Stellenbörsen sind im Grunde nichts anderes als spezialisierte Suchmaschinen und Karrierewebsites werden über klassische Suchmaschinen gefunden. Möchtest du also die Reichweite und die Sichtbarkeit deiner Stellenanzeigen steigern, so solltest du diese ebenso für Suchmaschinen optimieren.

 

In 9 Schritten zur SEO-optimierten Stellenanzeige:
Wir erklären dir, wie deine Stellenanzeige online sichtbar wird.

Kommen wir jetzt zu dem Teil, der es wirklich in sich hat: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung, um deine Stellenanzeigen zu optimieren. Keine Sorge, wir haben diese Anleitung auch auf unserer Website hinterlegt zum Nachlesen und Mitarbeiten auf kirschwerk.com

  1. Den Stellentitel optimieren.
    Damit deine Stellenanzeige auch gefunden wird, solltest du die richtigen Begriffe und Bezeichnungen verwenden. Das sorgt sowohl bei Suchmaschinen als auch bei Kandidaten für eine bessere Identifikation des ausgeschriebenen Jobs. Bei Kandidaten dient der Titel als eine Art Teaser, um welchen Job es sich handelt, und so erfahren Kandidaten bereits vor dem Klick auf die Anzeige, was sie erwartet, und ob es sich lohnt, die Anzeige zu öffnen.

    Wir empfehlen Begriffe wie Guru, Ninja, Jedi, Rockstar, Zauberer, Prediger oder Prophet zu vermeiden. Es mag nett klingen und lieb gemeint sein und sticht mit Sicherheit auch ins Auge, jedoch enthalten diese Begriffe wenig Information

    Unsere Empfehlung: Nutze den zur Verfügung stehenden Platz besser für alternative Titel. Beispielsweise, wenn du Quereinsteiger oder Randberufe ansprechen möchtest. Das Thema Quereinsteiger und deren Potenzial für Unternehmen haben wir in Folge #013 unseres Podcasts genauer unter die Lupe genommen. Hör gerne rein.

    Nutze also besser gängige Berufsbezeichnungen für eine leichtere Identifikation des ausgeschriebenen Jobs.

    Der Stellentitel wird auf der eigenen Website als H1, als Hauptüberschrift, deklariert. Ausführliche Informationen und Tipps zu Jobtiteln findest du in zwei weiteren Podcast Folgen:

    – Folge # 012 Der perfekte Jobtitel und 
    – Folge # 008 Alternative Jobtitel für Stellenanzeigen finden.

  2. Nutze Keywords im Stellenangebot.
    Wie für alle Webseiten gilt auch für Stellenanzeigen: “Ohne Keywords keine Sichtbarkeit!” Nutze zum Job passende Keywords in deinen Stellenanzeigen, damit Google und Jobbörsen diese für noch mehr Suchbegriffe anzeigen können. Keywords können Jobbezeichnungen, aber auch relevante Anforderungen oder Aufgaben für diese Stelle sein. Oft ist es aber nicht so einfach wie gedacht. Daher macht eine Recherche häufig sehr viel Sinn
  3. Veröffentliche deine Jobangebote am besten als Text.
    Google und andere Suchmaschinen können Bilder im Moment noch nicht wirklich erfassen und finden dementsprechend deine Stellenanzeigen nicht, wenn diese nur als Bild und nicht als Text veröffentlicht werden. So ähnlich verhält es sich mit einem PDF oder einem Word-Dokument.

    Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn dein Jobangebot als Text auf der Website steht. Denn die vorher genannten Optionen werden vom Algorithmus noch nicht wirklich gut erfasst und deine Stellen bleiben eher unsichtbar. Eine PDF-Datei des Jobs zur Verfügung zu stellen, ergibt nur in Kombination mit Text Sinn. Bedenke aber, am liebsten möchte jeder Kandidat Stellenangebote ohne weitere Zusatzprogramme direkt lesen. Sollte das nicht möglich sein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du bereits mit dieser Hürde die ersten Kandidaten verlierst.

  4. Verwende für jeden Job eine individuelle URL (Adresse der Website).
    Auf der eigenen Website kannst du eine individuelle URL, das heißt eine separate Website für jeden Job erstellen. Das ermöglicht viele weitere Optimierungen im Bereich SEO. Verwende Keywords in der URL. Es sollte wenigstens die Bezeichnung in der URL auftauchen, da diese ein besonders relevantes Keyword ist. Nicht zu empfehlen sind URLs, die nur aus Zahlen bestehen. Daraus kann die Suchmaschine keine relevanten Informationen entnehmen. Sehr lange URLs sind ebenfalls suboptimal, manchmal aber nicht zu umgehen. Bei diesen sollte die Bezeichnung relativ weit am Anfang stehen.
  5. Optimierte Metadaten je Stelle.
    Analog zur URL solltest du auch die Metadaten deiner Stellenanzeigen optimieren. Dazu ein kleiner Hinweis: Das geht natürlich nur auf der eigenen Website und wenn jeder Job eine eigene URL-Adresse hat. Metatitel und -beschreibungen dienen dem Kandidaten als Vorschau der Website und werden angezeigt, wenn in Suchmaschinen wie Google nach bestimmten Keywords gesucht wird.

    Der Metatitle sollte etwa 50 bis 55 Zeichen lang sein und die Metabeschreibung darf mit 150 bis 155 Zeichen etwas länger ausfallen. Optional lockern gegebenenfalls passende Emojis und Sonderzeichen die Beschreibung optisch auf. Anhand des Metatitels und der Metabeschreibung entscheiden Kandidaten, ob sie auf ein Suchergebnis klicken oder nicht.

    Bist du zum Beispiel häufig mit der Aufgabe betraut, Metadaten zu optimieren und ist dir die Macht dieses einfachen Werkzeugs bewusst? Dann informiere dich sehr gern auf unserer Website über unseren Online Metadaten-Kurs.
    In diesem erfährst du alle relevanten Handgriffe und sparst dir viel Zeit und Mühe in Zukunft.

  6. Mobile first.
    Die meisten Jobsuchen finden heutzutage über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets statt. Jobbörsen haben häufig eine optimierte Ansicht. Da musst du nichts weiter tun.
    Willst du, dass deine Anzeigen auf der eigenen Website mobil besser gefunden werden, sollte diese entsprechend optimiert sein. Wende dich dazu vertrauensvoll an deinen Webentwickler oder deine Webentwicklerin.
  7. Nutze Jobbörsen, um die Reichweite zu vergrößern.
    Kostenlose Jobbörsen wie Indeed oder der Bundesagentur für Arbeit solltest du immer nutzen, um deine Jobs zusätzlich zur Website zu veröffentlichen. Diese haben oft eine große Reichweite durch viele Nutzer und kosten dich, abgesehen vom Arbeitsaufwand fürs Einstellen der Anzeige, nichts.

    Findest du das Thema Recruiting Kanäle spannend? Dann hör dir auch sehr gerne unsere Folge # Nr. 005 „Die richtigen Recruiting Kanäle festlegen“ an! Veröffentlichst du vielleicht regelmäßig neue Stellenanzeigen und der Aufwand zum Online-Einstellen wächst? Dann melde dich auch hier sehr gerne bei uns, denn wir kennen günstige Software, mit der Stellenanzeigen schnell und effizient selbst online auf mehreren Plattformen veröffentlicht und gemanagt werden können.

  8. Nutze Social Media für wichtige Stellenangebote.
    Beispielsweise kannst du bei Jobbörsen die sogenannten Share-Buttons verwenden, um Mitarbeiter darauf hinzuweisen, diesen Job zu teilen oder ihn selbst als Post im Netzwerk zu teilen.
    Profitiere vom Multiplikator-Effekt! Jedes Teilen, Liken oder Reposten zählt und vergrößert die Reichweite deiner Jobs. Je mehr externe Links auf deinen Inhalt verweisen, desto interessanter wird dieser für Suchmaschinen. Zum Punkt Social Media und Stellenangebote werden wir auch noch eine eigene Podcastfolge für dich erstellen.
  9. Verlinke deine Karriereseite im Header und im Menü.
    Verstecke deine Karriere nicht als Unterseite von beispielsweise der „Über uns“-Seite, sondern platziere die Karriereseite gut sichtbar oben im Header und als extra Menüpunkt auf deiner Webseite.

Die wichtigsten Learnings diese Folge: 

  • SEO optimierte Stellenanzeigen machen in vielen Fällen absolut Sinn. Jobbörsen sind im Prinzip nichts anderes als spezialisierte Suchmaschinen.
  • Es gibt einiges, was du an Stellenanzeigen insbesondere auf der eigenen Website optimieren kannst:
    • Nutze für alle Jobs eine individuelle URL
    • Nutze passende Keywords im Stellenangebot
    • Optimiere die URL und die Metadaten deiner Jobangebote 
    • Die Reichweite ist wichtig: Veröffentliche deine Jobs ergänzend zur Website auf Jobbörsen oder teile diese in Social Media

Das war es auch schon wieder mit dieser Episode. Ich hoffe, du konntest etwas für dich mitnehmen. Ich freue mich, wenn du das nächste Mal reinhörst, wenn es wieder heißt: “Wertvolle Unternehmen, wertvolle Mitarbeitende.”

kirschwerk Leistungen im Personalmarketing

Mit unserer Stellenanzeigen-Analyse prüfen wir deine Stellenangebote aus Kandidaten- und Expertensicht. Wir zeigen Potenziale auf, damit du mit gezielten Optimierungen an deinen Stellenanzeigen mehr Kandidaten überzeugst und dir somit Zeit und Geld sparst. Unser E-Book “Das perfekte Anforderungsprofil erstellen” ist für 0 € in der Stellenanzeigen-Analyse enthalten. Damit erhältst du das nötige Handwerkszeug, um dein Anforderungsprofil konkreter gestalten und passendere Bewerber zu gewinnen. 

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Gastbeitrag: QM und Personalwesen – Was Qualitätsmanagement mit dem Personalwesen in Arztpraxen zu tun hat

Gastbeitrag: QM und Personalwesen – Was Qualitätsmanagement mit dem Personalwesen in Arztpraxen zu tun hat

Personalmanagement, Qualitätsmanagement… Überall wimmelt es nur so von Management-Systemen. Auch in Arztpraxen natürlich! Ist das denn alles dasselbe? Oder gibt es da Unterschiede? In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über Inhalte und Nutzen eines Qualitätsmanagements in Arztpraxen und wie dieses mit dem Personalwesen zusammenhängt.

Worum geht es beim Qualitätsmanagement für Ärzte?

Das wichtigste zuerst: Qualitätsmanagement (kurz QM) ist seit 2005 für alle Kassenärzte gesetzlich gemäß § 135 a SGB V vorgeschrieben. Neu gegründete Praxen haben 3 Jahre Zeit, bis sie ein vollständiges QM-System vorweisen können müssen. Übernimmt ein Arzt eine Praxis, sollte er idealerweise bereits ein QM vorfinden.

An sich kann man unter QM einen übergeordneten Dachbegriff verstehen, unter dem ganz viele verschiedene Aspekte gebündelt werden. Je nach Branche können QM-Systeme sehr verschieden aussehen. Eine entsprechende Richtlinie des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) führt deshalb etwas weiter aus, worum es beim QM in Arztpraxen mindestens gehen sollte: Zu den Themen gehören z.B. Arbeitsanweisungen, Teambesprechungen und Schulungen, aber auch die Einhaltung relevanter Gesetze wie das Infektionsschutzgesetz (Hygiene), der Datenschutz, der Arbeitsschutz und der Umgang mit Medizingeräten und -produkten.

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Der Nutzen eines Qualitätsmanagement-Systems für Ihre Arztpraxis

Unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung können Arztpraxen spürbar von einem QM-System profitieren. Denn dadurch erhalten Sie eine sehr gute Organisations- und Ordnungs-Struktur. Mithilfe der Werkzeuge wie Checklisten, die das QM bietet, werden Abläufe und Aufgaben in eine sinnvolle, hilfreiche Reihenfolge gebracht – auch bekannt als Prozessmanagement. Darüber hinaus werden auch gesetzlich geforderte und andere interne Dokumente in einem nützlichen Ablagesystem zusammengeführt, sodass sie schnell zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt werden. So herrscht in allen Bereichen der Praxis Ordnung.

Durch die geregelten Abläufe bietet das Qualitätsmanagement den Mitarbeitern im Umgang mit den Patienten, aber auch in der internen Zusammenarbeit (klare Verantwortlichkeiten, eindeutige Aufgabenverteilung) und in der Unterstützung für den Arzt die nötige Orientierung, wie die Dinge gemacht werden sollen. Das gibt Ihnen Rückhalt und dadurch Sicherheit.

In einem QM-System werden Informationen ein für alle Mal und für alle Mitarbeiter jederzeit einsehbar und verbindlich festgelegt. Es dient als Wissensdatenbank und hält auch Dokumentenvorlagen bereit, die vielleicht seltener zum Einsatz kommen, dann aber sehr wichtig sein können, z.B. die Checkliste bei Neu-Einstellung.

Die Verbindung von QM und Personalmanagement in Arztpraxen

Da es übergeordnet in einer Arztpraxis nur ein Management geben sollte, also eine einheitliche Leitung – auch durch mehrere Personen -, ist es zu empfehlen, dass das Qualitäts- und Personalmanagement nicht unabhängig voneinander stehen. So bietet es sich an, dass das Personalmanagement ein Teil des übergeordneten QM-Systems ist, quasi ein Kapitel oder Modul. Denn sowohl im Qualitätsmanagement als auch im Personalmanagement sollte es darum gehen, sich um eine hohe Qualität in der Praxis und im Umgang mit den Menschen zu bemühen. So greift das eine in das andere – und es gibt nur eine übergeordnete Ablagestruktur, in der jeder das findet, was er braucht, unabhängig vom Thema.

So können dann auch Vorlagen für das Personalwesen leicht auffindbar abgelegt werden, z.B. Vorlagen für Stellenausschreibungen, für Stellenbeschreibungen / Arbeitsplatzbeschreibungen, für Einarbeitungspläne und Mitarbeitergespräche.

Qualitätsmanagement hilft im Bewerbermanagement, auch in Arztpraxen

Der kirschwerk Tipp für erfolgreiches Personalmanagement in Arztpraxen

Um qualifiziertes Personal für Arztpraxen zu gewinnen und auch zu halten, braucht es ein gutes Personalmanagement, vor allem in Zeiten von Fachkräftemangel. Wer immer wieder Stellenanzeigen ohne Erfolg schaltet, für den empfiehlt sich der kirschwerk Podcast und ein kostenloser Kennenlerntermin mit dem kirschwerk Experten für Personalmarketing, Malchus Kern: Gern prüft er mit Ihnen, wo noch Potenzial besteht, damit Sie zukünftig mehr und qualifizierte Mitarbeiter finden und halten können. Diese Fallstudie unseres Kunden, eine Zahnarztpraxis aus Brühl, zeigt auf, wie viel Erfolg das mit sich bringen kann. 

Hilfreiche Checklisten, die für Ihr Qualitätsmanagement und Personalwesen dienlich sein können, finden Sie auch in unserer Personalmanagement-Bibliothek sowie in unserem Onlinekurs “Erfolgreiches Online-Recruiting”: Mit diesem erhalten Sie einen kompletten Leitfaden, wie Sie Stellenanzeigen und Karrierewebsite optimieren.

Mit QMedicus beim Qualitätsmanagement immer gut beraten

QMedicus kann auf die Erfahrungen von über 20 Jahren Beratung von Arztpraxen bei der Einführung und Pflege ihres individuellen QM-Systems zurückgreifen. Aufgrund der bewährten QMedicus-Methode. Sprechen Sie uns jederzeit gern an.